Rostocker Vorlesewettbewerb „Lesewürmer“ feiert Jubiläum

Feierliche Siegerehrung mit Rahmenprogramm in der Werkstattschule Rostock

28. Juni 2011, von
Vorlesewettbewerb "Lesewürmer" in der Werkstattschule
Vorlesewettbewerb "Lesewürmer" in der Werkstattschule

Lesen ist wichtig. Nicht umsonst ist es eines der ersten Dinge, die man in der Schule lernt. Doch nicht nur um Bedienungsanleitungen zu entziffern oder Beipackzettel zu studieren, brauchen wir diese elementare Fähigkeit. Manchmal ist es auch einfach schön, bei einem guten Buch zu entspannen und in eine andere Welt abzutauchen. Dass auch die Jüngsten schon mit viel Freude lesen, bewies die große Resonanz bei der 10. Auflage des Vorlesewettbewerbs „Lesewürmer“ für Grundschüler.

Veranstaltet wird dieser Wettstreit von der anderen buchhandlung, dem Literaturhaus Rostock und dem Waldemar Hof. Vor 10 Jahren, bei der Auftaktveranstaltung, beteiligten sich nur drei Schulen aus Rostock, inzwischen nehmen 38 Schulen aus Rostock und den Kreisen Güstrow und Bad Doberan teil. Die 125 besten Schüler aus den Klassen 1 bis 4 lasen beim Endausscheid um die Wette und eine Jury musste entscheiden, wer am besten war. Anlässlich des Jubiläums wurde in diesem Jahr auch erstmals eine große Abschlussveranstaltung in der Rostocker Werkstattschule organisiert, zu der alle Kinder eingeladen waren und auf der die Sieger prämiert wurden.

Norbert Leisegang
Norbert Leisegang

Wie bei einer Preisverleihung üblich, wurde nicht sofort mit der Verkündung der Sieger begonnen. Die musikalische Einstimmung übernahm Norbert Leisegang von der Gruppe Keimzeit. Mit seinem Lied „Du bist ein Schwein“ brachte er die vielen anwesenden Kinder und Eltern direkt zum Lachen. Anschließend erhöhte Manfred Keiper von der anderen buchhandlung noch etwas mehr die Spannung, indem er zuerst den Helfern und Sponsoren dankte. Dabei wollten die Kinder doch wissen, ob sie gewonnen haben.

Charlotte Schippmann
Charlotte Schippmann

Dann endlich wurden die Erstklässler aufgerufen. Jeder von ihnen bekam als Geschenk das Buch, welches sie vorlesen mussten: „Miss Wiss – Ganz groß!“ Gewonnen hat Charlotte Schippmann. Die junge Siegerin war sehr glücklich, aber gleichzeitig auch sehr fair. „Ich finde es zwar toll, aber ich würde es nicht toll finden, wenn die anderen sich nicht auch freuen würden.“

Die Finalisten der zweiten Klasse
Die Finalisten der zweiten Klasse

Dann folgten die Zweitklässler. Sie mussten ein Stück aus dem ersten Buch der Reihe „Kai Knall löst jeden Fall“ vortragen und bekamen dieses natürlich auch als Preis. Am besten hat dies Mette Glawe gemeistert, die nach eigenen Angaben „ganz großes Herzklopfen“ hatte.

In den Texten der 3. Klasse ging es tierisch zu, schließlich handelte es sich um „Die Entführung der Frösche.“ Auch in dieser Klassenstufe konnte wieder ein Mädchen am meisten überzeugen. Victoria Köhler war so begeistert, dass sie keinen Satz auf der Bühne herausbrachte.

Manfred Keiper und Raoul Biedinger
Manfred Keiper und Raoul Biedinger

Als Letztes wurde der Preis in der 4. Klasse vergeben. Hier wurde ein Buch aus der Reihe „Die Schatzjäger“ verteilt, in dem die Suche nach einem gläsernen Löwen im Mittelpunkt steht. Gewonnen hat hier Raoul Biedinger. Der Junge war kein Unbekannter, da er vor drei Jahren schon einmal in der Klassenstufe 1 gewonnen hatte.

Alle Sieger konnten sich über einen Blumenstrauß und einen Büchergutschein freuen. Außerdem nehmen sie, zusammen mit zehn weiteren Kindern, ein professionelles Hörspiel auf, welches im Rahmen der Lichtklangnacht vorgeführt wird.

Um zu beweisen, dass die Schüler auch wirklich lesen können, sollte jeder noch einen kleinen Text vortragen. Dazu hatten sich die Veranstalter etwas ganz Besonderes ausgedacht. Da es auch viele Schüler gibt, die bilingual aufwachsen, durften drei von ihnen (ein Junge ist leider krank geworden) einen Text in ihrer Sprache vortragen. Die deutsche Übersetzung übernahm dann einer der Sieger.

Raoul Biedinger und Edris Naurosi
Raoul Biedinger und Edris Naurosi

Edris Naurosi kommt ursprünglich aus Afghanistan und ist seit zwei Jahren Rostocker. Für seinen selbst geschriebenen Text in der Sprache Dari suchte er sich ein typisches Thema unserer Stadt aus – die Leidenschaft zum Fußball. Duy Le Khac geht auf die Grundschule „An den Linden“ und erzählten den Zuhörern auf Vietnamesisch etwas über die Rolle als großer Bruder. Die Dritte im Bunde war Emilie Kimjakow, die eine kurze russische Geschichte von einem kleinen Hund vortrug.

Zum Ende der Preisverleihung betrat noch einmal Norbert Leisegang die Bühne. Er spielte den wohl bekanntesten Keimzeit-Hit „Kling Klang“, was mit viel Applaus aus dem Publikum belohnt wurde – fraglich ist nur, ob auch die Kinder das Lied kannten oder nicht doch die Eltern am lautesten klatschten.

Victoria Köhler und Mette Glawe
Victoria Köhler und Mette Glawe

Im Anschluss an die Veranstaltung erzählten mir Mette und Victoria noch, dass sie beide überhaupt nicht mit dem Sieg gerechnet hatten, obwohl beide die Texte nicht so schwer fanden. Die neunjährige Victoria verriet mir, dass sie bei einigen Fremdwörtern nicht so genau wusste, wie sie ausgesprochen werden und sie sich daher an den anderen Kindern orientiert hatte. Am liebsten liest die achtjährige Mette Bücher aus der Reihe „Sternenfohlen“. Die Einhorngeschichten packen sie manchmal so, dass sie auch mal 100 Seiten liest. Victoria mag alle Bücher und ist froh, dass sie sich in der Schulbibliothek einmal die Woche neues Lesefutter ausleihen kann.

Es ist wirklich schön zu sehen, dass trotz Fernsehen und Computer, das klassische Buch immer noch ein wichtiges Medium ist. Man kann also optimistisch sein, dass auch in Zukunft noch viele Lesewürmer den Spaß am gedruckten Werk entdecken.

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