„Ganz Schön Feist“ im Theater im Stadthafen

Das Trio trat mit seinem Best-of-Programm „The Yellow from Egg“ im Rostocker Stadthafen auf

12. März 2011, von

„Was ist passiert? Ihr habt euch irgendwie vermehrt“, stellte Rainer Schacht bei einem Blick in den Zuschauerraum fest. Als das Acappella-Comedy-Trio Ganz Schön Feist vor rund drei Jahren schon einmal im Stadthafen aufgetreten war, hatte es anscheinend nicht so viele Zuschauer gegeben wie gestern Abend. Diesmal war das Theater nahezu ausverkauft.

Ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum feiern die Drei derzeit mit ihrem neuen Best-of-Programm „The Yellow from Egg“, welches sie gestern auch in Rostock präsentierten. Als sie im Vorfeld ihre rund 130 Songs durchgegangen waren, um zu entscheiden, welche es ins Programm schaffen sollten, gab es drei Gruppen. Songs, die unbedingt rein mussten, Songs, bei denen sie sich nicht ganz sicher waren und Songs, die auf gar keinen Fall gespielt werden sollten.

"Ganz Schön Feist" im Theater im StadthafenNun ja, sie mussten selbst zugeben, dass sie sich letztendlich nicht an diese Auswahl gehalten haben. „Nachruf“ sollte eigentlich nicht gespielt werden, hatte es aber als drittes Lied ins Programm geschafft. Größtenteils spielten sie jedoch Lieder, die den ersten beiden Gruppen zuzuweisen waren.

Mit Liedern wie „Partyelch“, „Lambadabar“ oder „Gammelfleischparty“ brachten sie das Publikum in Mitsing- und Mittanz-Stimmung. „Beim Festival der Falten tanzen die Kadaver, die Tanzfläche bebt unter dem Krampfadergeschwader“, sangen sie und alle lachten.

Mathias ZehDass sie aber auch nachdenklich können, zeigten sie mit Liedern wie „Guter Freund“ und „Warum sind wir hier“. So fragten sie sich: „Sind wir hier, um in einer Wohnung zu wohnen, die Schuhe auszuziehen, um den Teppich zu schonen?“ Zu einer Antwort kamen sie nicht. Aber sie stellten fest, dass unsere Welt sich mitten im Weltraum befindet: „Und denkt man drüber nach, wie groß der Weltraum ist, dann sind wir, wenn’s hochkommt, mal gerade so eben nicht viel größer als ein Fliegenschiss.“

Neben den Liedern konnten sich auch die Überleitungen sehen lassen. Mitunter waren diese vielleicht sogar lustiger als die Songtexte selbst. So stellten sie fest, dass die Männer im Publikum eigentlich nur anwesend seien, weil sie hofften, dass etwas vom Sexappeal der drei Künstler auf sie abfärben würde. Diese Erkenntnis brachte sie zu ihrem vermeintlich letzten Song. Sie versprachen, dass, wenn man sich an den Songtext hielte, eigentlich gar nichts mehr schief gehen könne. Mit ein bisschen „Aphrodisiakum“ würde alles gehen.

Wolfgang Mayer im Theater im StadthafenNatürlich war das noch nicht das Ende der Fahnenstange. Schließlich fehlten noch ein paar der bekanntesten Songs. „Es ist gut, wenn du weißt, was du willst“ und „Du willst immer nur f…“ durften natürlich nicht fehlen. Befand auch das Publikum und stimmte mit ein.

„Da sind sehr schöne Gags in den Texten, aber auch ein bisschen was Ernstes ist drin versteckt“, sagte Wolfgang Mayer, der an diesem Abend eigentlich erst etwas ganz anderes hatte machen wollen. „Aber ich bereue es nicht hierhergekommen zu sein“, sagte er.

Christoph Michael Jess, Mathias Zeh und Rainer Schacht als "Ganz Schön Feist"Trotz ihrer 20 gemeinsamen Jahre sei an ein Ende nicht zu denken, erklärten die drei „farbenblinden Musiker“. „Wir hören erst auf, wenn ihr alle auch keine Haare mehr auf dem Kopf habt“, versprachen sie. Und nach Rostock würden sie auch wieder kommen wollen, jetzt wo sie endlich ein volles Haus zusammenbekommen hatten. Das nächste Mal sei es ihr Ziel, in der Stadthalle aufzutreten. Man darf gespannt sein, ob sich das Publikum weiter vermehrt, um dann dieser Größenordnung gerecht zu werden.

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1 Kommentar

  • o0 sagt:

    Bester Artikel ever! :P

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