27. Evangelischer Kirchbautag in der Marienkirche eröffnet

„Kirchenraum, Freiraum, Hoffnungsraum“

23. Juni 2011, von
27. Evangelischer Kirchenbautag in Rostock
27. Evangelischer Kirchenbautag in Rostock

Schon im Mittelalter war das Zentrum der Städte meist die Kirche. Auch heute ist dem oft noch so, wenn auch unter anderen Voraussetzungen. Wo früher der Glaube im Mittelpunkt stand, werden die Gotteshäuser heute vielfältig genutzt. In der größten Kirche Rostocks, der Marienkirche, wurde heute der 27. Evangelische Kirchbautag eröffnet.

Der Kirchenbautag wird in der Marienkirche eröffnet
Der Kirchenbautag wird in der Marienkirche eröffnet

Seit 1946 treffen sich in unregelmäßigen Abständen Theologen, Forscher, Architekten und Interessenten, um über verschiedene Aspekte des Kirchenbaus zu sprechen. Das erste Motto damals in Hannover lautete: „Evangelischer Kirchenbau vor neuen Aufgaben“ und bezog sich auf die Situation nach dem Zweiten Weltkrieg. Heute, 65 Jahre später, heißt das Motto „Kirchenraum, Freiraum, Hoffnungsraum.“

Marienkirche Rostock
Marienkirche Rostock

Ganz konkret dreht sich in diesem Jahr alles um die Rolle von Dorfkirchen. Immer mehr Menschen verlassen die Dörfer, sodass dörfliche Strukturen häufig förmlich aussterben. Ganz natürlich leidet darunter auch das kulturelle Leben der jeweiligen Region. Die Kirche versucht weiterhin ihre Rolle für Seelsorge und Denkmalschutz wahrzunehmen, aufgrund der schwierigen Situation sind dafür aber kreative Ideen gefragt. Es geht also nicht um Kirchenneubauten, sondern um den Erhalt der Gebäude, aber vor allem auch der Institution.

Zur Eröffnung der dreitägigen Veranstaltung war schon einmal der Großteil der etwa 500 angemeldeten Teilnehmer in die Marienkirche gekommen. Das Gotteshaus ist nicht nur sehr groß, sondern auch sehr bedeutend für die Stadt. Mit der einmaligen astronomischen Uhr und einer bewegten Geschichte lockt das Gebäude jährlich etwa 200.000 Besucher an. Die Kirche ist die einzige der vier großen Pfarrkirchen Rostocks, die nicht im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Dr. Matthias Kleiminger
Dr. Matthias Kleiminger

Die kurzen eröffnenden Worte übernahm Landessuperintendent Dr. Matthias Kleiminger. Er betonte noch einmal die besondere Rolle der Kirchen, die den „Himmel auf Erden“ widerspiegeln und ein Symbol für Zukunft und Hoffnung sein sollen. Die Mecklenburgische Landeskirche ist besonders beim Thema Landeskirchen sehr erfahren. Auf 200.000 Mitglieder kommen 650 Kirchen, die fast alle unter Denkmalschutz stehen.

Die Teilnehmer sortieren sich in Gruppen für eine Stadterkundung
Die Teilnehmer sortieren sich in Gruppen für eine Stadterkundung

Als ersten Programmpunkt teilten sich die Teilnehmer in sieben Gruppen auf, die verschiedene Rundgänge zu sakralen Orten unternahmen. Eine Gruppe verblieb auch in St.-Marien, wo Pastor Tilman Jeremias auf die besonderen Eigenschaften des Hauses einging. Gemeindekirche, Baustelle, Tourismusmagnet und Ort des Gebetes ist die Kirche. Als besonderes Highlight kündigte er an, dass bei der feierlichen Immatrikulation im Oktober Bundespräsident Christian Wulff als Gast erwartet wird.

Da Rostock zwar viele Gotteshäuser bietet, jedoch die Landeskirchen im Zentrum des Interesses stehen, werden morgen auch Ausflüge zu ausgewählten Kirchen und Kapellen im Unland stattfinden. Außerdem gibt es verschiedene Vorträge und Workshops. Wenn man kein angemeldeter Teilnehmer ist, kann man den Kirchbautag auch einfach dazu nutzen, die Rostocker Kirchenlandschaft zu erkunden. Es lohnt sich.

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