Unsinkbar. Das Wikingerschiff in Werbung, Kunst und Alltag

Mit der neuen Sonderausstellung ziehen die Wikinger ins Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum

29. Mai 2011, von
Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum
Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum

Wer kennt es nicht, das typische Wikingerschiff. Vom Wind aufgebläht steht das rot-weiße Segel. Dazu 20 Ruder an beiden Seiten. Bedrohlich zieren Schilder die Seiten. Abgerundet wird alles von einer kunstvollen Schnecke am Bug, manchmal auch von einem Drachenkopf. Doch viele dieser Motive sind nur Klischees. Und doch bildete sich ein Prototyp, der noch immer aktuell ist. Eine große Auswahl von verschiedenen Darstellungen zeigt ab heute das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum in der neuen Sonderausstellung: „Unsinkbar. Das Wikingerschiff in Werbung, Kunst und Alltag.“

Sonderausstellung „Unsinkbar. Das Wikingerschiff in Werbung, Kunst und Alltag“
Sonderausstellung „Unsinkbar. Das Wikingerschiff in Werbung, Kunst und Alltag“

Die Ausstellung kommt aus dem Wikinger Museum in Haithabu im nördlichen Schleswig Holstein. Museumsleiterin Ute Drews hat ungefähr 700 Objekte aus 28 Themenbereichen zusammengestellt, die sich nun im Traditionsschiff bestaunen lassen. Dabei sieht man zwar häufig das typische Motiv, aber auch historisch korrekte Darstellungen gibt es zu sehen. Denn so, wie viele von uns sich die Boote vorstellen, sahen sie gar nicht aus.

Peter Danker-Carstensen und Ute Drews
Peter Danker-Carstensen und Ute Drews

„Wer schon einmal auf dem Nachbau eines Wikingerschiffes mitgefahren ist, wird wissen, dass bei der ersten Welle die Schilder von der Seite abfliegen würden“, klärt Ute Drews den ersten Irrglauben auf. Die Schilder gab es zwar schon, aber diese wurden nicht an der Außenseite des Bootes festgemacht. Und auch ob das Segel wirklich rot-weiß war, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Richtig ist jedoch, dass es sowohl Segel als auch Ruder gab. Diese wurden jedoch nie parallel verwendet wie in vielen Darstellungen.

Das Motiv des Wikingerschiffes auf Lebensmitteln
Das Motiv des Wikingerschiffes auf Lebensmitteln

„Die Ausstellung soll auch die gängigen Klischees hinterfragen und über die Hintergründe aufklären“, sagt die Museologin. Dazu finden sich Darstellungen von zwei bedeutenden Schiffsfunden in den Jahren 1880 und 1902.

Wie genau sich aus diesen dann jedoch das Klischee entwickelte, kann man nicht mehr genau nachvollziehen. Fakt ist aber, dass es noch heute immer wieder für die unterschiedlichsten Zwecke verwendet wird.

Ausstellungsstücke aus Rostock
Ausstellungsstücke aus Rostock

Somit ist das „Unsinkbar“ im Ausstellungstitel auch eher in Bezug auf das Stereotyp in den Medien zu sehen. Ob es nun Bücher oder Filme sind, Spielzeug, Briefmarken oder Lebensmittel, in vielen Bereichen lässt sich das Wikingerschiff finden. Und all diese Stücke werden auch im Sonderausstellungsraum des Museums gezeigt, stilecht ausgeleuchtet mit Lampen in Form der Boote. In der Bewerbung der Produkte finden sich dann auch Eigenschaften, die man dem nordischen Volk zuspricht. So spiegelt das Schiff im Logo der Automarke Rover Erkundungsgeist und Abenteuer wieder. Und da Wikinger trinkfest gewesen sein sollen, bietet es sich an, den Met oder das Bier mit einem Bild von ihnen zu verzieren.

Noch bis zum 30. Oktober kann man sich die Ausstellung anschauen und auch selbst dazu beitragen. Die Rostocker sind nämlich aufgerufen, selbst Stücke mit dem Wikingerschiff mitzubringen. Einige Exponate sind schon eingegangen, sodass schon eine eigene Vitrine gefüllt werden konnte. Wer also irgendwo noch ein altes Wikingerschiff vor Anker liegen hat, soll es einfach zum Traditionsschiff in den IGA-Park bringen.

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