Schulstart im Corona-Regelbetrieb

Gut 20.000 Schüler starten nächste Woche in Rostock ins neue Schuljahr – für sie soll es einen zuverlässigen Regelbetrieb unter Corona-Pandemie-Bedingungen geben

29. Juli 2020, von
Schulstart in Rostock - Regelbetrieb unter Coronabedingungen, Pressekonferenz mit Steffen Bockhahn, Senator für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule (Mitte)
Schulstart in Rostock - Regelbetrieb unter Coronabedingungen, Pressekonferenz mit Steffen Bockhahn, Senator für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule (Mitte)

Die Schülerzahlen in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock steigen weiter. 20.010 Schüler starten in der kommenden Woche an den allgemeinbildenden Schulen ins neue Schuljahr – 840 mehr als im Vorjahr. Unter ihnen sind 1.819 Schulanfänger in voraussichtlich 88 Klassen.

15.168 Schüler (75,8 Prozent) gehen an die 44 kommunalen Einrichtungen, 4.842 (24,2 Prozent) an die 17 Privatschulen. Zum ersten Mal seit langem habe es keine Verschiebung zu den freien Trägern gegeben, sagt Schulsenator Steffen Bockhahn, auch wenn Rostock im bundesweiten Vergleich weiterhin einen „überdurchschnittlich hohen Anteil an frei getragenen Schulen“ hat.

Entgegen gängiger Vorurteile gibt es zwischen privaten und staatlichen Schulen auch keinen großen Unterschied bei der Klassenstärke. An den Grundschulen liege dieser im Mittel bei 26. Zuviel, bekennt Bockhahn, aber nach den aktuellen Planungen gehe die Zahl in den nächsten Jahren zurück und für die Anzahl der Klassen sei eher das Land als die Stadt zuständig.

„Der Trend zur Ganztagsschule ist in Rostock längst kein Trend mehr“, so Bockhahn, „sondern absolute Realität“. Von den 26 Einrichtungen (ohne Grundschulen) in kommunaler Trägerschaft bieten immerhin 15 eine Ganztagsbetreuung an.

Regelbetrieb unter Corona

Als erstes Bundesland startet Mecklenburg-Vorpommern nach den Sommerferien ins neue Schuljahr. Trotz Corona-Pandemie sollen die Schulen ab dem 3. August wieder in den Regelbetrieb gehen, wie das Bildungsministerium des Landes gestern bekanntgab. Für alle Schüler an allgemeinbildenden Schulen ist an fünf Tagen in der Woche Präsenzunterricht mit mindestens vier (Grundschule) bzw. fünf Stunden täglich vorgesehen. Je nach Kapazität sollen die Schulen mehr Stunden anbieten, „ergänzender Distanzunterricht“ (Homeschooling) ist jedoch weiterhin möglich.

Wie viele Lehrer in Rostock aufgrund von Schwangerschaft oder Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe nicht im Präsenzunterricht eingesetzt werden können, stehe noch nicht fest, sagt Bockhahn, er rechne mit zwei bis drei Prozent. Mit Beginn des neuen Schuljahres benötigen Lehrer in MV ein Attest des Betriebsarztes.

Damit es im Fall einer Corona-Infektion nicht zu einer großen Ausbreitung kommt, werden an den Schulen feste Gruppen gebildet. Die Jahrgangsstufen 1 bis 4 bilden eine Gruppe, ebenso die Jahrgangsstufen 5/6, 7/8, 9/10 sowie 11/12. Diese Gruppen sollen sich möglichst nicht oder nur unter Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern begegnen. In den Unterrichtsräumen gilt der Mindestabstand hingegen nicht mehr. Wie genau die Anforderungen erfüllt werden, legt jede Schule in einem eigenen Hygienekonzept fest – getrennte Hofbereiche und gestaffelte Unterrichtszeiten sind je nach Einrichtung möglich.

Zum Hygienekonzept der Landesregierung gehört auch eine Stoßlüftung, mit der die Innenraumluft mindestens in jeder Pause getauscht werden soll. Alle Räume in den Schulen wurden auf die notwendigen baulichen Voraussetzungen überprüft, Art und Anzahl der Räume würden dem Hygienekonzept genügen, so Bockhahn. „Ob das immer zur vollen Zufriedenheit aller ist, ist eine andere Frage.“

Stadt investiert in Hygienemaßnahmen an den Schulen

55.000 Euro pro Monat gibt die Hansestadt Rostock für zusätzliche Corona-Reinigungsleistungen in ihren Schulen aus, sagt Steffen Bockhahn. Da es nicht ganz einfach sei, kurzfristig Reinigungsleistungen einzukaufen, habe die Stadt zudem die Aufgaben der Hausmeister umstrukturiert. Die Hälfte ihrer Zeit ist jetzt für Reinigungsarbeiten vorgesehen.

Keine automatische Gruppen-Quarantäne bei Corona-Infektion

Welche Maßnahmen ergriffen werden, wenn an einer Schule eine Corona-Infektion auftritt, hänge vom Einzelfall ab, so Bockhahn. Bei einer größeren Anzahl von Fällen über verschiedene Jahrgangsgruppen hinweg, sei eine vollständige Schulschließung möglich. Auf der anderen Seite würde man aber auch nicht unbedingt sofort alle Schüler einer Klasse in Quarantäne schicken, wenn sich ein Mitschüler infiziert. Bei einem „Einzelgänger“, der wenig Kontakt zu seinen Klassenkameraden hat, würde man erstmal abwarten, erklärt der auch für Gesundheit zuständige Senator. Jeder Fall werde einzeln vom Gesundheitsamt betrachtet.

IT-Ausstattung soll verbessert werden

Was die Ausstattung mit Computern betrifft sieht Steffen Bockhahn die Rostocker Schulen weit vorne, zumindest was MV betrifft. 3.650 PC und gut 1.000 mobile Geräte gab es an den kommunalen Schulen im Juni. Bei rund 15.000 Schülern kommt trotzdem nicht mal ein Gerät auf drei Schüler.

729 Geräte sollten in diesem Jahr planmäßig angeschafft werden. Nachdem der Bund finanzielle Hilfen zur Beschaffung mobiler Geräte bereitgestellt hat, sollen nun 2.856 mobile Rechner dazukommen. Im Idealfall bis Oktober, so Bockhahn, das hänge aber vom Vergabeweg ab. Die neuen Geräte können die Schüler auch für die Arbeit zuhause ausleihen.

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