Meyra Cup im Rollstuhlbasketball

Ein spannender Meyra Cup fand mit den Achim Lions einen würdigen Sieger

19. September 2011, von
RSC Berlin gegen den PSV Rostock beim Meyra Cup
RSC Berlin gegen den PSV Rostock beim Meyra Cup

Das Duell: PSV Nordic Bulldogs Rostock gegen den RSC Berlin. Der Spielstand: 17:19. Die Zeit: Crunch Time.

Es laufen die letzten Sekunden des ersten Spiels der Rostocker. Die Nordic Bulldogs liegen zurück, aber sie haben den Ball. Der Ball läuft gut durch die eigenen Reihen und sie spielen sich direkt unter den Korb. Eine tolle Wurfposition. Aber das Ding will einfach nicht reinfallen. Der Rebound landet beim RSC. Das war’s. Steffen Nordmann vom PSV will noch foulen, um eine letzte Chance zu retten. Ein Mal, zwei Mal, drei Mal. Aber die Pfeife bleibt stumm. Das Spiel ist vorbei, Berlin gewinnt.

Im Basketball ist das ausdrücklich nicht unsportlich: Fouls in den Schlussmomenten des Spiels sind ein taktisches Mittel und dienen dazu, die Uhr anzuhalten und den Gegner an die Freiwurflinie zu bringen.

Es war ein unglaublich intensives und kampfbetontes Spiel, das damit sein etwas umstrittenes Ende fand. Dieser Spielverlauf war in mehr als einer Hinsicht wegweisend für die Rostocker beim Rollstuhlbasketballturnier Meyra Cup. Wie der Basketball so ist: Viele Spiele entscheiden sich erst in den letzten Minuten. Dann sind es die Nerven, die darüber entscheiden, ob der Ball reingeht oder nicht. Sieg oder Niederlage. Für den PSV war die Auftaktniederlage noch nicht das Ende. Sie kämpften sich ins Turnier zurück und marschierten sogar bis ins Finale. Dort warteten die favorisierten Achim Lions.

Zu Beginn des Turniers war die Scandlines Arena noch sehr spärlich besetzt. Zum Finale füllte sich die Halle noch recht ordentlich, um einem spannenden Spiel seinen Rahmen zu bieten. Schade nur, dass es aus Zeitgründen bei einer verkürzten Spielzeit von zwei Mal 15 Minuten blieb.

Achim Lions punkten beim Meyra Cup
Achim Lions punkten beim Meyra Cup

Wieder zeigte sich ein ähnliches Bild wie gegen Berlin. Beide Teams gingen mit vollem Einsatz zur Sache und wieder wurde es ein Krimi. Zur Halbzeit führten die Rostocker noch knapp mit 12:10. Doch dann versagten den PSV-Spielern die Nerven, wie schon im Eröffnungsspiel. Es war hart umkämpft und spannend bis zum Schluss. Die entscheidenden letzten Minuten aber gehörten den Lions. Erst zwei Freiwürfe, dann noch ein Distanzwurf. Schon war die Führung des PSVs dahin und sie lagen mit 20:24 zurück. Für Rostock fiel in diesen letzten Minuten einfach kein Wurf mehr. So blieb es auch am Ende bei diesem Spielstand und die Lions fahren somit nach Hannover zum Finalturnier.

„Das war schon immer unser Problem“, erklärte Tino Ammon von den unterlegenen Nordic Bulldogs. „Sobald wir ein bisschen Druck bekommen, machen wir die Dinger einfach nicht mehr rein. Das ist enttäuschend. Wir haben schon im Pokal so knapp gegen sie verloren und jetzt wieder.“ Er ergänzte eine klare Kampfansage: „Klar sind sie eine starke Mannschaft. Aber wir müssen einfach nur die leichten Würfe treffen, dann sind auch die zu knacken“.

Die Trophäe dürfen die Achim Lions mit nach Achim bei Bremen nehmen
Die Trophäe dürfen die Achim Lions mit nach Achim bei Bremen nehmen

Willi Saatze, Spielertrainer der siegreichen Achim Lions, war weitestgehend einverstanden mit der Leistung seiner Mannschaft. „Ich bin sehr zufrieden. Wir hatten aber ein paar Hänger, gegen Stralsund lief gar nichts. Die Berliner waren dann auch sehr stark, aber sie hatten im Spiel einen nicht so guten Lauf und wir haben sie geknackt“. Und das Finale? „Die Rostocker sind natürlich auch eine gute Mannschaft, es war ein sehr knappes Spiel. Sie hätten genauso gut auch gewinnen können. Wir hatten ein bisschen Glück, dass die Rostocker unter dem Korb so viel danebengelegt haben.“

Der Lions-Trainer erwartet für das dritte Aufeinandertreffen wieder ein enges Spiel und sagt: „Wir haben jetzt zwei Mal gegen sie gewonnen, das dritte Mal sind die dran. Beide Siege waren so knapp, das nächste Mal schaffen sie’s vielleicht. Alles ist möglich.“

Am 26.11. ist es soweit. Dann kommt es in Rostock zum Regionalligaduell der beiden Mannschaften.

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