„Vagel Grip“ in Warnemünde gesunken
Traditionskutter „Vagel Grip“ am Alten Strom leckgeschlagen
25. Juli 2010, von Stefanie
Der 24-Meter-Kutter „Vagel Grip“ (Vogel Greif) ist heute Morgen gegen 9 Uhr am Alten Strom in Warnemünde leckgeschlagen und drohte nach starker Schlagseite vollständig zu versinken. Zu den Ursachen des Untergangs sowie der Schadenshöhe wurden bisher keine Angaben gemacht. Verletzte gab es nicht, nach ersten Angaben sollen sich zum Unglückszeitpunkt zwei Personen an Bord befunden haben.
Öl und Diesel, die für die Generatoren des ansonsten stillgelegten Schiffes dienen, seien ausgelaufen. Noch bis zum Abend wurde das Schiff gesichert und es wurden Ölsperren verlegt.
Die fast 70 Jahre alte „Vagel Grip“ weist eine bewegte Geschichte auf. Im Jahre 1943 als Kriegsfischkutter KFK 327 auf der Swinemünder Ernst Burmester Schiffswerft gebaut, sank sie 1945 vor Sassnitz nach einer Minenexplosion.
Nach dem Krieg gehoben und überholt, war sie bis zum Ende der sechziger Jahre als Fischkutter „Gadus“ (SAS 300) vor Sassnitz im Einsatz. Anschließend fuhr der Kutter unter dem Namen „Seid Bereit“ bis zur Wende 1989 als Ausbildungsschiff für die Pionierorganisation der DDR.
1990 wieder in „Vagel Grip“ umbenannt, wurde es die nächsten Jahre als Jugendschiff durch den Verein Likedeeler genutzt. 2005 vom Verein „Freunde des Traditionskutters Vagel Grip“ vor der Verschrottung gerettet, diente der Traditionskutter in den letzten Jahren für Ausfahrten und maritime Übernachtungen und wurde für die Gastronomie genutzt.
Hintergrund, Kriegsfischkutter:
Bei den Kriegsfischkuttern handelt es sich um kleine 24 Meter lange Hilfskriegsschiffe, die die Marine im Zweiten Weltkrieg vorrangig als Vorposten unterstützten. Bis 1945 wurden mehr als 600 Schiffe des Typs in Großbauserie gefertigt, bis in die 50er Jahre wurden weitere zivile Nachbauten auf Kiel gelegt. Nach Kriegsende wurden die Schiffe überwiegend als Fischkutter genutzt.
Dank ihrer robusten Bauweise sind auch heute noch einige Schiffe der KFK-Baureihe als Yacht, Traditionsschiff oder Hochseeangelkutter im Einsatz. Ältere Rostocker dürften sich noch an die 1952 in Altwarp gebaute „Michael Glinka“ erinnern. Anfang der Siebziger erlebte sie als Gaststätte am nördlichen Ende von Schutow ihren zweiten Frühling, wurde dort jedoch später dem Verfall preisgegeben.

















9 Kommentare
Was wird nun mit dem Vagel geschehn…wird er letzten Endes doch verschrottet????
Glück im Unglück dürfte sein, dass die „Vagel Grip“ direkt am Anleger gesunken und dort vergleichsweise einfach zu heben ist – soll wohl heute schon losgehen.
Hoffen wir mal, dass der Schaden an der „Vagel Grip“ nicht zu groß ist und sich auch finanziell stemmen lässt.
Beste Grüße, Olaf
Wollen wir es hoffen…werde heute nach der Arbeit gleich mal hin fahren uns sehn wie es ihm geht…
Wirklich ein Jammer! Ich habe auf dem Pionierschiff auch meine ersten seemännischen Erfahrungen sammeln dürfen, rund 30 Jahre ist das nun schon wieder her.
Im Urlaub haben wir den Kutter noch an der Mole besucht und dort etwas getrunken. Schon traurig genug, dass er nicht mehr fährt, hoffentlich kommt er jetzt nicht ganz aufs Abstellgleis…
Maik
Wie solls nun weiter gehn? Viele Fragen und keine Antworten. Ich versuche schon die ganze Zeit über Schreiben, über Reden mit Leuten an Informationen zu gelangen um zu erfahren was nun werden sollt mit der “Vagel Grip”. aber keine konkreten Antworten. Also hier meine Frage. WAS WIRD NUN MIT DER VAGEL GRIP????
Aua !! Das tut weh ! Hab’ eine schöne Fahrt nit der “Vagel Grip” gemacht. Lange ist es her….
Hoffentlich geht sie uns nicht verloren.
Ein Holländer
Auch ich habe sehr viele schöne Stunden auf der “Seid Bereit” verbracht und wer von UNS denkt nicht gern an die Fahrten z.b. nach Leningrad und Riga. Unvergesslich. Und nun das!
Schon ein komisches Gefühl.