Baumelnde Schuhe vor dem Kröpeliner Tor

Was steckt dahinter?

9. Oktober 2009, von
Baumelnde Schuhe vorm Kröpeliner Tor in Rostock
Baumelnde Schuhe vorm Kröpeliner Tor in Rostock

Nichts Böses ahnend, schlenderte ich gestern durch die Innenstadt von Rostock. Als ich bemerkte, dass einige Passanten in die Luft starrten, war meine Neugier geweckt. Beim Blick in den Himmel sah man knapp zwanzig Paar Schuhe baumelnd an Stromleitungen. Da stellte sich mir die Frage, warum Leute ihre Schuhe an den Schnürsenkeln zusammenbinden und dann über eine Leitung werfen? Meine erste Vermutung – die Schuhindustrie steckt sicherlich dahinter. Würde ja auch passen, denn in unmittelbarer Nähe sind fünf Schuhgeschäfte ansässig. Also nur ein Werbegag?

Ich wollte es genauer wissen und entgegen meiner gering ausgeprägten Vorliebe für Schuhgeschäfte, stattete ich diesen einen Besuch ab. Der erste Laden vermutete, dass ein Konkurrent dies als Werbung initiiert hat. Ein weiteres Geschäft nannte den jährlich stattfindenden City-Lauf in Rostock als Grund für diese Schuhparade. Demnach ist es eine Art Tradition, am Ende des Laufes die alten zerschlissenen „Botten“ in die Luft zu werfen. Dann braucht man selbstverständlich neue Treter, worüber sich die Schuhläden bestimmt freuen dürften.

Baumelnde Schuhe in der Rostocker Innenstadt
Baumelnde Schuhe in der Rostocker Innenstadt

Es gab immer noch keine 100% eindeutige Erklärung. Das wurmte mich und ich recherchierte im Internet. Wenn man eine der gängigen Suchmaschinen befragt, ergeben sich weitere interessante Erklärungen. In den USA ist es ein Trend bzw. eine Kunstform, die „Shoefiti“ genannt wird. Anlehnend an den Namen Graffiti soll diese Form der Kunst symbolisch die Trennung vom Alten darstellen.

Teilweise werden sogar Schuhe an Bäumen hoch geworfen, damit diese an den Ästen hängen bleiben sollen. Diese Variante muss ich aber strikt ablehnen – da blutet mir mein Naturschutz-Herz. Ansonsten werde ich jetzt schnell den Keller durchforsten, ob nicht noch ein paar alte Latschen zu finden sind. Dann renne ich zum Kröpeliner Tor und schmeiße sie in die Luft. Mal sehen, wie viele Versuche ich benötige.

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