Feuerwehr, Polizei, weitere Hilfskräfte und technische Sachverständige sind seit Freitagnachmittag, 23. Oktober, am Hellingkran in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt im Einsatz, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Nach bisherigen Erkenntnissen ist eine tragende Strebe des Auslegers beschädigt, die genaue Ursache ist noch unklar. Es besteht die Gefahr, dass sich Teile der Konstruktion lösen und herabstürzen. Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt.

Ein aufmerksamer Passant hatte auf mögliche Schäden hingewiesen, woraufhin der Trägerverein umgehend eine technische Prüfung veranlasste. Den Ausleger aus der Nähe zu untersuchen, ist aus Sicherheitsgründen nur mit Drohnen möglich.

Vorsorglich mussten die Bewohnerinnen und Bewohner von 44 Wohnungen sowie die Nutzer von 15 Gewerbeeinheiten in der Hellingstraße ihre Gebäude verlassen. Die meisten kamen bei Angehörigen, Freunden oder Bekannten unter. Zusätzlich richtete die Stadt eine Notunterkunft in einer Sporthalle ein, auch der Vermieter sicherte Unterstützung zu. Für das benachbarte Neptun-Einkaufszentrum besteht laut Stadt keine Gefahr.

Nahaufnahme des blauen Hellingkrans von unten vor wolkenlosem blauem Himmel: Der lange Ausleger ragt schräg nach links oben, an seinem Haken hängen ein gelber Lasthaken und ein Banner. Rechts das gelbe Kranhaus mit Fenstern, davor der gläserne Turm mit Wendeltreppe und Aufzug.
Ausleger und Kranhaus des historischen Hellingkrans auf der ehemaligen Neptunwerft in RostockFoto: Archiv

Für die Sicherung des Krans sind nach jetziger Einschätzung Spezial-Schwerlastkräne nötig. Ob und wann sie eingesetzt werden können, hängt vor allem vom Wetter ab. Wegen des aktuellen und vorhergesagten Windes ist ein Einsatz am Wochenende wahrscheinlich nicht möglich. Sachverständige prüfen anhand der vorhandenen Konstruktions- und Bauunterlagen, wie beschädigte Bauteile gesichert oder geborgen werden können. Der Verwaltungsstab der Stadt will am Sonntag, 25. Oktober, auf Grundlage der technischen Bewertungen und aktueller Wetterprognosen über das weitere Vorgehen entscheiden.

Der 1976 errichtete Hellingkran vom Typ Neptun PWK 40 zählt zu den technischen Denkmalen der Stadt und erinnert an den Schiffbau auf der früheren Neptunwerft. Der Kran ist 65 Meter hoch und hat eine Hubkraft von 40 Tonnen. Zwei Krane dieses Typs ermöglichten den Bau von mehr als 200 Fracht- und Spezialschiffen. Seit 2016 gehört er dem Förderverein Tradition Ostseeschiffahrt, der ihn zu einem Veranstaltungsort mit Übernachtungsmöglichkeit umbaute. Der Dauerbetrieb läuft seit Frühjahr 2024. Auf dem Kran gibt es zwei Schlafplätze und einen Veranstaltungsraum für bis zu 30 Personen. Außerdem dient er als Außenstelle des Standesamts Rostock, Paare können sich dort mit Blick über den Stadthafen trauen lassen.