Baulücke neben Krahnstöver soll geschlossen werden

Neues Wohn- und Geschäftshaus soll zwischen Gruben- und der Großen und Kleinen Wasserstraße in der Östlichen Altstadt von Rostock gebaut werden

11. Oktober 2018, von
Auf der Brachfläche zwischen Gruben- und Kleiner sowie Großer Wasserstraße soll gebaut werden.
Auf der Brachfläche zwischen Gruben- und Kleiner sowie Großer Wasserstraße soll gebaut werden.

Eine überfüllte Mappe mit ganz vielen Projekten hat sich bei Stadtkonservatorin Birgit Mannewitz in den letzten Jahren zur Bebauung der Brachfläche zwischen Gruben- und Großer Wasserstraße angesammelt. Nun liegt ein weiterer Plan für ein Bauvorhaben auf den Tisch, ziemlich konkret, wie der Architekt Christian Klein auf der Ortsbeiratssitzung gestern betonte.

Wohn- und Geschäftshäuser sollen hier gebaut und damit eine Kriegsbaulücke, die seit über 70 Jahren in der Östlichen Altstadt klafft, geschlossen werden. Etwa 165 Menschen sollen in 58 Wohnungen Ein- bis Vierzimmerwohnungen ein neues Zuhause finden. Fünf Gewerbeeinheiten auf 230qm entstehen.

Dafür soll an jeder Straße ein Baukörper errichtet werden, die unterirdisch zwar durch eine Tiefgarage miteinander verbunden sind, nach außen hin jedoch durch ihre kleinteilige Fassade den Eindruck unterschiedlicher Häuser vermitteln.

Straßenansicht von der Grubenstraße Quelle: Ocean Architects
Straßenansicht von der Grubenstraße Quelle: Ocean Architects

An einem recht steilen Hang gelegen soll das siebengeschossige Gebäude bis zu 18 Meter hoch werden. Zu hoch finden einige Anwohner. „Wenn man die große Wasserstraße runter geht, verliert Rostock ein ganz schönes Bild. Die beiden Kirchen sind dann komplett weg“, so eine Meinung. Früher seien die Gebäude an dieser Stelle wesentlich höher gewesen, höher als das benachbarte Krahnstöver, eines der ältesten Häuser Rostocks, entgegnet Birgit Mannewitz. Die Denkmalpflegerin lobt das Projekt als hochwertigen Bau, der in der Planung schon recht ausgereift ist. Alte Strukturen, wie rote Dächer und Putzfassaden, die typisch für die östliche Altstadt sind, werden aufgenommen und modern interpretiert. Es wird einen großen Innenhof mit Balkonen geben und einen Spielplatz. Der ist allerdings deutlich kleiner als erforderlich. Das sei jedoch der einzige Abweichantrag, verteidigt der Architekt.

Bei den 50 Stellplätzen sei man hingegen deutlich über dem Soll, zumindest nach der neuen Stellplatzverordnung. Die Anwohner hingegen halten die Anzahl für nicht ausreichend. Schon jetzt gebe es in der östlichen Altstadt nicht genügend Platz zum Parken.

Platz hingegen gibt es für die Fledermäuse. Knapp hundert Tiere wurden in einem alten Keller, der als Europäisches Fledermausquartier eingestuft ist, auf dem Gelände gezählt. Dieser soll erhalten bleiben und ein neuer Fledermauskeller gebaut werden.

Der Projektleiter würde am liebsten so schnell wie möglich mit dem Bau beginnen. Über 5 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. In 2,5 Jahren möchten die Bauherren, die zur Hanse Gruppe gehören, das Objekt an ein großes Berliner Unternehmen übergeben, das es bereits gekauft hat.

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