Warnowbrücke im Stadthafen – Details vorgestellt

Die Planungen für die neue Warnowbrücke in Rostock, die den Stadthafen mit Gehlsdorf verbinden soll, werden konkreter – heute wurde der aktuelle Stand im Rathaus vorgestellt

2. Oktober 2020, von
Tragwerksplaner Uwe Burkhardt zeigt den Entwurf für die Warnowbrücke über den Stadthafen Rostock
Tragwerksplaner Uwe Burkhardt zeigt den Entwurf für die Warnowbrücke über den Stadthafen Rostock

Sie ist eines der zentralen Projekte im Rahmen der Bundesgartenschau (Buga) 2025 in Rostock – die Warnowbrücke vom Stadthafen nach Gehlsdorf. Dennoch handelt es sich bei der Brücke nicht um ein exklusives Bundesgartenschau-Projekt, betont Buga-Planer Matthias Horn. Die feste Warnowquerung wurde im Rahmen des Mobilitätsplans Zukunft (MOPZ) von der Bürgerschaft beschlossen.

Auf einer Bürgerinformation wurde heute im Rathaus der aktuelle Planungsstand vorgestellt.

Brücke soll 541 Meter lang und sechs Meter breit werden

Startpunkt der Brücke ist im Stadthafen auf Höhe der Schnickmannstraße, wo eine weitere kleine Brücke über die Straße „Am Strande“ geplant ist. Auf einer Länge von 541 Metern schlängelt sich die Brücke s-förmig über die Warnow und trifft am Fährberg aufs Gehlsdorfer Ufer.

„Der Brückenquerschnitt entspricht dem sogenannten Rostocker Oval“, erläutert Frank Bernhardt, Geschäftsführender Direktor beim Planungsbüro Inros Lackner, den Entwurf. Insgesamt soll das Bauwerk eine Nutzbreite von sechs Meter haben. Drei Meter sind für Radfahrer vorgesehen, 2,50 Meter für den Gehweg. Vom Stadthafen aus beträgt die Steigung 3,8 Prozent, von der Gehlsdorfer Seite aus sind es 1,8 Prozent.

Klappbrücke und feste Querung für Schiffe

Für den Schiffsverkehr sind zwei Durchfahrten unter der Brücke vorgesehen: eine Klappbrücke und eine feste Querung, erklärt Uwe Burkhardt, Tragwerksplaner bei Schlaich Bergermann Partner.

Die Klappbrücke befindet sich auf Höhe der Bundeswasserstraße, etwa 65 Meter von der Kaikante im Stadthafen entfernt, die Wassertiefe liegt hier bei mehr als fünf Metern. Geöffnet bietet die Klappbrücke eine Durchfahrtsbreite von 14,50 Meter. „Die Breite ist üppig gewählt, aber auch nicht unnötig groß“, zieht Burkhardt einen Vergleich zur 8,50 Meter breiten Poeler Kogge „Wissemara“, bei der auf jeder Seite noch drei Meter Platz bleiben. Vier Öffnungen pro Tag sind vorgesehen – ein Durchschnittswert, so Burkhardt: „Im Sommer sind es deutlich mehr, im Winter können es auch mal weniger sein.“ In geschlossenem Zustand liegt die Höhe der Klappbrücke bei vier Meter.

Etwa 120 Meter weiter in Richtung Gehlsdorf gibt es als zweite Durchfahrt eine feste Querung. Hier sind zwei Masten mit jeweils zwei Abspannungen vorgesehen – ein sehr, sehr filigraner Entwurf, der gut ins Stadtbild passt, so Burkhardt. Die Breite der festen Querung beträgt 20 Meter (mit je 20 Metern Sicherheitsabstand zu den Masten). Die lichte Höhe liegt bei acht Meter über dem mittleren Wasserstand, die Wassertiefe beträgt in diesem Bereich mindestens 1,80 Meter.

So könnte die Warnowbrücke über den Stadthafen Rostock vom Gehlsdorfer Ufer aus aussehen
So könnte die Warnowbrücke über den Stadthafen Rostock vom Gehlsdorfer Ufer aus aussehen

Verkehrsplanung – Anbindung an den Uferseiten

Zur landseitigen Anbindung der Brücke ist im Stadthafen temporär eine kleine Rampe vorgesehen, erläutert Jörg Lüttmann, Verkehrsplaner bei Inros Lackner. Die Kaihöhe liegt aktuell bei zwei Metern, im Endzustand sollen es – auch zum Hochwasserschutz – 3,54 Meter werden. Auf Gehlsdorfer Seite gibt es einen gemeinsamen Geh- und Radweg, der über eine Polleranlage abgesichert wird. Im weiteren Verlauf am Fährberg ist eine Fahrradstraße geplant. Zwei jeweils zwei Meter breite Asphaltstreifen sowie ein 2,50 Meter breiter Gehweg sind vorgesehen. Parken wird dort nicht mehr möglich sein, „dafür suchen wir gerade noch Ausweichquartiere“, so Lüttmann. Die Kreuzung Pressentinstraße/Gehlsheimer Straße soll einen kleinen, überfahrbaren Kreisverkehr bekommen.

Umweltplanung – Bäume sollen erhalten bleiben

Eingriffe in die Umwelt sollen vermieden oder zumindest weitgehend minimiert werden, verspricht Peter Feuerpfeil, der bei Inros Lackner für die Umweltplanung zuständig ist. Keinesfalls soll am Fährberg eine ganze Allee gefällt werden – „im Gegenteil, wir kämpfen um jeden Baum“, so Feuerpfeil.

Beim Artenschutz stehen zwei Fledermausquartiere im Mittelpunkt – ein spezielles Lichtkonzept soll sie möglichst wenig stören.

Warnowbrücke soll pünktlich zur Buga 2025 fertig werden

Läuft alles nach Plan, soll der Bau der Brücke 2022 starten. Bis Ende 2024 – rechtzeitig vor der Buga – soll die Warnowquerung fertig sein. Laut aktueller Leitentscheidung werden die Gesamtkosten auf 36,9 Mio. Euro brutto geschätzt. 75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten trägt das Bundesverkehrsministerium, weitere 8,2 Mio. Förderung hat das Wirtschaftsministerium MV zugesagt.

„Wir machen keine Bundesgartenschau und danach eine Nachnutzung, sondern wir machen Stadtentwicklung, machen also erst die Nachnutzung und gucken dann, wie die Bundesgartenschau sich in diese Entwicklung reinschieben kann“, warb Horn für das Großprojekt Buga. Noch steht die Leitentscheidung der Bürgerschaft aus. Diese soll in der Sitzung am 21. Oktober gefällt werden.

Schlagwörter: Bauvorhaben (99)Brücke (7)Buga (15)Stadthafen (291)Warnow (38)

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4 Kommentare

  • Hartmut Schmidt sagt:

    Moin,
    was kostet der Spass?
    VG

  • Rostock-Heute sagt:

    Laut aktueller Leitentscheidung liegen die Gesamtkosten bei 36,9 Mio. Euro, 75 % der zuwendungsfähigen Kosten soll der Bund tragen, weitere 8,2 Mio. das Land – wir haben das oben noch mal aktualisiert.

  • Uwe Slodowitz sagt:

    Guten Tag,
    sind die angegebenen Gesamtkosten in Höhe von 36,9 Mio Euro „laut aktueller Leitentscheidung“ insgesamt auch zuwendungsfähig?
    Entsprechen die Kostenangaben der aktuellen Leitentscheidung der Kostenschätzung oder der Kostenberechnung des beauftragten Ingenieurbüros?
    Wie hoch sind die jährlichen Folgekosten (Betriebskosten, Instandhaltung usw.)?
    Freundliche Grüsse von
    Uwe Slodowitz

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