MV verschärft den Corona-Lockdown

Schulen und Kitas in MV müssen ab dem 19. April schließen, dies gilt auch für die meisten Geschäfte und körpernahe Dienstleistungen – zudem gelten nächtliche Ausgangsbeschränkungen

15. April 2021, von
MV verschärft den Corona-Lockdown
MV verschärft den Corona-Lockdown

Mecklenburg-Vorpommern verschärft den Corona-Lockdown. Das erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) heute Abend nach dem MV-Gipfel mit Vertretern von Kommunen, Wirtschaft, Gewerkschaften und Sozialverbänden.

Schulen, Kitas und der Einzelhandel müssen ab Montag schließen. Es gelten schärfere Kontaktbeschränkungen im Privatbereich und nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Morgen sollen die Vorschläge im Landtag debattiert werden und am Montag in Kraft treten.

„Wir alle sehen die aktuelle Corona-Lage im Land mit großer Sorge. Die Corona-Zahlen sind nach Ostern deutlich angestiegen.“ Noch schwerwiegender jedoch sein, dass die Krankenhäuser steigende Auslastungen melden. Ärzte und Pfleger seien am Limit, hätte Dr. med. Jana Protzel-Scheer, Chefärztin für Intensivmedizin an der Schweriner Klinik, heute noch einmal bestätigt, so Schwesig. Planbare Operationen würden bereits verschoben.

„Es könnte jede und jeden von uns treffen – unseren Partner, unsere Eltern, unsere Geschwister, unsere Freunde und deshalb müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass es zu dieser Überlastung nicht kommt, sondern dass jeder Bürger gut behandelt werden kann“, warb die Ministerpräsidentin um Verständnis für die Maßnahmen.

Kitas und Schulen

Alle Kitas und Schulen im Land stellen ab Montag auf den Notbetrieb um, es gibt nur noch Distanzunterricht. Für Kita-Kinder und Schüler bis zur 6. Klasse soll eine Notbetreuung angeboten werden.

Die Abschlussklassen können weiter in die Schulen gehen. Da die zwölften Klassen keinen Unterricht mehr haben, werden die elften zugelassen. Auch die zehnten Klassen können – insbesondere an den Regionalschulen – weiter zur Schule gehen. Prüfungen sollen stattfinden. Genaue Informationen zum Schulbetrieb werden morgen bekanntgegeben.

Sobald die Inzidenz landesweit wieder stabil unter 100 liegt und es erste Entspannungssignale aus den Krankenhäusern gibt, sollen Kitas und Schulen wieder schrittweise öffnen.

Kontaktbeschränkungen

Jeder Haushalt darf sich nur noch mit einer weiteren Person treffen, Kinder bis 14 Jahre werden nicht berücksichtigt.

Handel, Dienstleistungen und Fahrschulen

Der Einzelhandel muss weitgehend schließen, auch das Einkaufen mit Termin („Click & Meet“) ist nicht mehr gestattet, nur der Abhol- und Lieferdienst ist weiterhin möglich. Geschäfte für Waren des täglichen Bedarfs dürfen weiter öffnen, dies gilt auch für Garten- und Baumärkte.

Im Bereich der körpernahen Dienstleistungen dürfen nur die Friseure weiterhin öffnen. Fahrschüler dürfen nur noch unterrichtet werden, wenn sie ihren Führerschein aus beruflichen Gründen benötigen.

Geöffnete Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen wieder geschlossen werden.

Zoos und Spielplätze bleiben geöffnet, Sport nur noch alleine oder zu zweit

„Klar ist, dass die Gefahren drinnen stärker sind als draußen“, sagt Schwesig. Die Außengelände von Zoos und Tierparks sollen ebenso geöffnet bleiben wie Außenspielplätze.

Sportliche Aktivitäten sind auf den Individualsport oder Sport zu weit beschränkt. Auch für den Kinder- und Jugendsport soll es keine Ausnahmen mehr geben.

Tourismus

Es bleibt beim Tourismus-Stopp – sowohl was Übernachtungen als auch den Tagestourismus von außerhalb des Bundeslandes betrifft. Die Maßnahmen werden sogar noch verschärft: Auch Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper aus anderen Bundesländern dürfen nicht mehr nach MV.

„Wenn wir jetzt nicht handeln, dann wird kein Sommerurlaub in Mecklenburg-Vorpommern möglich sein“, sagt Schwesig. Das würden die Prognosen klar zeigen. Je konsequenter jetzt gehandelt wird, desto eher seien Öffnungsschritte möglich.

Beschränkungen gelten landesweit

„Jetzt ist das ganze Land betroffen und deshalb gibt es auch landesweit einheitliche Regeln“, stellt die Ministerpräsidentin klar. Alle Einschränkungen gelten im gesamten Bundesland.

Einzige Ausnahme sind die Ausgangsbeschränkungen. Aus rechtlichen Gründen sind diese nicht fürs gesamte Land möglich. Jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt muss ab einer Inzidenz von 100 nächtliche Ausgangsbeschränkungen verhängen, wenn das Infektionsgeschehen diffus, also nicht lokal eingrenzbar, ist. Vom Bundesinfektionsschutzgesetz erhofft sich Schwesig mehr Rechtssicherheit in diesem Bereich, doch es „kommt zu spät“.

Wenn sich die Inzidenzen auf Kreisebene stark unterscheiden, wie es etwa in Rostock lange der Fall war, könne man differenziert vorgehen, so Schwesig. „Jetzt haben wir ein hohes Infektionsgeschehen im ganzen Land und deshalb müssen wir auch im ganzen Land handeln.“

Die Verordnung soll vorerst auf vier Wochen befristet werden. „Wier wollen jedoch nicht nach Zeit vorgehen, sondern uns ein gemeinsames Ziel vornehmen“, erläutert die Ministerpräsidentin.

Ziel sind Sieben-Tage-Inzidenzen von 100 und 50

Dieses Ziel lautet, so schnell wie möglich wieder landesweit unter eine Sieben-Tag-Inzidenz von 100 zu kommen, damit wieder mehr für Kinder in Kitas und Schulen ermöglicht werden kann. Im zweiten Schritt gehe es darum, „so schnell wie möglich Richtung 50 zu kommen, damit wir wieder weitere Öffnungen machen können“.

„Wir werden dabei nicht nur auf eine Inzidenz schauen“, betont Schwesig. Es soll eine Ampel weiterentwickelt werden, die auch Faktoren wie Impffortschritt oder Krankenhausbelastung berücksichtigt. „Aber auch wenn wir das alles berücksichtigen, sieht unsere Karte jetzt trotzdem sehr rot aus, weil wir einfach in allen Bereichen hohe Zahlen haben.“

Drei Szenarien berechnet

Prof. Lars Kaderali von der Universität Greifswald habe drei Szenarien durchgerechnet, erläutert Schwesig.

  1. Bleibt alles, wie es ist, würde das Gesundheitssystem in den nächsten Wochen zusammenbrechen. Die Infektionslage würde sich wahrscheinlich erst im August wieder entspannen, da vorher nicht ausreichend Impfungen zur Verfügung stehen, um der dritten Welle „substanziell“ etwas entgegenzusetzen. Öffnungen oder Tourismus wären bis dahin nicht möglich.
  2. Werden die Kontakte um 34 Prozent reduziert, könnte man in etwa acht Wochen wieder bei einer Inzidenz von 50 sein.
  3. Bei einer Kontaktreduzierung von 50 Prozent, was in etwa dem Lockdown aus dem letzten Frühjahr entspricht, könnte die 50er Inzidenz vielleicht in fünf Wochen geschafft werden.

Die Entscheidung sei auf den konsequenten, dritten Weg gefallen, so Schwesig. „Umso härter jetzt die Maßnahmen, umso zügiger kommen wir aus der Belastungssituation vom Gesundheitswesen und wieder in einen Gestaltungsspielraum.“ Der Fokus liege jedoch klar auf der Zielzahl für die Inzidenz, nicht auf den Wochen, stellt die Ministerpräsidentin noch einmal klar.

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6 Kommentare

  • dr.listemann sagt:

    Bullshit ! Die Politiker und deren Gefolge würden es sich immer selber zuschreiben, wenn mal die Sonne scheint, aber das tut sie auch sowieso ohne diese gesellschaftlich überflüssigen Leute. Hingegen haben diese „ach so weisen“ Politiker durch den bereits 1-1/4 Jahr andauernden Aktionismus absolut nichts Anderes erreicht, als fast alle Menschen unnötig in zusätzliches Leid zu stürzen, denn diese sind mittlerweile psychisch und wirtschaftlich weitaus kränker als mit einer alljährlichen (Pseudo-) Grippe. Seit dem es Menschen auf der Erde gibt, haben diese die Natur zunehmend zerstört und ihre Bindung und ihr Gottvertrauen in natürliche Heilkräfte verloren. All Diejenigen, die daran immer noch und auch jetzt mit ihren Pseudo-CORONA-Maßnahmen mitwirken, haben’s nicht besser verdient, wenn ihnen das selber mit Macht ins Gesicht zurückschlägt !

  • Lars K. sagt:

    Bullshit!

    Die Lebenserwartung ist den vergangenen Jahren erheblich gestiegen, die Kindersterblichkeit erheblich gesunden! Nicht wegen Gottvertrauen in natürliche Heilkräfte, sondern wegen moderner Medizin und vor allem auch Impfungen!

    Leb weiter in deiner Pseudo-Welt!

  • Tom Gartner sagt:

    Warum lässt rostock-heute.de eigentlich Schwurbler-Kommentare zu? Unklar.

  • Hans sagt:

    „Schwurbler-Kommentare“ hat mir gefallen, aber wer soll bestimmen welche Aussage geschwurbelt ist? Das Wahrheitsministerium?
    Noch sehr viel besser hat mir aber diese Aussage von Peter Hahne, ZDF-Journalist, gefallen: „Es ist einfach so: Sie werden als Nazi bezeichnet, schon wenn Sie nur die richtigen Fragen stellen“, schildert Hahne. „Diese Dämonisierung wird immer schlimmer. Vor 15 Jahren waren noch ganz normale konservative Thesen in der CDU aussprechbar. Dann waren diese Aussagen plötzlich erzkonservative Thesen, die vielleicht noch die Katholiken mit vertreten durften. Dann war es rechts, dann war es rechtsextrem, jetzt ist es Nazi.“ „Es sei offenbar leichter, „der herrschenden Linie der Mächtigen zu huldigen“ als sich in die Materie einzuarbeiten …“
    So ist es wohl auch beim Thema Corona, diese „Pandemie“ soll einzig mit Unterbindung sozialer Kontakte, Ausgangssperren und einer Mehrfach-Impfung mit unerwarteten Nebenwirkungen und unbekannten Langzeitfolgen bekämpft werden. Sobald man hinterfragt wird man angegriffen, aber jeder darf ja selbst entscheiden ob man als Proband in einem weltweiten Experiment mit genetischen Impfstoffen teilnehmen möchte.
    Masken sollen ja helfen aber die Zahlen steigen. Lockdo nee, Ausgangssperren sollen helfen aber die Zahlen steigen. Impfen als das NonPlusUltra soll helfen aber die Zahlen steigen. Am Ende sitzen wir alle weggesperrt, geimpft und getestet, mit Maske – aber die Zahlen steigen. Wo kommen denn die Zahlen her?
    Und wer ist denn nun eigentlich der Pandemie-Treiber? Nach vielen Tagen und Wochen Ausgangssperre steigen die Zahlen weiter, aber – die Schüler sind es nicht, – die Friseure waren es nicht, – der Einzelhandel ist es nicht, – die Gastronomie kann es nicht sein, – der Vereinssport ist es nicht, – die Fitnessstudios auch nicht, – Kinos, Museen, Theater, Zoo‘s, Rummel und Volksfeste auch nicht. Wo stecken sich denn jetzt noch Menschen an? Wir sollen alle geimpft werden, obwohl der Impfstoff äußerst fragwürdig und unsicher ist. Hat einer der Politiker bzw. Verantwortlichen die Menschen jemals aufgefordert etwas gutes für das Immunsystem zu tun? Wir erinnern uns an frühere Seuchen die uns schon alle töten sollten: West-Nil-Virus, SARS-Virus, Vogelgrippe, E. -coli-Bakterien, Schweinegrippe, Ebola, CO2 und jetzt CORONA …
    Da braucht mir keiner diese derzeitige Politik schönreden sondern einfach nur meine Meinung respektieren und selbst etwas nachdenken.
    Mir tun nur die Alten leid, die dieses Land damals aus Trümmern aufgebaut haben, und leider nicht begreifen können was hier wirklich passiert.
    Ich habe da ein Zitat im Kopf: Bombardiere das Volk zwei Monate mit einer Lüge und es wird die offensichtliche Wahrheit verweigern (sinngemäß).
    Ich wünsche Allen Gesundheit.

  • Lars K. sagt:

    Wer entscheidet, was Schwurbelei ist? Die Wissenschaft, die sich mit ganz großer Merheit einig ist, nicht die paar Verschwörungstheoretiker! Gesunder Menschenverstand genügt auch.

    Du hinterfragst nichts, du verbreitest nur Fake-News.

    Natürlich helfen Masken, Ausgangbeschränkungen und Lockdowns (einen richtigen hatten wir in Deutschland) bislang noch nie.

    Schau etwa noch Portugal, wo die Inzidenz von fast tausend auf unter 50 gefallen ist.

    Ohne Kontakte kann sich das Virus nicht verbreiten, so einfach ist das. Wo sich die Leute noch anstecken? Hauptsächlich im privaten Umfeld, in Kita/Schule (sind erst kurz geschlossen und viel zu viele gehen zur ‚Notbetreuung‘) oder auf Arbeit – kennst du beides nicht, oder?

    Wie gut Impfungen wirken, siehst du in Israel. Dort siehst du auch, dass der Impfstoff weder fragwürdig noch unsicher ist.

    Unischer ist es, nicht zu impfen. Jeden Tag stirbt in Deutschland immer noch ein Flugzeug voller Menschen an Corona (ja, vielleicht auch einer mit), von Long-Covid ganz zu schweigen. Wie viele an der Impfung?

    Versuch es mal mit nachdenken, statt nur die YouTube-Schwurbeleien nachzuplappern. Selbst zu denken tut nicht weh, wirklich nicht!

  • Leonie Zink sagt:

    Fälle der letzten 7 Tage in ganz MV: 2274.
    Das sind 0,1414% der Gesamtbevölkerung.
    Was für eine Pandemie!
    Das geht gar nicht! Das ist viel zu viel!
    Sperrt doch endlich alle Kinder weg, und die Eltern gleich mit!
    Lieferdienste gibt es doch. Wenn davon jedoch einer Elternteil ist… ist das natürlich doof.
    Verlassen wir uns auf unsere überaus fähigen Politiker, die uns den Impfstoff zuverlässig und zeitnah beschaffen und alle, die wollen, oder auch nicht, bald geimpft sind.
    Bleiben Sie gesund!

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