Der Schiffbau zur Zeit der Hanse

Schiffbau‐ und Schifffahrtsmuseum mit neuer Sonderausstellung zur Hanse Sail

7. August 2011, von
Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum eröffnet Sonderausstellung "Der Schiffbau zur Zeit der Hanse"
Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum eröffnet Sonderausstellung "Der Schiffbau zur Zeit der Hanse"

Was bedeutet eigentlich „Hanse Sail?“ Damit meine ich jetzt nicht, warum und wie lange man schon den Einlauf der Schiffe in den Hafen feiert, sondern die Begriffe. „Sail“ ist englisch und bedeutet Segel. Die Hanse war eine der wichtigsten, mittelalterlichen Verbindungen von Kaufleuten. Ausgehend von Lübeck gab es einen regen Handel vor allem im Ostseegebiet. Das zentrale Transportmittel waren demnach Schiffe. Was passt also besser, als zur 21. Hanse Sail den Schiffbau zur Zeit der Hanse zu beleuchten?

Eröffnung der neuen Sonderausstellung
Eröffnung der neuen Sonderausstellung

Dazu wurde heute im Schiffbau‐ und Schifffahrtsmuseum auf dem Traditionsschiff im IGA-Park eine neue Sonderausstellung eröffnet. Konzipiert wurde die Ausstellung „Der Schiffbau zur Zeit der Hanse“ von der Gesellschaft für Schiffahrts- und Marinegeschichte e. V. Seit 30 Jahren arbeitet der Verein verschiedene maritime Themen auf, ein Arbeitskreis befindet sich auch in Rostock.

Egon Wirth
Egon Wirth

Unter der Leitung von Regionalgruppenleiter Egon Wirth hat man in etwa 15 Monaten eine besondere Ausstellung zur Hanse ausgearbeitet und umgesetzt. Er freute sich über die große Resonanz zu Eröffnung und nutzte die Chance, um Werbung für die DGSM zu machen. „Unsere Mitglieder sind im Durchschnitt 75 Jahre alt. Wir würden uns sehr über frischen Wind bei uns freuen.“

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Kogge. Der Schiffstyp, der jedem Hansa Rostock Fan bekannt sein dürfte, war das bedeutendste Schiff zur Hansezeit. Die guten maritimen Eigenschaften und der große Lagerraum sorgten dafür, dass die Koggenflotte der Hanse bis zum Ende des 14. Jahrhunderts eine Tragfähigkeit von 100.000 Tonnen umfasste.

Modell einer Koge
Modell einer Koge

Auf den neun ansprechend gestalteten Informationstafeln werden Daten und Fakten zur Hanse präsentiert und der Bau einer Kogge bis ins kleinste Detail dargestellt. Welche Materialien wurden gebraucht, was für unterschiedliche Typen gab es und welche Berufsgruppen, zum Beispiel Brettschneider und Löffelbohrer, waren beteiligt? Materialien und Werkzeuge werden auch in zwei einzelnen Vitrinen präsentiert.

Für die „Poeler Kogge“ gibt es ebenfalls eine eigene Tafel, auf der genau dargestellt wird, wie man von 2000 bis 2006 ein Schiff nach traditioneller Bauweise hergestellt hat. Die so entstandene „Wissemara“ feierte vor fünf Jahren auf der Hanse Sail auch ihre Jungfernfahrt. Wem die Bilder und Texte dazu nicht reichen, kann sich bewegte Bilder auf einer Videoleinwand anschauen.

Der Adler von Lübeck
Der Adler von Lübeck

Außerdem laden auch drei Schiffsmodelle zum Anschauen ein. Neben den zwei typischen Koggen wird noch ein weiteres Schiff gezeigt, der „Adler von Lübeck.“ Dieses massive Kriegsschiff gehört in die Endzeit der Hanse und wurde nur einmal gebaut. Mit 49 Meter Länge, 138 Geschützen und über 600 Soldaten sollte es die ultimative Waffe gegen die schwedische Armee werden. Dazu kam es jedoch nie. Das Schiff schlug Leck und wurde in Portugal verschrottet.

Kinderecke mit Malzeug und Koggenpuzzle
Kinderecke mit Malzeug und Koggenpuzzle

Und auch für Kinder wird etwas geboten. Sie können selbst eine Kogge zeichnen, und wenn sie nicht so geschickt sind, auch einfach nur ausmalen. Außerdem wurde extra ein Koggenpuzzle entworfen – ideal, wenn die Kinder keine Lust auf trockene Texte haben und lieber selbst aktiv werden wollen.

Wenn also das Wetter am Hanse Sail Wochenende nicht mitspielt, dann kann man immer noch in den IGA-Park fahren und sich dort das Museum anschauen. Neben der Hanseausstellung sind noch Bilder von Olaf Rahardt und verschiedene Wikingerschiffe in den Sonderausstellungen zu sehen.

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