„Ernst Barlach. Skulptur und Zeichnung“ in Rostock

Ausstellung mit Skulpturen und Zeichnungen des vor 75 Jahren verstorbenen Bildhauers und Zeichners im Kulturhistorischen Museum

13. März 2013, von

Ernst Barlach. Skulpturen und Zeichnung im Kulturhistorisches Museum RostockVor 75 Jahren starb Ernst Barlach, der als einer der herausragenden Künstlerpersönlichkeiten der Moderne des 20. Jahrhunderts gilt, in einer Rostocker Privatklinik. Aus diesem Anlass erinnert das Kulturhistorische Museum noch bis zum 26. Mai mit der Ausstellung „Ernst Barlach. Skulptur und Zeichnung“ an den 1870 im holsteinischen Wedel geborenen Künstler, dessen künstlerisches Schaffen in der Zeit des Nationalsozialismus als „entartet“ verfemt wurde.

„Unser Haus hat eine sehr lange Beziehung zu Barlach“, erklärt Museumsleiter Dr. Steffen Stuth. Bereits in den 1920er und 1930er Jahren hatte das Museum beim Künstler selbst Werke erworben. 1945 wurde es als erstes der Sowjetischen Besatzungszone mit einer Barlach-Werkschau wiedereröffnet und war vermutlich das erste Museum in Deutschland, das diesen Künstler nach dem Nationalsozialismus wieder gezeigt hat. Die letzte große Barlach-Ausstellung war 1988 im Kulturhistorischen Museum zu sehen.

Ernst Barlachs "Die schlafenden Vagabunden" haben als eine der wenigen Werke in Rostock die Aktion "Entartete Kunst" überstanden.Barlach war ein sehr vielseitiger Künstler. Er machte sich als Dramatiker, Schriftsteller und Grafiker einen Namen. Sein größtes Interesse galt jedoch der Bildhauerei, die auch seinen internationalen Erfolg begründete und in der aktuellen Rostocker Ausstellung in den Fokus gerückt wird.

Ergänzt werden die insgesamt 22 Plastiken durch 14 Handzeichnungen, die Barlach teils als eigenständige Kunstwerke ansah, teils als Entwürfe für seine Figuren dienten.

Neben den Werken aus der hauseigenen Sammlung bereicherte die Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow mit einigen Leihgaben die Schau, die sich vor allem mit dem Werk Barlachs seit seinem Umzug 1910 nach Güstrow befasst, wo er bis zu seinem Tod lebte.

Mit seiner Totenmaske, die seine Lebensgefährtin Marga Böhmer von Barlach anfertigte, nachdem der Künstler am 24. Oktober 1938 verstorben war, wird der Rundgang eröffnet. Er erstreckt sich über drei Räume, in denen mal chronologisch, mal thematisch geordnet Barlachs Plastiken und Handzeichnungen zueinander in Beziehung gesetzt werden.

Geistkämpfer von Ernst Barlach war 1937 ursprünglich an der UniversitätskircheSo ist der selten zu sehende erste Entwurf zu „Mutter Erde II“ neben dem Werkmodell des Meisterwerkes zu sehen. Auch der Hauptentwurf des berühmten Güstrower Ehrenmals von 1926 wurde noch nie in Rostock gezeigt und ist nun neben einem Guss des Kopfes des „schwebenden Engels“ ausgestellt.

Geht es im ersten Raum vorrangig um die „expressive Plastik des Aufsteigens“, verarbeitete Barlach in seinen kleiner dimensionierten Figuren, die sich im zweiten Raum befinden, Eindrücke seiner Russlandreise 1906, aber auch heimatliche Motive wie „Der Spaziergänger“ oder „Die schlafenden Vagabunden“.

Der monumentalere dritte Teil der Ausstellung widmet sich der Denkmalskunst, die nach dem Weltkrieg zu Barlachs Hauptbetätigungsfeld wird. In seinen Entwürfen für das Stralsunder Ehrenmal spiegelt sich seine Auseinandersetzung mit dem Krieg wieder. Mit „Der Geistkämpfer“ und „Trauernde I“ zeigt das Kulturhistorische Museum weitere wichtige Werke des Bildhauers.

Begleitprogramm zur Ausstellung

Öffentliche Führungen:

Dienstags um 15 Uhr

Sonntagsführungen am 17. März, 7. April, 5., 12., 26. Mai jeweils um 11 Uhr

Vorträge:

„Leben und Werk Ernst Barlachs“ von Dr. Volker Probst von der Ernst Barlach Stiftung Güstrow am 21. März 2013 um 17 Uhr

„Der unbekannte Barlach“ von Friedhelm Niggemeier am 18. April 2013 um 17 Uhr

„Ernst Barlach: Begegnungen von Bildender Kunst, Literatur und Musik“ von Friedhelm Niggemeier am 16. Mai um 17 Uhr

Filmvorführungen mit Einführung (Bitte Kartenvorverkauf beachten)

„Der verlorene Engel“ DEFA-Spielfilm 1966/1971, Regie: Ralf Kirsten, Drehbuch: Franz Fühmann am 25. April und 23. Mai jeweils um 17 Uhr

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