Richtfest für die Erweiterung des Südstadt-Campus

Fertigstellung des Instituts für Physik und des neuen Forschungsgebäudes der Universität verzögert sich

15. Oktober 2012, von

„Und es bewegt sich doch!“ Galileis etwas abgewandelter Ausspruch beschreibt die Situation auf dem Campus in der Südstadt sehr treffend. Zwar dauert alles etwas länger und kostet auch mehr Geld als geplant, aber es tut sich was. Nachdem sich der Baubeginn für das neue Institut für Physik und das Forschungsgebäude des Departments Leben, Licht & Materie aufgrund von Starkregenfällen verzögert hatte, blieben die Gäste des heutigen Richtfestes glücklicherweise trocken.

Der Richtkranz schwebt über dem neuen Bau
Der Richtkranz schwebt über dem neuen Bau

Ursprünglich sollten schon Ende nächsten Jahres die ersten Studenten in den neuen Räumlichkeiten forschen und arbeiten, doch daraus wird nichts. „Durch die Verzögerungen zum Baubeginn können wir den eigentlichen Termin nicht einhalten und peilen jetzt Anfang 2015 an“, erklärte Heinz-Gerd Hufen, der Geschäftsführer des Betriebes für Bau und Liegenschaften M-V, der das Gesamtprojekt koordiniert. Dadurch erhöhen sich die Kosten für beide Gebäude auch von 52 Millionen auf etwa 59 Millionen Euro.

Dafür wird den zukünftigen Forschern aber auch einiges geboten. Der durch einen gläsernen Steg verbundene Gebäudekomplex verfügt über schwingungsentkoppelte Fundamente und Räumlichkeiten, die vor Strahlung und Infraschall geschützt sind. Dies ermöglicht ein qualitativ hochwertiges Arbeiten und schützt die hochsensible Laborausrüstung.

Aber auch die Lehre wird im neuen Institut für Physik nicht zu kurz kommen. „Zum ersten Mal in der Geschichte der Rostocker Physik haben wir dann alle Bereiche unter einem Dach, sogar die Didaktik“, schwärmte Institutsleiter Prof. Dr. Oliver Kühn. Bisher ist das Fach über die ganze Stadt verteilt, ein passender Hörsaal fehlt sogar komplett. Ab 2015 steht dann neben zwei kleinen Räumen ein großer Hörsaal mit 199 Plätzen zur Verfügung. „Am meisten freue ich mich darauf, dass ich nicht mehr durch ganz Rostock fahren muss, um persönlich mit einem Kollegen zu sprechen“, scherzte der Wissenschaftler.

Rektor Wolfgang Schareck, Oliver Kühn (Institut für Physik), Karl-Heinz Meiwes-Broer  (Leiter des Departments Leben, Licht & Materie) und Finanzministerin Heike Polzin versenken die letzten Nägel
Rektor Wolfgang Schareck, Oliver Kühn (Institut für Physik), Karl-Heinz Meiwes-Broer (Leiter des Departments Leben, Licht & Materie) und Finanzministerin Heike Polzin versenken die letzten Nägel

Um auch die Traditionen zu erfüllen, verlas Polier Michael Feige einen sehr humorigen Richtspruch. Dabei erhob er mehrmals feierlich sein Glas – „Dass man in diesem Häuschen fleißig lehrt, ist mir ein zweites Gläschen wert! – und warf es anschließend auf den Boden. Zum Glück zerschellte es, denn das bedeutet, dass der Bau gesegnet ist.

Auch das anschließende Versenken der letzten Nägel klappte problemlos. Besonders der Rektor der Universität, Professor Dr. Wolfgang Schareck, schwang den Hammer mit viel Elan, da er auch besonders stolz auf den Südstadtcampus als „Wissenschaftsstandort für ganz Rostock“ ist. Dort entstehen neben dem Institut für Physik im Moment noch ein weiterer Bau des Leibniz-Instituts für Katalyse und das neue Zuhause der Universitätschemie.

Doch nicht nur in der Südstadt wird gewerkelt. Auch die Renovierung des Hauptgebäudes am Brunnen der Lebensfreude ist noch nicht abgeschlossen. Durch die Insolvenz eines beteiligen Unternehmens kam es zu ungeplanten Problemen. „Wir versuchen den angepeilten Termin im Sommer nächsten Jahres zu halten. Das Risiko ist aber hoch, dass wir doch erst im Oktober fertig werden“, gestand Heinz-Gerd Hufen.

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