15. Rostocker Technologieabend am BMFZ

Gesund durch „sauberes“ Blut

16. Dezember 2009, von
Biomedizinisches Forschungszentrum BMFZ Rostock
Biomedizinisches Forschungszentrum BMFZ Rostock

Ganz im Sinne der Gesundheit und vor allem des Blutes stand gestern der Rostocker Technologieabend, der in diesem Jahr schon sein 15. Jubiläum feiert. Und das allein sollte an diesem Abend nicht das einzige Jubiläum bleiben.

Für diese Veranstaltung stand einer der großen Tagungsräume des Biomedizinischen Forschungszentrums zur Verfügung. Das BMFZ vereint Wirtschaft und Wissenschaft in einem modernen Gebäudekomplex und soll Rostock als Wirtschaftsregion langfristig fördern und entwickeln.

Prof. Wolfgang Schareck, Rektor der Universität Rostock
Prof. Wolfgang Schareck, Rektor der Universität Rostock

Zur Eröffnung des Abends hielt Prof. Wolfgang Schareck, Rektor der Rostocker Universität und selbst Chirurg für Transplantationen, eine kurze Einleitungsrede. Von der modernen Biotechnologie und insbesondere auch ihrer Forschung in Rostock hat man in der Vergangenheit schon einiges gesehen und erhofft sich auch in Zukunft geschichtsträchtige Erkenntnisse.

Im Laufe des Abends gab es drei Vorträge über Methoden zur Reinigung des Blutes zu hören. Den Anfang machte dabei Prof. Dr. Steffen Mitzner, Facharzt für Innere Medizin und Leiter der Forschungsgruppe Extrakorporale Detoxikation an der Rostocker Universität.

Dialysautomat KN 501
Dialysautomat KN 501

Er erklärte beispielhaft die Entwicklung der extrakorporalen Blutreinigung. Die erste Nieren-Dialyse am Menschen wurde schon 1924 in Gießen von Dr. Georg Haas vorgenommen. Die sogenannte „Moeller-Niere“, 1948 von Dr. Curt Moeller entwickelt, zeigte erste klinische Erfolge am Patienten. Ein solches historisches Gerät steht sogar zur Anschauung bereit.

1959 wurde in Rostock die erste Dialyse vorgenommen, bis 1961 gab es hier immerhin 120 Dialyse-Behandlungen mit der „Moeller-Niere“, aber schon ab Ende der 60er Jahre befanden sich diese Maßnahmen in einem rasanten Aufstieg. Der Nachfolger KN501 wurde zu DDR-Zeiten sogar in Rostock entwickelt. Damit feiern die Blutreinigungsverfahren in Rostock 2009 ihr 50-jähriges Jubiläum.

Künstliche Leber „MARS“
Künstliche Leber „MARS“

Der nächste Gast, Dr. Jan Stange, ist ebenfalls Wissenschaftler in der Abteilung Nephrologie und Dialyse an der Universität Rostock. Zusammen mit seinem Vorredner Steffen Mitzner hat er 1991 in Rostock die künstliche Leber MARS entwickelt, einen blau-grünen Kasten, der ebenso futuristisch aussieht wie sein Name vermuten lässt. Im Gegensatz zu seinem Konkurrenzprodukt „Prometheus“ entfernt MARS nur die Giftstoffe und nicht gleichzeitig auch die Eiweiße aus dem Blut des Patienten. 1993 wurde er erstmals ausprobiert und findet heute weltweite Anwendung.

Nach den Vorträgen und der Besichtigung der genannten Dialyse-Maschinen gibt es auf dem Flur ein reichhaltiges kaltes Buffet, während die offene moderne Architektur des BMFZ sowie die neuen Erkenntnisse aus den Vorträgen eindrucksvoll wirken.

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