Kaum ein Jahr nachdem die Rennbahnallee am Knoten Satower Straße Ende November 2025 wieder freigegeben wurde, folgt die nächste Vollsperrung. Diesmal ist der Abschnitt nördlich davon betroffen und sie dauert noch länger. Wie schon 2024 angekündigt, wird jetzt die Rennbahnalleebrücke über die Bahnstrecke abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.
Ab Montag, 26. Oktober 2026, laufen rund um die Brücke zunächst Vorbereitungen. Ab Donnerstag, 5. November, ist die Rennbahnallee dann von der Kreuzung Barnstorfer Ring/Trotzenburger Weg bis zum Tannenweg komplett gesperrt.
Laut Tiefbauamt ist die Baumaßnahme kompliziert. Vor allem die Sperrpausen für die Gleise, die die DB InfraGO AG vorgibt, bestimmen den Bauablauf. Deshalb sollen die Arbeiten voraussichtlich erst im ersten Halbjahr 2028 abgeschlossen sein.
Für provisorische Wege oder eine Behelfsbrücke ist im Baubereich zu wenig Platz. Fußgänger, Radfahrer und Autos werden deshalb großräumig umgeleitet.
Offizielle Umleitung wieder quer durch die Stadt
Wie schon bei der letzten Sperrung führt die offizielle Umleitung durch Hansaviertel und Südstadt: über Satower Straße, Parkstraße, Dethardingstraße, Schillingallee und Kopernikusstraße sowie über den Trotzenburger Weg. Als Alternative nennt die Stadt die Hamburger Straße.
Laut Umleitungsplan wird in beide Richtungen getrennt ausgeschildert:
vom Tannenweg zum Barnstorfer Ring mit den Zielen „Zoo“ und „Warnemünde“
in Gegenrichtung mit dem Ziel „Satow“
Hinweistafeln kündigen an, dass die Rennbahnallee aus Richtung Süden nur „frei bis Tannenweg“ ist. An mehreren Kreuzungen entlang der Strecke sollen die Ampelschaltungen an den veränderten Verkehr angepasst werden.
Trotzdem dürfte es vor allem im Berufsverkehr wieder eng werden. Wie bei der letzten Sperrung ist mit Staus an der Kreuzung Rennbahnallee/Kopernikusstraße (Neptunschwimmhalle) und in der Dethardingstraße zu rechnen.
Alternative: Rennbahnallee über Kritzmow umfahren
Wer aus dem Nordwesten in die Südstadt will und einen Umweg von rund sechs Kilometern in Kauf nimmt, kann die Innenstadt ganz umfahren. Dazu nimmt man den Westzubringer (B103) Richtung A20 bis zur Ausfahrt Kritzmow/Stäbelow und fährt dann direkt auf die Satower Straße. Anders als bei der letzten Sperrung gibt es auf der Strecke inzwischen keine Baustellen mehr. Auch der Knoten Satower Straße/Rennbahnallee ist fertig ausgebaut.
Über die K12 in Richtung Westen
Wer von Süden kommt, kann vor der gesperrten Brücke links in den Tannenweg abbiegen. Er geht in den Klein Schwaßer Weg über, die Kreisstraße K12, die weiter in Richtung Bad Doberan führt. Die K12 ist inzwischen fertig ausgebaut.
Dass das zeitgleich mit der letzten Sperrung der Rennbahnallee geschah, war kein Zufall. Tiefbauamtschef Heiko Tiburtius hatte damals erklärt, über den Tannenweg solle eine Ausweichstrecke nach Westen zur Verfügung stehen, sobald die Rennbahnalleebrücke erneuert wird.
Schleichweg über Groß Schwaß
Die K12 ist auch Teil einer deutlich kürzeren Verbindung zum Barnstorfer Ring und damit zum Westzubringer. Für viele Autofahrer aus dem Rostocker Nordwesten ist das die interessantere Strecke und viele Navis werden sie vermutlich vorschlagen. Kurz nach dem Tannenweg biegt sie rechts ab. Sie führt allerdings mitten durchs Wohngebiet Groß Schwaß und über einen etwas holprigen Plattenweg zum Barnstorfer Ring. In umgekehrter Richtung biegt man vom Barnstorfer Ring rechts in den Groß Schwaßer Weg ab, Richtung Neuer Friedhof. Der Umweg beträgt nur etwa 3,5 Kilometer.
Eine Empfehlung ist der Schleichweg trotzdem nicht. Das Tiefbauamt bittet ausdrücklich darum, die ausgeschilderten Umleitungen zu nutzen, und die Anwohner in Groß Schwaß dürften über zusätzlichen Durchgangsverkehr kaum erfreut sein. Bei der letzten Sperrung hatte die Stadt den Haubentaucherweg abgepollert, nachdem sich der Verkehr im Wohngebiet „Am Richtfunkturm“ verfünffacht hatte.
Ob es auch diesmal so weit kommt, ist offen. Zuständig wäre allerdings nicht die Stadt Rostock - Groß Schwaß gehört zum Landkreis.
Umleitung für Fußgänger und Radfahrer
Zu Fuß oder mit dem Rad geht es westlich über Tannenweg, Westfriedhof und Barnstorfer Ring. Östlich führt die Umleitung über die Tiergartenallee und den Dr.-Lorenz-Weg Richtung Innenstadt.
Betroffen sind auch zwei touristische Radrouten, der Warnowtal-Rundweg und der Westliche Backstein-Rundweg. Für sie stehen Wegweiser mit den Zielen „Warnemünde“ und „Schwaan“ bereit. An beiden Enden der Sperrung informieren zusätzlich Übersichtskarten über die Umleitung.
Straßenbahn fährt nicht mehr zum Neuen Friedhof
Für Fahrgäste der RSAG ändert sich einiges schon ab dem 26. Oktober, also vor der eigentlichen Vollsperrung:
Straßenbahnlinie 3: fährt nur noch bis zum Platz der Jugend.
Straßenbahnlinie 6: fährt nur noch bis zum Zoo.
Neuer Friedhof: Die Haltestelle wird auch nach der Bauzeit nicht mehr mit der Straßenbahn erreichbar sein, denn die Verbindung über die Brücke entfällt dauerhaft. Gegen die Entscheidung gab es Beschwerden von Anwohnern. Die RSAG hatte sie mit dem sehr geringen Fahrgastaufkommen auf dem Abschnitt begründet.
Buslinie 28: fährt vom Holbeinplatz nur noch bis zum Zoo statt bis zum Campus Südstadt, wie schon während der letzten Sperrung.
Buslinie 29: fährt ab Wüsteney über Neuen Friedhof und Campus Südstadt hinaus weiter, durch Parkstraße, Dethardingstraße, Schillingallee und Kopernikusstraße bis zum Zoo. Tagsüber fährt sie im 20-Minuten-Takt.
Weitere Informationen gibt es auf rsag-online.de.