5. ProsaWettbewerb im Literaturhaus Rostock

Große Resonanz bei Rostocks Nachwuchs-Poeten

19. Januar 2010, von
Peter-Weiss-Haus
Peter-Weiss-Haus

Im vergangenen Dezember hatten das Institut für Germanistik, das Literaturhaus Rostock und die „andere Buchhandlung“ zum nun schon 5. Prosa-Wettbewerb aufgerufen. Zu dieser Gelegenheit konnte jeder einen bis zu 5 Seiten langen Prosa-Text schreiben und diesen unter einem Pseudonym mit beigelegter Telefonnummer abgeben, damit die Jury ganz unvoreingenommen bewerten konnte.

Die vierköpfige Jury, die mit dieser schwierigen Aufgabe betraut wurde, setzte sich aus Petra Porto, Jens Kretschmer, Christian Vorein und Ricardo Ulbricht zusammen. Alle Jurymitglieder arbeiten am Institut für Germanistik der Universität Rostock.

Auch der 5. Prosa-Wettbewerb konnte sich wieder über viele Einsendungen freuen, die Entscheidung über die Gewinner fällt da natürlich nicht leicht. Zur Erleichterung der Auswahl gab es einige Kriterien. Zum einen ist da selbstverständlich das subjektive Gefallen, denn eine rein objektive Bewertung ist bei Prosa-Texten nicht möglich und soll es auch nicht sein. Gute Ideen sowie ihre Originalität, die Stimmigkeit von Bildern und Vergleichen und auch der Schreibstil im Zusammenhang mit dem Textinhalt spielten eine große Rolle.

Steffen Dürre
Steffen Dürre

In der ersten Januarwoche wurden aus allen Einsendungen die drei besten ausgewählt und durch die Jurymitglieder telefonisch benachrichtigt. Dabei hätte es im Laufe der Zeit immer wieder Überraschungen gegeben, wer sich letztendlich hinter den Pseudonymen verborgen hatte. Zur feierlichen Siegesehrung bekamen die drei Platzierten am 18. Januar 2010 noch einmal die Möglichkeit, ihre Texte öffentlich vorzutragen.

Ort der Veranstaltung war der Möckelsaal im Peter-Weiss-Haus, in welches inzwischen auch das Literaturhaus eingezogen ist. Man scheint aus den arktischen Temperaturen bei der letzten Lesung (Helmut Krausser) gelernt zu haben und hat mit einem kleinen Ofen auf der Bühne vorgesorgt. Die sichtbaren blauen Flammen sorgen im Zuschauerraum immerhin für warme Gedanken.

Martin Stegner, vorne Steffen Dürre und Katharina Kerber
Martin Stegner, vorne Steffen Dürre und Katharina Kerber

Zu Beginn der Lesung stellt sich die Jury kurz vor und erklärte noch einmal die Vorgehensweise des Wettbewerbes, dann konnte es auch schon losgehen. Bei literarischer Prosa wird sich bei Wortwahl, Satzbau, Sprachmelodie, Bildhaftigkeit und Sprachrhythmus bewusst poetischer Gestaltungsmittel bedient. Wer sich noch an die Gedichtinterpretationen aus der Schulzeit erinnert, dem wird sicher schnell klar, dass nicht alles aus den Texten eindeutig und sofort verständlich war.

Der erste Leser war der Rostocker Student Martin Stegner, der (nach Angabe der Jury) gerade an seiner Dissertation über Flusskrebse arbeitet. Sein Text „Manuela“ ist sehr gefühlvoll und beschreibt den Spaziergang eines jungen Paares, das sich mit der Zeit auseinander gelebt hat (dies ist jedenfalls meine Interpretation, so genau weiß man das ja nicht).

Katharina Kerber
Katharina Kerber

Danach liest Steffen Dürre seinen Prosa-Text „Die Ernte“, welcher deutlich verständlicher ist und die Geschichte eines alten Mannes erzählt. Während drei Jungen für diesen Äpfel ernten, denkt er über sein Leben nach, welches seit seiner Geburt von dem mächtigen Apfelbaum begleitet wurde. Zuletzt trägt die Medizinstudentin Katharina Kerber ihren Text vor, der maßgeblich von ihrem Aufenthalt in Venezuela beeinflusst wurde und von einer Begebenheit dort handelt.

Zu Belohnung für die mühevolle Schreibarbeit wurden von der „anderen Buchhandlung“ attraktive Preise gestiftet, die hoffentlich auch im nächsten Dezember wieder für eine große Teilnehmerzahl sorgen, wenn dann schon zum 6. Prosa-Wettbewerb aufgerufen wird.

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