Buga: Markthalle, zweite Brücke und Hochwasserschutz

Rostock treibt die Buga-Planung im Stadthafen voran: Gestern wurden die Ideen für die Markthalle, eine Brücke über die L22 und den Hochwasserschutz konkreter

21. Mai 2020, von
Der Buga-Ausschuss berät Planungen für die Bundesgartenschau 2025 in Rostock
Der Buga-Ausschuss berät Planungen für die Bundesgartenschau 2025 in Rostock

Die Planungen für die Bundesgartenschau (Buga) 2025 nehmen weiter Fahrt auf. Gestern traf sich der Buga-Ausschuss der Rostocker Bürgerschaft zu seiner ersten Sitzung. Planer stellten den aktuellen Stand vor.

Vorrangig ging es um den Bereich des Christinenhafens, wo mit Brücke, Markthalle und Archäologischem Landesmuseum (mindestens) drei große Neubauten entstehen sollen. Für Bernhard Schwarz von der Berliner „Sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH“ ist es die „Abkehr von der Leere“ im Stadthafen. Er stellte gestern die „Leitplanken“ vor, wie er die Eckpunkte für den anstehenden Realisierungswettbewerb nannte. Markthalle, Brückenanbindung und Hochwasserschutz sind für den Buga-Planungskoordinator die wichtigsten Punkte. Doch es geht auch um Freianlagen, Stadtgrün oder Spielplätze. „Wir müssen jetzt in die Wettbewerbe reinkommen“, erinnerte Schwarz daran, dass bis zu Eröffnung der Buga nur noch fünf Jahre Zeit bleiben.

Markthalle mit Ständen, Gastronomie, Büros und Co-Working-Space

90 Meter lang und 32 Meter breit könnte die Markthalle im Stadthafen werden. Auf rund 1.000 Quadratmetern sollen frische, regionale Produkte angeboten werden, 600 Quadratmeter sind für die Gastronomie eingeplant. Für das Hafen- und Seemannsamt sowie die Tourismuszentrale würde es jeweils rund 500 Quadratmeter Platz geben.

Im Obergeschoss sollen Büros entstehen: 700 Quadratmeter für die Tourismuszentrale und den Hanse-Sail-Verein sowie 400 Quadratmeter für die Großmarkt GmbH. Zusätzlich sind jeweils 150 Quadratmeter für Tagungs- und Veranstaltungsräume vorgesehen. Für Co-Working und innovative Unternehmen sind bis zu 1.500 Quadratmeter eingeplant. Alternativ wären auch ein Atrium und eine Dachterrasse in Richtung Wasser möglich, so Schwarz. Perspektivisch könne er sich zudem eine „kleine westliche Schwester“ für die Markthalle auf Höhe des neuen Volkstheaters am Bussebart vorstellen.

Die Rampe für die Brücke über die L22 „Am Strande“ könnte um die Markthalle im Stadthafen herumgeführt werden
Die Rampe für die Brücke über die L22 „Am Strande“ könnte um die Markthalle im Stadthafen herumgeführt werden

Brücken über die Warnow und die L22

Fester Bestandteil der Buga-Planung ist die Fußgänger/Radfahrer-Brücke über die Warnow. Im Stadthafen beginnt sie auf Höhe der Schnickmannstraße, auf Gehlsdorfer Seite endet sie am Fährberg.

Nachdem das Plateau über die L22 „Am Strande“ aus Zeit- und Kostengründen – zumindest vorerst – vom Tisch ist, soll eine zweite Brücke über die vielbefahrene Straße führen. Das Problem: Bei einer vorgesehenen Durchfahrtshöhe von 4,70 Meter werden die Rampen für eine barrierefreie Nutzung ziemlich lang. Im Stadthafen würde eine lineare Rampe bis an die Kaikante reichen. Einig war sich der Ausschuss, dass es keinen Aufzug geben soll. Stattdessen könnte die Rampe an der Rückseite der Markthalle entlanggeführt werden.

Auf der Südseite soll die Brücke etwas in die Schnickmannstraße hineinreichen. Diese weist bereits eine Steigung auf, sodass der Höhenunterschied hier nicht so groß ist. Die Brückenstrecke zwischen den Wohnhäusern der Schnickmannstraße soll „möglichst minimal“ werden.

Die bestehende Silhouette der Rostocker Altstadt soll gewahrt bleiben.
Die bestehende Silhouette der Rostocker Altstadt soll gewahrt bleiben.

Hochwasserschutz im Stadthafen

Ein wichtiges Thema spielt der Hochwasserschutz. Nach neuesten Planungen des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM) wurden die notwendigen Schutzhöhen noch einmal angepasst – von 3,20 auf 3,54 Meter, so Schwarz. Als Basis für die Berechnungen des StALU dient das 200-jährige Bemessungshochwasser. Dafür bieten weder die Kaikanten noch die kleinen Mauern an der L22 ausreichenden Schutz. Je nach Abschnitt drohen Schutzwände mit einer Höhe von fast zwei Metern.

Einig waren sich die Ausschuss-Mitglieder, dass es im Stadthafen möglichst keine lange, durchgängige Mauer geben soll. Das sei ein „hochemotionales“ Thema, so Sybille Bachmann (Rostocker Bund). Schließlich war der Stadthafen zu DDR-Zeiten als Sperrgebiet eingezäunt.

Im Bereich von Markthalle und Brücken ist ein topologischer Hochwasserschutzschutz vorgesehen – hier wird aufgeschüttet. Für die Förderung der Warnow-Brücke verlangt der Bund einen hochwassersicheren Zugang. Weiter östlich – zwischen Speicher, Lokschuppen und anderen Gebäuden – wird es wohl auf eine feste Schutzmauer zwischen den Bestandsbauten hinauslaufen, hier sind auch zusätzliche Bauten denkbar. Wie es mit dem Hochwasserschutz westlich, in Richtung des ehemaligen Theaters im Stadthafen, weitergeht, ist noch unklar. Rainer Albrecht (SPD) plädierte für den Einsatz mobiler Hochwasserschutzlösungen.

Buga-Ausschuss noch ohne Vorsitzenden

Eigentlich sollten in der konstituierenden Sitzung des Buga-Ausschusses gestern auch der Vorsitzende und seine Stellvertreter gewählt werden. Für die Fraktion „Die Linke.Partei“ erklärte Christian Albrecht, dass es in Corona-Zeiten nicht rechtzeitig möglich war, die Ausschussmitglieder zu bestimmen. Er nahm nur als „Platzhalter“ an der ersten Sitzung teil, wählen sollten jedoch die endgültigen Mitglieder seiner Fraktion, so Albrecht. Er beantragte die Wahl auf die nächste Sitzung zu verschieben – dem stimmten die Ausschussmitglieder mehrheitlich zu.

Buga-Bürgerbeteiligung startet am Montag

Am Montag startet am Kempowski-Ufer die Bürgerbeteiligung zur Buga. Aufgrund der Corona-Krise unter freiem Himmel und nicht wie ursprünglich geplant in Containern. Vom 25. bis 30. Mai gibt es zwischen 12 und 17 Uhr eine Buga-Sprechstunde, für den 27. Mai ist von 15 bis 16:30 Uhr ein Experten-Dialog geplant.

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