Emergenza Newcomerband Festival im Jaz

Bands rocken im Rostocker Jaz um die Wette

20. Dezember 2010, von
Scumfuck
Scumfuck

„Überraschung: Der Weihnachtsmann ist eine Frau“. Nun, das war nicht die einzige Überraschung am Auftritt der Band „Scumfuck“, von deren Gitarrist diese Aussage stammt. Zunächst einmal bewegt sich die Musik dieser Band irgendwo im Niemandsland zwischen Grindcore und Kinder- bzw., passend zur Jahreszeit, Weihnachtsliedern.

Überraschend war neben dem wirren Stilmix zudem die Tatsache, dass es sich eben um eine Frau handelte, die sich da durch die Lieder kreischte und grunzte. Alles andere als alltäglich im Bereich härterer Rockmusik. Zum Abschluss des Abends konnte die Band mit Liedern wie „Der Weihnachtsmann ist mein Freund“ oder „Rentier of Death“ in Kombination mit dem Auftreten auf jeden Fall noch einmal für Aufsehen sorgen. Sogar für die nächste Runde hat es gereicht.

Terminate
Terminate

Aber der Reihe nach. Am Freitag und Samstag spielten jeweils acht Bands im Rostocker Jugendalternativzentrum (Jaz) um den Einzug in die nächste Runde des Emergenza Newcomerband Festivals. Die Zwischenrunde wird im April oder Mai, wie bereits im letzten Jahr, im Mau Club stattfinden. Wer sich dort durchsetzt, fährt nach Berlin.

Gegründet wurde Emergenza im Jahre 1992 in Italien. 1996 kam die Veranstaltung nach Deutschland. Mittlerweile gibt es weltweit in 170 Städten Festivals dieser Art. So kämpften beispielsweise am Freitag auch in Sydney mehrere Bands um den Einzug in die nächste Runde. Wer sich im internationalen Wettbewerb am Ende durchsetzt, darf sich über die Finanzierung einer CD-Produktion oder über eine internationale Tour freuen.

In Deutschland verdanken Bands wie Emil Bulls oder Itchy Poopzkid den Emergenza Festivals ihren Durchbruch. In erster Linie geht es dem Veranstalter aber darum, einer Vielzahl von Nachwuchsbands eine Plattform zu bieten, auf der sie sich präsentieren können.

Vertigo Smog
Vertigo Smog

Den Anfang machten am Samstagabend Vertigo Smog mit Funkrock. Die Band sorgte insbesondere durch ihr schrilles Auftreten für Aufmerksamkeit, wobei die Platzierung der Band als Auftakt womöglich etwas unglücklich gewählt war. Ein bereits aufgewärmtes Publikum wäre sicherlich mehr auf die Band eingegangen. Die verrückten Outfits, die die Band auf Flohmärkten zusammenstellt, betrachten die vier Musiker als eine Art Ventil, die auch als Kritik an der heutigen Popkultur zu verstehen ist. „Wir stehen ernsthaft hinter der Musik, aber wir nehmen uns nicht zu ernst“, beschreibt die Band ihr Auftreten.

Schmmoos
Schmmoos

Schmmoos, die auch im Vorjahr schon dabei waren, spielten als zweite auf und wären mit ihrem gute Laune Rock vielleicht die bessere Wahl als Opener gewesen. Jedenfalls hat es für die Band auch in diesem Jahr wieder gereicht, um die Zwischenrunde zu erreichen.

Trust Fate
Trust Fate

Trust Fate aus Greifswald hatten anschließend zunächst ein wenig mit dem Sound zu kämpfen, wobei man den Technikern an diesem Abend trotzdem ein großes Lob ausstellen muss. Denn alle Bandwechsel konnten schnell vollzogen werden und der Sound war stets druckvoll.

Keine Soundprobleme gab es dagegen bei Mexicola, die ebenfalls im Vorjahr die zweite Runde erreichten. Sie zogen die Zuhörer mit ausufernden Arrangements mit bis zu neun Minuten Länge und Klangexperimenten zwischen Post Rock, Stoner Rock und Progressive Rock in ihren Bann.

Left Return
Left Return

Anschließend wurde die Gangart mit Bands wie Terminate, Message in Blood oder Left Return deutlich härter. Left Return aus Torgelow schienen zudem ihren Fan Club im Schlepptau zu haben und wurden mit Sprechchören auf der Bühne begrüßt. Wenig überraschend konnten sie sich am Ende mit den meisten Stimmen für die nächste Runde qualifizieren. Außerdem erreichten auch Terminate und Mexicola die Zwischenrunde.

Die Zuhörer bekamen jedenfalls über den ganzen Abend jede Menge Rock, Metal und nun ja Scumfuck zu hören. Letztendlich waren alle Bands gut und hätten es verdient gehabt, im Frühjahr im Mau Club spielen zu dürfen, was natürlich nicht möglich ist. Aber nächstes Jahr wird es ja wieder eine Chance geben und vielleicht klappt es ja dann.

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2 Kommentare

  • Emily sagt:

    Wenig Leute! Etwas schleppend der Abend!
    Ansonsten war es trotz des Fanclubs von Left Return ein verdienter Sieg und das trotz der weiten Anreise.
    Die vorletzte Band hätte es verdient weiter zu kommen.
    Scumfuck…naja
    Im Mau wird es hoffentlich besser

  • Junkie sagt:

    Moinsen,

    leider waren es nicht so viele Leute im JAZ. Lag aber an der großen Veranstaltung im MAU Club. Trotzdem witzig gewesen. Jede Band hat ihr Können bewiesen in ihrem Musik-Style. Gute bunte Mischung. Warum man auf Scumfuck rumhackt? Keine Ahnung. Schließlich hat man sie zugelassen und sollte schon aus Anstand niemanden schlecht reden. Die Band hat schließlich gut unterhalten. Darauf kommt es doch an. Sie sind ja nicht ohne Grund eine Runde weitergekommen…

    Ich freu mich schon aufs Mau im April. Mal schauen, wie das so wird.

    ICH FORDERE TOLERANZ IM MUSIC BUSINESS!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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