Barrierefreier Umstieg zwischen Bus und Bahn

Für einen barrierefreien Einstieg in Bus und Straßenbahn baut die RSAG 18 Haltestellen um – neue Niederflurstraßenbahnen ab Sommer 2013 in Rostock unterwegs

5. September 2012, von
Angela Schulz
Angela Schulz

Rollstuhlfahrerin Angela Schulz ist gern mit Freunden in der Stadt unterwegs. Von Reutershagen fährt sie mit der Bahn und dem Bus in die Lange Straße oder macht einen Ausflug nach Warnemünde. Alle Strecken legt die 55-Jährige mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Doch manchmal gibt es Probleme. Wenn der Abstand zwischen dem Fahrzeug und dem Bordstein zu groß ist, wird  das Einsteigen für die Rollstuhlfahrerin zur Herausforderung. Das soll sich nun ändern: Die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) baut um. Am Montag wurde die erste neu gestaltete Haltestelle in Evershagen Süd in Betrieb genommen. „Eigentlich war ja ein anderer Umbau geplant. Doch nach den Zweifeln der Rollstuhlfahrer hat die RSAG schnell reagiert“, zeigt sich Angela Schulz heute nach der ersten Probefahrt überzeugt.

Andreas Lüdtke
Andreas Lüdtke

Die Idee kommt einem Ideal gleich: Rostocks Personennahverkehr soll barrierefrei sein. Dazu werden die Tatrabahnen abgeschafft, die im Moment hauptsächlich auf der Linie 1 fahren. Während der zweite Wagen stets niederflurig ist, also fast ebenerdig fährt, hat der erste Wagen immer zwei Stufen, die den Einstieg für alle Gäste auf Rädern unmöglich machen. „Die 13 neuen Bahnen werden alle niederflurig und zu 100 Prozent barrierefrei sein“, kündigt Andreas Lüdtke, Abteilungsleiter für den Technischen Service, Betriebsanlagen und Fahrzeuge der RSAG, an. Die Straßenbahnen, die nächsten Sommer nach und nach auf Rostocks Gleisen eingesetzt werden, würden jedoch mit den derzeitigen Borden an Haltestellen, die auch von Bussen angefahren werden, kollidieren. Deshalb hat die RSAG damit begonnen 18 kombinierte Haltestellen umzubauen.

Bruno Olms kann ohne Probleme ein- und wieder aussteigen. Der Bus und die Kante sind auf gleicher Höhe
Bruno Olms kann ohne Probleme ein- und wieder aussteigen. Der Bus und die Kante sind auf gleicher Höhe

In der Umsetzung sieht es dann so aus: Der Abstand zwischen den Straßenbahngleisen und der Kante der Haltestellen wird auf 24 cm vereinheitlicht. Dadurch entstehen gleiche Einstiegshöhen für Bus und Bahn. Auch die Form der Kombi-Haltestellen wird an Busse und Bahnen angepasst. Andreas Lüdtke erläutert die neue Entwicklung: „Der Busfahrer muss beim seitlichen Anfahren auf die Kante achten und kann die Höhe durch die Absenkfunktion individuell einstellen. Falls es doch noch zu Problemen kommen sollte, gibt es jedem Bus noch eine Klapprampe, die Schwierigkeiten überbrücken kann.“ Innerhalb der nächsten sechs Monate sollen alle Busse umgerüstet werden.

Die Kosten für die Veränderung belaufen sich auf 37.000 Euro und werden vom Unternehmen selbst getragen.

Während einige Stationen nur von den Fledermauslinien F1/ F2 angefahren werden, sind die folgenden Haltestellen auch im Tagesverkehr aktiv in Benutzung:

  • Steintor
  • Doberaner Platz
  • Saarplatz
  • Parkstraße
  • Evershagen-Süd

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