5. Indoor Cup der Drachenboote in Rostock 2011

Feuer, Wasser und Sturm auf den Super-Cup in der Neptunschwimmhalle

9. Januar 2011, von

„Are you ready? Attention!“ Die Zuschauer verstummen. Die Anspannung wächst. „Go!“ Der Start ist freigegeben und zwei Mannschaften beginnen, um die Wette zu paddeln.

Nicht etwa auf offenem Gewässer – nein, das Rennen findet im 25-Meter-Becken der Rostocker Neptunschwimmhalle statt.

Insgesamt kämpfen 56 Mannschaften darum, zu zeigen, dass sie die Kraft und die Willensstärke von echten Wikingern besitzen, auch wenn sie ihr Drachenboot für die Zeit des Wettkampfes gegen ein kleineres Modell eintauschen mussten.

Groß und Klein zieht es in die Schwimmhalle der Hansestadt, um eine der größten Indoor Cup Veranstaltungen Deutschlands zu erleben.

5. Drachenboot Indoor Cup in der Neptunschwimmhalle
5. Drachenboot Indoor Cup in der Neptunschwimmhalle

Für alle diejenigen unter Euch, die sich wenig unter einem Drachenbootrennen in einem Schwimmbecken vorstellen können, versuche ich, es zu erklären, denn auch ich hatte mir bis zum 8. Januar 2011 nicht viel darunter vorstellen können.

Aber eigentlich ist es ganz einfach. Man nehme zwei Mannschaften, bestehend aus jeweils acht Personen, setze sie in ein Boot und dieses wiederum in ein Schwimmbecken.

Drachenboot Indoor Cup 2011 in der Neptunschwimmhalle
Drachenboot Indoor Cup 2011 in der Neptunschwimmhalle

So weit, so gut. Nun sorge man dafür, dass dieses Boot – möglichst ohne personelle Verluste – ziemlich genau den Mittelpunkt des Beckens erreicht. Nicht immer ganz einfach, da sich die beiden Gegner direkt gegenübersitzen und sich die Anspannung während des In-Die-Mitte-Gleitens stetig erhöht. Jedenfalls ist nun der Punkt gekommen, an dem der offizielle Schiedsrichter das Startzeichen gibt, sich alle Paddel ins Wasser bewegen und das Rennen beginnt.

5. Drachenboot Indoor Cup Rostock
5. Drachenboot Indoor Cup Rostock

Jede der beiden Mannschaften versucht daraufhin mit purer Muskelkraft und durch mächtiges Paddeln, das Boot möglichst schnell an das gegenüberliegende gegnerische Seil, das als „Tor“ fungiert, zu drücken. Quasi eine Art Tauziehen mit Paddeln.

In der Kategorie „Mixed“ muss ein Team aus mindestens vier Frauen bestehen. Weiterhin gibt es die Kategorien „Open“, bestehend nur aus Männern, „Ladies“, die reinen Frauenmannschaften, und die Kategorie „Jugend“, die dieses Jahr sogar international besetzt war. Eine dänische Mannschaft, die bereits an den Schülermeisterschaften im Drachenbootrennen teilgenommen hatte, kämpfte ebenfalls um den Titel. Und die Dänen konnten sich sehen lassen. Nach einer anfänglichen Niederlage rappelten sie sich wieder auf und belegten, getreu ihrem Motto „We are red, we are white, we are Danish dynamite!“, den 2. Platz und ließen sich damit gebührend feiern.

Mixed Team beim Drachenboot Indoor Cup in der Neptunschwimmhalle
Mixed Team beim Drachenboot Indoor Cup in der Neptunschwimmhalle

Sieger der einzelnen Kategorien waren die SV Breitling Ladies (Kategorie: Ladies), die SCN Jugend (Kategorie: Jugend) und die Bremer Babbeler (Kategorie: Open). Die Kategorie „Mixed“ wurde aufgrund der hohen Teilnehmerzahl dreigeteilt. Somit gab es drei Sieger. Im LT-Cup siegten die Bremer Babbeler, im SV Breitling-Cup die Fool Fighters und im Coca Cola-Cup die Rostocker Knochenbrecher. Unter diesen 3 Finalisten wurde danach der jährliche Wanderpokal vergeben, den sich die schnellste und stärkste Mannschaft des ganzen Wettkampfes sicherte. Bereits zum vierten Mal in Folge gewannen die Rostocker Knochenbrecher den Super Cup mit einer genialen Zeit von 42:09 Sekunden. Herzlichen Glückwunsch!

Feuershow beim Drachenboot Indoor Cup in der Neptunschwimmhalle
Feuershow beim Drachenboot Indoor Cup in der Neptunschwimmhalle

Damit das Publikum auch zwischen den einzelnen Rennen etwas zum Staunen hatte und auch die Sportler einmal verschnaufen konnten, sorgten die Santinis für Abwechslung und Unterhaltung. Mit ihren akrobatischen Tanzeinlagen in Verbindung mit mehreren gefährlichen Spielen rund um das Thema Feuer wurde nicht nur dem Publikum ganz warm ums Herz. Auch der extra verlegte Teppich war Feuer und Flamme (zumindest kurzzeitig). Eben ein perfektes Pendant zu der Wassershow der Sportler.

Mark Mainas vom Organisationsteam
Mark Mainas vom Organisationsteam

Dass dieses Programm und der gesamte Ablauf des Tages so gut funktionierte, „verdanken wir am meisten unseren vielen kleinen und großen Helfern, ohne die das Ganze heute nicht möglich gewesen wäre“, verrät mir Mark Mainas (37) vom Sportverein Breitling e.V., der für die Organisation zusammen mit dem LT-Club und der Sportjugend Rostock verantwortlich war. Mit einem Lächeln im Gesicht antwortet er auf die Frage nach seiner Zufriedenheit mit der Veranstaltung, dass „es ihm sehr gefällt“ und macht sich gleich darauf wieder an seine Arbeit, damit das auch gewiss so bleibt.

Und eines kann ich Euch versichern, er hat seinen Job gut gemacht. Denn es ist nicht „Aus!“ (das ist das Schiedsrichtersignal für ein beendetes Rennen, falls Ihr das noch nicht wusstet), sondern wird im nächsten Jahr hoffentlich mindestens genauso erfolgreich fortgesetzt.

Seid Ihr dann vielleicht auch (wieder) mit von der Partie?!

Video vom Super-Cup-Finale:

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