Die Astronomische Uhr in der Marienkirche

Ein einzigartiges technisches Meisterwerk

28. Dezember 2009, von

Astronomische Uhr in der Marienkirche Rostock Im Rahmen der Langen Nacht der Museen 2009 erblickte ich in der Sankt-Marien-Kirche in Rostock die Astronomische Uhr. Es handelt sich bei diesen Konstruktionen um mechanisch anspruchsvolle Uhren, die außer der Uhrzeit auch astronomische Gegebenheiten darstellen. Die Mondphasen oder der Sonnenstand wären hier zu nennen.

Dieses einzigartige technische Meisterwerk ist in Rostock hervorragend erhalten und lockte schon eine Vielzahl Besucher an seine Zeiger. Zudem ist es die älteste noch mit Originalteilen erhaltene Uhr im norddeutschen Raum. Deratige kunstvoll verzierte Uhren wurden im 14. Jahrhundert gebaut und sind in 3 Bauarten unterteilt. Die Rostocker Uhr gehört zur „Gattung“ der Hanseatischen Astronomischen Uhren, die kirchlich ausgerichtet und unter anderem noch in Lübeck, Stralsund und Bad Doberan zu finden sind. Weitere Arten wären die Monduhren und die Reichsstädtischen Astronomischen Uhren.

Sankt-Marien-Kirche Rostock: Astronomische Uhr 1472 schuf der Uhrmacher Hans Düringer die Astronomische Kunstuhr für die Sankt-Marien-Kirche in Rostock. Das Hauptuhrwerk ist fast vollständig erhalten geblieben und muss genauso wie Kalenderwerk, Glockenspiel, Apostelgang und Stundenglocke täglich per Hand aufgezogen werden.

Während des 30-Jährigen Krieges im Jahr 1642 wurde die Uhr umgebaut und erweitert. Der beindruckende Apostelgang und das Renaissancegehäuse wurden hinzugefügt. Jeweils um 12 und um 24 Uhr bewegen sich ganz oben auf einer herausragenden Plattform sechs Figuren (Evangelisten und Apostel). Diese werden von dem in der Mitte befindlichen Christus gesegnet. Nur die letzte Figur, der sogenannte Judas, wird nicht gesegnet und muss vor verschlossener Tür stehen bleiben.

Wenn man bedenkt, dass dieses mit viel Liebe zum Detail gestaltete Meisterwerk schon mehrere hundert Jahre alt ist, muss das handwerkliche Geschick der damaligen Erbauer umso mehr geschätzt werden. Wer also mal in der Nähe der Marienkirche Rostock ist, sollte sich dieses imposante „Stück Geschichte“ nicht entgehen lassen.

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