Kabarett Rohrstock: Uniwersieeträgt 1.5 - Herbstpremiere

Deutschlands dienstältestes Studentenkabarett feiert am 12. November 2011 Herbstpremiere im Peter-Weiss-Haus

Studenten-Ensemble ROhrSTOCK (v.l.n.r.): Melanie Rahn, Antonia Mickeleit, Philipp Wöller, Sebastian Eberhard, Christina Stratmann
Studenten-Ensemble ROhrSTOCK (v.l.n.r.): Melanie Rahn, Antonia Mickeleit, Philipp Wöller, Sebastian Eberhard, Christina Stratmann

Am Samstag, dem 12. November präsentiert das dienstälteste Studentenkabarett Deutschlands die Premiere seines Herbstprogramms „Uniwersieerträgt 1.5“ im Peter-Weiss- Haus. Das fünfköpfige Spaßensemble wird Studienkatastrophen, Qualitätskontrollen und die aktuellen Bildungsbedingungen auf’s Korn nehmen: Kabarett für alle Bildungsbetroffenen. Änne Cordes sprach mit Rohrstock-Organisatorin Antonia Mickeleit (23) über das Ensemble mit Immatrikulationshintergrund.

Änne Cordes: Antonia, du spielst gerade deine zweite Spielzeit im Studenten-Ensemble der Rohrstöcke und bist die Organisatorin für die laufende Spielzeit im Wintersemester – wie wurdest du rekrutiert?

Antonia Mickeleit: Eine Kommilitonin hat mich zu einer Premiere eingeladen und ich saß da in der Vorstellung und hab gedacht „Boah, das will ich auch machen!“. Dann habe ich einen kleinen Bewerbungstext per E-Mail geschickt und wurde zum Casting eingeladen, wo ich vom Fleck weg aufgenommen wurde.

Wie läuft so ein Casting ab? Kann man sich das wie die Dieter-Bohlen-Jury vorstellen?

Na, man muss sich schon ein bisschen vorbereiten, aber im Grunde geht es darum, zu zeigen, dass man Spaß auf der Bühne hat und eine Show abziehen kann. Dafür sollte ich vor der Gruppe zum Beipiel Zungenbrecher aufsagen und pantomimisch etwas darstellen. Wenn man davor keine Scheu und Begeisterung für die Bühne hat, reicht das – alles andere kann man immer noch üben. Bewerben kann man sich übrigens immer, die Castings finden meist am Ende der alten oder am Anfang der neuen Spielzeit statt.

Der Jahrestag des bundesweiten Bildungsstreiks steht am 17. November bevor und auch in Rostock soll es wieder Demonstrationen geben. Ist es Zufall, dass sich euer Herbstprogramm auch um dieses Thema dreht?

Nein, das ist kein Zufall. Das Programm entsteht immer aus unseren eigenen Erlebnissen und der Bildungsstreik ist etwas, das uns und Studenten im Allgemeinen bewegt.

Was sind denn die Schwerpunkte des Programms?

Zum einen geht es um die Prüfungsmodalitäten, also das Chaos um Prüfungen, das die meisten Studenten schon am eigenen Leib erlebt haben. Außerdem haben wir die „Überbevölkerung“ und den darauf folgenden „Wohnungsmangel“ an der Uni aufgegriffen. Durch den Wegfall der Wehrpflicht sind ganz viele Erstsemestler an die Uni gekommen und das äußerst sich vor allem in überfüllten Hörsälen. Was uns auch stetig beschäftigt ist der studentische Geldmangel und kreative Ideen zur Geldbeschaffung. Mehr verrate ich jetzt aber nicht, den Rest müsst ihr euch schon selbst angucken!

Da ihr selbst allesamt Studenten seid, hat es euch an Inspiration bestimmt nicht gemangelt. Was war denn das abstruseste, was dir jemals in der Uni passiert ist?

Das war letztes Jahr als ich an einem schwarzen Brett las wie jemand dringend einen Platz im Kurs für Sprecherziehung suchte und dafür sogar einen 30€-Büchergutschein anbot. Das war der Hammer: Ein studentischer Schwarzmarkt für Kursplätze!

Ihr habt schon angekündigt, dass ihr auch singen werdet, wer schreibt denn eure Songs?

Ja, wir versuchen immer, ein Lied mit einzubauen, weil das die Vorstellung schön auflockert. Wenn wir inspiriert genug sind, schreiben wir die Songs selbst. Manchmal kriegen wir auch einen Text von unserem künstlerischen Leiter Michael Ruschke und machen daraus ein Lied.

Ihr spielt nicht nur bei der Kulturwoche, sondern auch in den Spielstätten des Volkstheaters, z.B. in der Kleinen Komödie in Warnemünde und im Theater im Stadthafen (TiS). Wann und wo kann man euch das nächste Mal live und in Farbe erleben?

Am 16. November treten wir im Bunker auf. In der Vorlesungszeit versuchen wir, drei bis vier Mal pro Monat aufzutreten, das schaffen wir zwar nicht immer, aber wir bemühen uns!

Vielen Dank, Antonia.

Hintergrund

Wer oder was sind ein, zwei, drei, vier, fünf Rohrstöcke?

Zum aktuell praktizierenden Studenten-Ensemble gehören die beiden „alten Hasen“ Melanie Rahn und Sebastian Eberhard (beide seit April 2010 dabei), Antonia Mickeleit (seit April 2011) und die beiden „Küken“ Christina Stratmann und Philipp Wöller, die im November 2011 frisch dazu gestoßen sind. Zusammen haben sie das Herbstprogramm „Uniwersieerträgt 1.5“ auf die Beine gestellt, das am 12. November im Rahmen der 25. Rostocker Kulturwoche Premiere feiert.
Das Studentenkabarett ROhrSTOCK wurde 1970 von Doktor Wolfgang Dalk und einigen Lehramtsstudenten der Uni Rostock gegründet. Heute besteht das Kabarett aus drei Gruppen. Das ist die aktuell spielende Gruppe, bestehend aus Studenten und Akkus, außerdem die Oldies – Alt-ROhrSTÖCKe, die einfach nicht aufhören können – und die Gruppe, die das Sommerprogramm spielt. Dabei wirken wechselnde Darsteller aus alten oder derzeitigen Programmen mit, die auch
einfach nicht aufhören können.

Foto: Kabarett ROhrSTOCK

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