Institutsgebäude der Physik an der Uni Rostock eingeweiht

Die Institutsgebäude der Rostocker Physik und der Forschungsbau Leben, Licht & Materie wurden am heutigen 596. Universitätsgeburtstag feierlich eingeweiht

12. November 2015
Institutsgebäude der Physik und Forschungsbau Leben, Licht & Materie auf dem Südstadt-Campus der Universität Rostock
Institutsgebäude der Physik und Forschungsbau Leben, Licht & Materie auf dem Südstadt-Campus der Universität Rostock

12. November 2015: 596. Universitätsgeburtstag. Vier Jahre vor dem 600-jährigen Universitätsjubiläum ist dieser Tag insbesondere für die Rostocker Physiker ein wichtiger Termin, der seit Langem in ihren Terminkalendern steht. In Anwesenheit des Ministerpräsidenten Erwin Sellering wird heute der neue Gebäudekomplex auf dem Südstadtcampus feierlich eröffnet. Der neue Gebäudekomplex – das sind drei Neubauten: ein Forschungs- und Lehrgebäude für das Institut für Physik sowie der Forschungsbau für das Department Leben, Licht & Materie (LL&M). Die gesamte Physik und das Department sind während der Sommermonate umgezogen, einer der größten Umzüge in der Geschichte der Alma Mater. Auf rund 9.400 Quadratmetern (Hauptnutzfläche) wird nun seit dem Start des Wintersemesters am neuen Standort gelehrt und geforscht.

Für das Forschungs- und Lehrgebäude investierte das Land 48,9 Mio. Euro, wovon 16,7 Mio. Euro durch die Europäische Union gefördert wurden. In den Neubau des Departments Leben, Licht & Materie flossen Bauinvestitionen in Höhe von 21,8 Mio. Euro mit einer Bauförderung von 7,7 Mio. Euro durch den Bund. Für die Umsetzung der Bauvorhaben war der Geschäftsbereich Hochschul- und Klinikbau des Betriebs für Bau und Liegenschaften MV (BBL) zuständig. Der Entwurf des Gebäudekomplexes stammt vom Dortmunder Architektenbüro Gerber Architekten. Im Dezember 2010 erfolgte der erste Spatenstich; am 17. Juli dieses Jahres rollte der erste Umzugswagen Richtung Rostocker Südstadt. Rund 40.000 Kubikmeter Erde wurden aus den Baugruben ausgehoben. Ministerpräsident Erwin Sellering verweist auf den exzellenten Ruf der Rostocker Physik „Die Physik in Rostock hat sich einen ganz besonderen Ruf erarbeitet. Sie zählt in den verschiedenen Rankings bundesweit regelmäßig zur Spitzengruppe. Ganz besonders kann die Rostocker Physik bei der Betreuung durch die Lehrenden, den engen Austausch zwischen Studenten und Schülern überzeugen.“

Und Rektor Wolfgang Schareck hebt hervor: „Nicht nur alle Physikdisziplinen arbeiten nun erstmals an einem gemeinsamen Standort, auch Forscher anderer naturwissenschaftlicher Disziplinen, Ingenieure, Agrarwissenschaftler und Mediziner, die sich mit den Wechselwirkungen von Licht und Materie beschäftigen, finden von jetzt an optimale Voraussetzungen zum Experimentieren, Entdecken und gemeinsamen Arbeiten vor. Das eröffnet uns große Chancen – Lehrende, Studierende und Forscher können auf kurzen Wegen zueinander kommen.“

Noch bis vor Kurzem mussten die Studierenden zwischen vier Standorten pendeln, jetzt ist seit 50 Jahren erstmals alles unter einem Dach vereint. Der Neubau des Instituts für Physik besteht aus Forschungs- und Lehrgebäude – die beiden Bereiche werden durch eine verglaste, 13 Meter lange Brücke miteinander verbunden, die über die Campusstraße hinweg führt. Zwei Hörsäle mit je 60 sowie ein Hörsaal mit 199 Plätzen schieben sich aus dem Baukörper in den Innenhof, so dass eine architektonisch interessante Verzahnung zwischen Lehrgebäude und Forschungsbau des Departments Leben, Licht & Materie entsteht. Darüber hinaus sorgen beispielsweise ein Praktikum mit hochmoderner Einrichtung, ein PC-Pool mit 15 Plätzen sowie eigene Arbeitsräume für die Studierenden für exzellente Lernbedingungen – alles barrierefrei. Gegenwärtig sind rund 400 Physikstudenten sowie 96 Promotionsstudenten an der Universität eingeschrieben.

Aber nicht nur für Dozenten und Studierende ist von nun an alles an einem Ort versammelt. Im neuen Forschungsbau des Departments Leben, Licht & Materie finden Naturwissenschaftler, Ingenieure, Mathematiker, Mediziner oder Agrarwissenschaftler ideale Voraussetzungen, um gemeinsam zu arbeiten. Hier ist Raum für Spitzenforschung und Hochtechnologie entstanden, so dass sie an den Schnittstellen der verschiedenen Fachdisziplinen zu den Themen Licht und Materie forschen können. Fächerübergreifende Forschung ist der Grundgedanke der interdisziplinären Fakultät, zu der das Department Leben, Licht & Materie gehört. Rund 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzen dort 30 Laborräume und Büroarbeitsplätze. Hier sind jetzt auch ausreichend räumliche Räumlichkeiten etwa für Großgeräte mit hohem Raum- und Lüftungsbedarf vorhanden.

Ein großes Plus für das interdisziplinäre Arbeiten ist zudem die Campuslage: In direkter Nachbarschaft haben die Fakultäten für Maschinenbau und Schiffstechnik sowie für Informatik und Elektrotechnik ihren Sitz; die Institute für Biowissenschaften und für Chemie sowie das LIKAT (Leibniz-Institut für Katalyse e. V.) sind ebenfalls nur wenige Meter entfernt.

Kunst am Bau:

Für die Kunst am Bau, ein Wettbewerb der durch den BBL ausgelobt wurde, wählte das Preisgericht Arbeiten der Künstler Klaus-Dieter Eichler sowie Yvonne Lee Schulz ausgewählt. Klaus-Dieter Eichlers Paternoster ist ein Kunstobjekt, das im Lehrgebäude installiert wurde. Es zeigt bedeutende Physiker in einem alten Paternoster, der als Kunstobjekt über alle Etagen reicht.

Light Flatters – so der Name des Kunstwerks, das im Treppenhaus des Departments Leben, Licht & Materie angebracht wurde. Mit ihrer Idee, zehn beschichtete Glasplatten im Treppenhaus des Gebäudes anzubringen, die – je nach Standort und Lichteinfall – das von oben einfallende Licht in unterschiedlicher Farbe reflektieren, hatte die Berliner Künstlerin Yvonne Lee Schultz den Wettbewerb gewonnen.

Quelle: Universität Rostock

Schlagwörter: Physik (20)Südstadt-Campus (9)Universität Rostock (301)

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1 Kommentar

  • Thomas Bornath sagt:

    Mit dem neuen Institut in der Albert-Einstein-Straße haben wir Physiker hervorragende Bedingungen für moderne Forschung und die Lehre der Physik erhalten. Der Ort hat aber auch den Anspruch, dass Wissenschaft und Kunst zusammentreffen. Die Eröffnungsfeier im großzügigen, von einer Freitreppe bestimmten Foyer im Forschungsgebäude Physik sollte ein außergewöhnliches, dem modernen, kommunikativen und offenen Charakter des Baus entsprechendes Ereignis werden. Künstlerisch umrahmt wurden die Festreden von einer Klanginstallation mit Musik von Arvo Pärt – ausgeführt von Studierenden und Mitarbeitern des Institutes für Physik – und der Performance der Tanzcompagnie des Volkstheaters. Wir sind sehr froh und dankbar, dass sich Katja Taranu und die Compagnie auf das „Wagnis Treppe“ einließen, mit einem so schönen Ergebnis (https://vimeo.com/146579489) . Vielen Dank!

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