Jutta Voigt: „Westbesuch“ - Lesung in Rostock

Vom Leben in den Zeiten der Sehnsucht – Lesung bei Thalia

12. November 2009, von
Rostock: Lesung Westbesuch von Jutta Voigt
Rostock: Lesung Westbesuch von Jutta Voigt

Mit ordentlich Vorschusslorbeeren gesegnet, sollte Frau Jutta Voigt zu überzeugen wissen. Und sie tat es. Mit charmanter „Berliner Schnauze“ sorgte die Autorin für einen unterhaltsamen Abend. Mit der Lesung „Westbesuch“ endet nun auch erst einmal die Ost-West-Reihe der Thalia-Buchhandlung Rostock.

Dabei ist das Buch von Frau Voigt sicherlich eines der lustigsten über diese durchaus ernste Thematik. In ihrem Buch sind traurige und heitere Passagen zu finden, denn Trauer und Glückseligkeit gehören untrennbar zusammen, so die Schriftstellerin.

Lesung "Westbesuch" von Jutta Voigt in Thalia-Buchhandlung Rostock
Lesung "Westbesuch" von Jutta Voigt in Thalia-Buchhandlung Rostock

Unter anderem werden die berühmten Westpakete thematisiert. Der gute Albrecht Kaffee aus dem ALDI ist auch mir noch ein Begriff. Der Osten dachte: „welch ein edles Gesöff“. Dabei tranken die doch im Westen nur Jacobs Krönung, oder? Oder auch die Authentizität der jeweiligen Besuche von Ost nach West bzw. andersherum war Gegenstand des Abends.

Im Gespräch mit den Hörern waren unterschiedliche Meinungen zu vernehmen. Ich persönlich kann mich noch sehr gut an den „Intershop“ bei uns am Marktplatz erinnern. Wenn mal wieder 1 DM zu bekommen war, freute ich mich riesig auf mein kleines Überraschungs-Ei.

Jutta Voigt bei der Lesung von "Westbesuch" in der Rostocker Thalia-Buchhandlung
Jutta Voigt bei der Lesung von "Westbesuch" in der Rostocker Thalia-Buchhandlung

In diesem Zusammenhang fiel der Satz: „Der Duft des Westens ist verflogen“. Damit ist der Duft beim Betreten des „Intershops“ oder das Aroma beim Öffnen des Westpaketes gemeint. Unbekannte Düfte gepaart mit riesiger Vorfreude und unbewusster Gehirnleistungen vermochten einen einzigartigen Wohlgeruch von Freiheit zu entfachen, dem Sehnsuchtsgeschmack.

Auf eine erfrischend sympathische Art kreierte Jutta Voigt ein biografisch angehauchtes, aus Archivbestandteilen und 24 Erzählungen bestehendes Buch. Wichtig war ihr bei ihrem Werk, dass sich sowohl die „Ossis“ als auch die „Wessis“ angesprochen fühlen. Das bisherige Feedback der Lesungen konnte diesem Anliegen absolut Rechnung tragen. Abschließend bestätigte die Verfasserin des Werkes „Westbesuch“ auf eine herrlich frische Art: „Ick bin durch und durch Ossi“.

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