Kurt Krömer zu Gast in der Stadthalle Rostock

Komiker präsentiert sein Programm „Der nackte Wahnsinn“ und einige anzügliche Witze

14. März 2012, von
Kurt Krömer - „Der nackte Wahnsinn“
Kurt Krömer - „Der nackte Wahnsinn“

„Pass auf, ich zeige dir jetzt meinen kleinen Roststock.“ Auf diesen Witz freute sich Kurt Krömer nach eigener Angabe den gesamten Tag. 2400 Leute waren gestern in die Stadthalle gekommen, um sein aktuelles Programm „Der nackte Wahnsinn“ zu sehen. Unter ihnen war auch Steffi aus Neustrelitz, die Krömer zu sich auf die Bühne holte. Die junge Frau wurde ausgiebig abgeknutscht und durfte anschließend auf dem Schoß des Komikers Platz nehmen. Sie wirkte jedoch ein wenig überrascht, als ihr Krömer direkt eine gemeinsame Nacht im Hotel anbot.

Doch wahrscheinlich war das Angebot sowieso nicht ganz ernst gemeint, denn der Künstler ist vergeben und dreifacher Familienvater, was er auch während seines Programms immer wieder erwähnte. Besonders sein 13-jähriger Sohn sei im Moment in einer schwierigen Phase und nicht sehr zufrieden mit der Berufswahl des Vaters. „Neulich wollte er abhauen, ist aber in der Babyklappe stecken geblieben.“

Kurt Krömer zeigt sein aktuelles Programm 2012 in der Stadthalle
Kurt Krömer zeigt sein aktuelles Programm 2012 in der Stadthalle

Im Laufe des Abends durchlebte die Berliner Schnauze allerhand Stimmungsschwankungen. Mal war er charmant, teilweise sogar weinerlich, vor allem wenn es um sein Alter ging, doch viel häufiger war er aufbrausend und cholerisch. Doch gerade diese scheinbaren Anfälle gehören ja zu seinem Markenzeichen und wurden so auch mit viel Applaus aus der ausverkauften Halle gewürdigt. Er verriet jedoch, dass unter den Gästen mindestens 200 Statisten saßen, die für gute Stimmung sorgen und den Schein von Spontanität aufrechterhalten sollten.

Ob der Grimme-Preisträger das jedoch wirklich nötig hat, ist fraglich. Denn mit seiner kauzigen Art und den Witzen, die auch gern mal unter die Gürtellinie gingen, hat er sich in den letzten Jahren eine große Fanbasis aufgebaut. Immerhin waren gestern über 1000 Gäste mehr in der Halle als bei seinem ersten Auftritt in Rostock im Jahr 2006 im Rahmen der Kulturwoche.

Der Komiker brauchte nur einen Schreibtisch, seine Texte und ein Mikro
Der Komiker brauchte nur einen Schreibtisch, seine Texte und ein Mikro

Eines seiner Erfolgsrezepte ist sicher auch, dass er immer so redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. So erzählte er, dass er von den Scheinwerfern so geblendet sei, dass er nur die erste Reihe sehen könne. „Und mit der ersten Reihe haben wir heute leider optisch Pech gehabt.“ Doch das Publikum nahm ihm die Beleidigung nicht übel, befand es sich doch in guter Gesellschaft. Ebenfalls ihr Fett weg bekommen haben unter anderem die FDP, das Christentum und typische, deutsche Beamte.

Am Ende des Abends, nachdem er zwei Zigaretten auf der Bühne geraucht, gespuckt und sich mit dem Bühnenvorhang die Nase geputzt hatte („Bei mir ist es immer eklig, früher hätte ich wahrscheinlich den ganzen Vorhang vollgewichst“) löste er am Ende doch noch die vom Programmtitel versprochene „nackte Wahrheit“ ein. Erst mit freiem Oberkörper, dann nur mit Socken und einer Unterhose und schließlich von hinten ganz nackt präsentierte sich Krömer den jubelnden Zuschauern.

Ralph, Julius und Matthias aus Laage
Ralph, Julius und Matthias aus Laage

Auch wenn Ralph, Julius und Matthias aus Laage die Stripeinlage nicht gebraucht hätten, waren sie doch sehr begeistert von dem Abend. „Es hat uns super gefallen. Und er ist im wahrsten Sinne des Wortes rotzfrech“, fasste Ralph den Abend zusammen. Die drei Männer mochten vor allem die Spontanität des Künstlers. Julius berichtet: „Ich war bei seinem ersten Auftritt in Rostock dabei und da ist ihm ein Schuh kaputt gegangen, was er 20 Minuten zum Thema machte.“ Jedoch sei es eigentlich egal, ob nun spontan oder geplant, Hauptsache man könne lachen. Und das konnten die drei Männer gestern ausgiebig.

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