Tag des offenen Denkmals 2016 in Rostock und Warnemünde

Von Warnemünde bis in die Rostocker Innenstadt – am 11. September 2016, dem diesjährigen Tag des offenen Denkmals, steht das Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ im Mittelpunkt

Auch das Stadtpalais in der Koßfelderstraße 11 öffnet zum Tag des offenen Denkmals seine Türen (Foto: Archiv)
Auch das Stadtpalais in der Koßfelderstraße 11 öffnet zum Tag des offenen Denkmals seine Türen (Foto: Archiv)

Unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ erwarten Interessenten am diesjährigen Tag des offenen Denkmals am 11. September 2016 in der Hansestadt Rostock wieder spannende Offerten.

Neben als Sehenswürdigkeiten bekannten Denkmalen wie Kirchen, Klöstern und zahlreichen weiteren öffentlichen Gebäuden stehen die Türen für Besichtigungen auch bei ansonsten eher schwer zugänglichen Denkmalen offen. Dazu zählen das ehemalige Telegraphenamt in der Buchbinderstraße 1 -3, das Treppengiebelhaus in der Lagerstraße 26 und das ehemalige Elektrizitätswerk in der Bleicherstraße 1.

In der ehemaligen DDR setzten sich Bürgerinnen und Bürger bereits sehr früh ehrenamtlich für die Erhaltung gefährdeter Bausubstanz ein. Dies geschah parallel zur staatlichen Denkmalpflege über den Kulturbund und oft durchaus im Einvernehmen mit der in ihrem Handlungsspielraum eingeschränkten Denkmalpflege der DDR. Obwohl die zur Verfügung stehenden Baumaterialien und Geldmittel knapp waren, konnten auf diese Weise viele kostbare historische Bauten vor dem Abriss bewahrt werden.

Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz verdankt ihre Gründung 1985 dieser gesellschaftlichen Stimmung des erstarkenden Bürgerschaftlichen Engagements und dem zunehmend sichtbaren Handlungsbedarf für die Erhaltung historischer Bausubstanz in Deutschland. Seitdem wird in der Arbeit auf ein partnerschaftliches Miteinander mit privaten und öffentlichen Initiativen für Denkmalschutz und Denkmalpflege, mit Vereinen und ehrenamtlich Tätigen mit Denkmalbesitzern und Denkmalnutzern sowie mit Denkmalbehörden gesetzt.

Der Tag des offenen Denkmals ist geradezu ein Paradebeispiel dafür, wie es gelingen kann, diese Kräfte zu vereinen und zu einem großartigen Erfolg für die Wahrnehmung und Anerkennung der engagierten Arbeit Vieler für den Denkmalschutz und die Denkmalpflege zu machen. Die überwiegende Mehrzahl der am Denkmaltag geöffneten Bauten und Stätten stehen für einen gemeinschaftlichen Erfolg. Denn ohne das Zusammenspiel von Vereinen, Initiativen, Eigentümern, Gemeinden, amtlicher Denkmalpflege, diverser anderer Planungspartner in den Kommunen und Fachleuten wie Architekten, Restauratoren oder qualifizierten Handwerkern werden Denkmale nur selten erhalten. Das Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten" will allen Mut machen, sich weiterhin und vor allem gemeinsam für unser baukulturelles Erbe zu engagieren.

Zusätzlich ist eine Veranstaltung in das Programm zum Tag des offenen Denkmals aufgenommen worden, welche das diesjährige Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ überzeugend verkörpert. Engagierte Einwohnerinnen und Einwohner aus Evershagen haben einen Rundgang und eine Rundfahrt mit historischen Bussen organisiert, um die sieben Denkmale in ihrem Stadtteil vorzustellen. Denn nicht nur die Innenstadt hat historisch Interessantes zu bieten.

Im Zusammenhang mit der Errichtung des Wohngebietes Evershagen in den Jahren 1971 bis 1977 entstand unter Leitung von Peter Baumbach die Planung für ein ambitioniertes Stadtteilzentrum. Hervorgehoben wurde es durch ein aufwändiges bildkünstlerisches Programm. An sechs Giebeln entstanden großformatige Klinkerreliefs nach Entwürfen von Reinhard Dietrich. Die verschiedenfarbigen Klinker wurden bereits im Plattenwerk in die Betonplatten eingelegt und auf der Baustelle wie ein Puzzle zusammengefügt. Das Stelzenhaus zeigt Fußgängern, die von der S-Bahn kommen, die Sonne. Es folgen auf der linken Seite drei Giebel mit symbolischen Darstellungen der Luft (Vögel), Erde (Baum) und Wasser (Regen). Mit der Sonne zusammen sind es die vier Elemente der griechischen Philosophie. Höhepunkt der künstlerischen Inszenierung war das großformatige Wandbild von Ronald Paris „Von der Verantwortung des Menschen“. Es befand sich an der Rückseite des Einkaufszentrums „Am Scharren“. Inzwischen ist das ehemals farbkräftige Bild verblasst.

In der Bertolt-Brecht-Straße befinden sich zwei Giebelgestaltungen zu den Themen „Luftfahrt“ und „Drachen“. Zum Stadtteil Evershagen gehört auch das ehemalige Messegelände Schutow, das ab 1966 als Standort für die jährliche Ostseemesse entwickelt wurde. In jenem Jahr entstand auch die interessante Hyparschalenkonstruktion von Ulrich Müther nach dem architektonischen Entwurf von Erich Kaufmann in Form von zwei versetzten Quadraten als Pavillon des Bauwesens.

Unterstützt wird die Tour vom Pablo-Neruda-Club, der WIRO Wohnen in Rostock Wohnungsgesellschaft mbH und der OstseeSparkasse Rostock. Die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldungen sind nicht erforderlich.

Treffpunkt Rundgang:
11. September 2016, 15.30 Uhr „Am Scharren“ Rückseite Bertolt-Brecht-Straße 23
Erläuterung des Bildprogrammes der vier Elemente und des ursprünglichen Wandbildes,danach Gang zur Bustour

Treffpunkt Bustour:
11. September 2016, 16.00 Uhr Haltestelle Thomas-Morus-Straße, Ecke Bertolt-Brecht-Str. 21 (Giebel Drachen)
Fahrt mit historischen Bussen durch Evershagen und zum ehemaligen Messegelände Schutow mit geschichtlichen Erläuterungen

Quelle: Hansestadt Rostock, Pressestelle

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