E-Learning-Angebot der Stadtbibliothek geht online

Als erste Bibliothek in Mecklenburg-Vorpommern bietet die Stadtbibliothek Rostock E-Learning an

8. März 2011, von

Katharina Waack Die Stadtbibliothek in der Kröpeliner Straße 82 hat nun auch den Sprung in die Onlinewelt gewagt. Heute Morgen gab es gleich zwei Premieren zu feiern, denn es ging sowohl die neue Internetseite als auch das E-Learning Angebot online. Der neue Webauftritt war zwingend notwendig, um überhaupt das E-Learning anbieten zu können. Zum Glück hatte die Bibliothek in Katharina Waack eine geeignete Mitarbeiterin für die anfallenden Aufgaben in diesem Bereich.

Der Gedanke hinter dem E-Learning ist ganz klar der, die Bibliothek in die neue Medienwelt zu integrieren. Natürlich gäbe es auch die Möglichkeit Onlinebücher anzubieten, aber das wollte man nicht. Um das Angebot der Bibliothek zu erweitern, ging man lieber in Richtung Fortbildung. Der große Vorteil gegenüber dem Onlinebuch ist der, dass es pro Kurs 500 Lizenzen anstelle von nur einer gibt. Statistisch gesehen sei es noch nie vorgekommen, dass so viele Menschen gleichzeitig denselben Kurs herunterladen wollten, sagte Raik Writschan, der für die technische Seite des E-Learning zuständig ist.

Raik WritschanDa die Kosten für ein solches Unterfangen zu hoch wären, um sie alleine zu tragen, schloss man sich einem Kontingent aus mehreren großen Bibliotheken in ganz Deutschland an. Neben Städten wie Berlin, Dresden, Hamburg, Frankfurt am Main, Karlsruhe, München und Stuttgart hat Rostock bei Weitem die kleinste teilnehmende Bibliothek. „Wir haben zwar nicht das Geld, wie die andern, aber das Know-how“, sagte Manfred Heckmann, Leiter der Bibliothek. Innerhalb der Gruppe aus Bibliotheken waren sie für die innere Kommunikation zuständig.

Kosten entstehen natürlich trotzdem. Während die Nutzung völlig kostenfrei ist, bezahlt die Bibliothek 10.000 Euro. Da das E-Learning aber auch für das Land Mecklenburg-Vorpommern eine wichtige Rolle spielt, wird das Ganze mit über 8.000 Euro bezuschusst. So soll zum Beispiel die Stadtverwaltung schon bald das Angebot nutzen, um ihre Mitarbeiter für „Windows 7“ fit zu machen. Außerdem eröffnen sich vielleicht neue Möglichkeiten für die Betreuung an Ganztagsschulen.

Prinzipiell beruht das System des E-Learning auf dem von Anbietern wie Amazon. Der Kunde kann sein Produkt auswählen und es in den Warenkorb legen. Einen bedeutenden Unterschied gibt es aber doch, das E-Learning Angebot ist schließlich kostenfrei. Einzige Voraussetzung zum Nutzen der Lernangebote ist das Besitzen eines Bibliotheksausweises. Dadurch, dass das Grundgerüst für die Seite nur übernommen ist, seien einige Dinge noch nicht so ganz perfekt, aber das werde nach und nach behoben, so Heckmann.

Manfred HeckmannWenn man sich mit seiner Ausweisnummer und dem Passwort ins Portal eingeloggt hat, kann man sich aus einer Vielzahl von Kursen das Richtige raussuchen. Das Angebot reicht von EDV- über Wirtschafts- bis hin zu Sprachkursen. Wenn man sich für einen der Kurse entschieden hat, legt man ihn in den Warenkorb und kann ihn dann herunterladen. Nachdem dies geschehen ist, steht er einem 90 Tage lang zur Verfügung.

Während dieser 90 Tage kann man dann den gesamten Kurs durchlaufen oder aber einfach nur die entsprechenden Abschnitte bearbeiten, bei denen ein Wissensbedarf besteht. Die Kurse sind so aufgebaut, dass einem zunächst alles erklärt und auch gezeigt wird. Zu diesem Zweck wird nicht nur alles auf dem Bildschirm simuliert, sondern auch vorgelesen. Anschließend ist man dann selbst dran und muss das zuvor Gezeigte selber umsetzen.

Das neue Angebot soll natürlich nicht als Ersatz für Bücher angesehen werden, eher als eine weitere Möglichkeit sich Wissen anzueignen. Auch andere Lehrangebote seien nicht in Gefahr, so Heckmann. Es gäbe nach wie vor Menschen, die sich die Dinge lieber von einem Lehrer vermitteln ließen. Dafür ist das E-Learning natürlich kein Ersatz.

Manfred Heckmann, Raik Writschan und Katharina Waack mit der neuen InternetseiteDer große Vorteil am E-Learning ist jedoch der, dass man von überall auf der Welt darauf zugreifen kann. Der große Nachteil im Moment der, dass man viele Anwendungen mit Apple- und Linux-Systemen nicht benutzen kann. Auch einige alte Rechner, die noch nicht den Adobe Flash Player installiert haben, müssten erst mit Updates versehen werden.

Um den Nutzern den Weg dahin zu erleichtern, wird es eine Hotline geben, an die man sich mit Fragen wenden kann. In der Bibliothek selbst sollen in Zukunft zusätzliche Computerplätze eingerichtet werden, an denen man das Angebot nutzen kann. Bis das Ganze ausgereift ist, vergeht wohl noch ein bisschen Zeit, aber der Anfang ist gemacht.

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1 Kommentar

  • MM sagt:

    Die neue Seite ist echt wirklich gut :) Schade nur, das der alte OPAC Katalog überlebt hat und nicht auch dort etwas benutzerfreundliches eingeführt wurde.

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