Hafensinfonie – Konzert mit Schiffen, Musikern, Licht & Wasser

So schön klingt Warnemünde: Mit der Hafensinfonie gibt es am 14. Juli 2012 vor der Mittelmole den musikalischen Höhepunkt der Warnemünder Woche

Hafensinfonie in Warnemünde am 14. Juli 2012
Hafensinfonie in Warnemünde am 14. Juli 2012

Das Orchester: Schiffshorn, Wasserpumpe, Bläser und Gitarren. Die Bühne: Boote vor der Mittelmole, ein Strand, Hotelbalkone. Die Musik: eine Sinfonie, die ihren Ursprung in einem  neufundländischen Hafen hat. Mit diesem außergewöhnlichen Konzert krönen 24 Musiker aus fünf Ländern am Sonnabend, 14. Juli, um 22 Uhr die Warnemünder Woche. Ab Dienstag, 10. Juli, üben sie dafür in einem Workshop – und präsentieren sich täglich ab 18 Uhr mit ihrer eigenen Musik auf dem Alten Strom.

Ermöglicht wird dieses musikalische Sahnehäubchen für die 75. Warnemünder Woche durch das EU-Projekt „Baltic Culture Wave, das dank der Initiative des Landesverbands für populäre Musik und Kreativwirtschaft (PopKW) bis nach Rostock schwappt: Es bringt Künstler, Veranstalter und Ideenentwickler aus Dänemark, Deutschland, Litauen, Polen und Schweden zusammen, die sich für Popularmusik engagieren. Bis September 2013 entwickeln sie ein Netzwerk und ein jährliches Event, um die Zusammenarbeit im Ostseeraum zu stärken und lebendig zu gestalten. Künstlerischer Leiter ist der Rostocker Musiker Wolfgang Schmiedt. Als Dirigenten für die „Harbour Symphonie“ am 14. Juli hat er den kanadischen Percussion-Künstler Frédéric Lebrasseur engagiert.

Kanada ist die Mutter aller Hafensinfonien. In Neufundland musizierten 1983 zum ersten Mal Kutter, Trawler, Yachten und Kreuzfahrtschiffe im idyllischen Hafen von St. John’s gemeinsam mit ihren Schiffstyphonen, nach einer Partitur vom Paul Steffler. Sein Freund Joe Carter hatte die Idee dazu, inspiriert vom alljährlichen Neujahrs-Tuten der Schiffe und dem fantastischen Sound, der sich im Umkreis von zehn Kilometern verbreitete. Sehr viel weiter verbreitete sich dann diese Idee von der Hafensinfonie, zunächst bis Montreal und Vancouver, dann nach San Francisco, Amsterdam – und Rostock.

Der kanadische Percussion-Künstler Fréderic Lebrasseur wird die Hafensinfonie von einem Feuerlöschboot aus dirigieren (c) PopKW
Der kanadische Percussion-Künstler Fréderic Lebrasseur wird die Hafensinfonie von einem Feuerlöschboot aus dirigieren (c) PopKW

„Ich war 2006 in Montreal. Dort erlebte ich die Hafensymphonie am Old Port – und fand, das wäre eine fantastische Idee für Rostock“, sagt Wolfgang Schmiedt, Gitarrist und Dozent an der Rostocker Hochschule für Musik und Theater. Er traf die Veranstalter und bekam die Erlaubnis, die Hafensinfonie an die Warnow zu exportieren. Im selben Sommer setzte er die Idee um, mit der ersten Hafensinfonie im Rahmen der Hansesail am Stadthafen.  Frédéric Lebrasseur, den er zwei Jahre zuvor bei einem Québec-Filmfestival in Rostock kennen gelernt hatte, hatte damit nur mittelbar zu tun: „Freunde von mir haben Wolfgang in Montreal zur Hafensinfonie mitgenommen“, sagt der Frankokanadier. Er, der auf beinahe allem Schlagzeug spielt, was ihm in die Finger kommt, und der deutsche Gitarrist waren zunächst Kollegen in der Band „Zwei Paar Schuh“, mit je einem weiteren Rostocker und Kanadier an ihrer Seite.

„Fred spielte 2009 zum ersten Mai bei der Hafensinfonie in Gdansk mit, dann 2010 wieder bei der Hansesail.“ Nicht als Percussion-Künstler – als Dirigent mit unglaublichem Improvisationstalent. „Er hat eine faszinierende Begabung, mit nicht herkömmlichen Mitteln zu dirigieren“, urteilt Wolfgang Schmiedt, der ihn auch zur vierten Rostocker Hafensinfonie – der ersten in Warnemünde – eingeladen hat. Dort wird Fred Lebrasseur von einem Feuerlöschboot aus mit Leuchtstäben die Musiker dirigieren: Auf seine Zeichen mit dem roten Stab spielt die „rote Gruppe“, bei Grün die „grüne“. Verschiedene Zeichen mit den Stäben  und Rufe geben den Musikern zusätzliche Hinweise, was sie tun müssen. Wasserfontänen, Laser-Licht und natürlich das Typhon des Feuerlöschboots ergänzen die Musik zum Gesamtkunstwerk.

Für den Kanadier, der schon einige Hafensinfonien gesehen und gehört hat, ist jede ein neues Erlebnis: „Ziel ist, die Besonderheiten jedes einzelnen Hafens zu nutzen, in dem sie spielt. Das machte jede einzelne einzigartig.“ Dass er in Rostock mit einer internationalen Truppe arbeitet, erhöht den Reiz für ihn: „Leute zu treffen mit teils sehr unterschiedlichen Auffassungen von Musik – das ist einer der Hauptgründe, warum ich so gern als Musiker durch die Welt reise.“ Von Rostock aus geht es für ihn gleich weiter nach Japan.

Dass er in Warnemünde nicht auf etwas trommeln darf, nun: „Es stimmt, dass ich unglaublich gern mit den Trommelstöcken musiziere, vor allem improvisiere. Aber in Rostock darf ich mit etwas ganz Seltenem spielen: einem riesigen Orchester, das besteht aus 24 Musikern, einem Typhon, zehn Segelbooten, Laserstrahlen und und und …“

Die „Harbour Symphony“ beginnt am Sonnabend, 14. Juli, um 22 Uhr zwischen den Köpfen von Mittel- und Ostmole in Warnemünde. Zusehen und –hören lässt es sich am besten von der Mittelmole aus. Der Eintritt ist frei.

Von Dienstag, 10. Juli, bis Freitag, 13. Juli, jeweils um 18 Uhr präsentieren die Künstler aus Dänemark, Deutschland, Litauen, Polen und Schweden ihre eigene Musik auf dem Alten Strom/Südende (hinter der Bahnhofsbrücke). Auch dort wird kein Eintritt verlangt.

Quelle: POP KW Landesverband für populäre Musik und Kreativwirtschaft e.V., Foto 2: PopKW

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