23. Rostocker Kulturwoche an der Uni Rostock

Trommelklänge in der City stimmen auf die Rostocker Kulturwoche 2010 ein

30. Oktober 2010, von
Rostocker Kulturwoche 2010
Rostocker Kulturwoche 2010

Wenn junge Leute trommelnd durch Rostocks Zentrum ziehen, ist das Protest oder Kultur. Glückliche Hansa-Fans kämen natürlich auch infrage, besonders heute, wo der FC Hansa nach einem 2:1-Sieg über Saarbrücken die Tabellenspitze erobert hat.

Dass heute Kultur das Thema in der Kröpeliner Straße war, konnte man weder übersehen noch überhören. Mit heißen Samba-Rhythmen warb die Rostocker Percussionband Movimento zusammen mit Vertretern des Kulturreferates des AStA der Uni Rostock für die 23. Rostocker Kulturwoche, die am kommenden Donnerstag startet.

Bis zum 14. November wird auch in diesem Herbst wieder ein buntes kulturelles Programm geboten, bei dem für jeden etwas dabei sein dürfte. Höhepunkte herauszugreifen, fällt schwer. Fast schon zum Pflichtprogramm dürften der Poetry Slam (8. November, 20 Uhr im Ursprung) sowie das Studentische Kurzfilmfestival „Golden Toaster“ (10. November, 19 und 21 Uhr im LiWu) gehören.

Rostocker Kulturwoche - Movimento trommelt in der Rostocker City
Rostocker Kulturwoche - Movimento trommelt in der Rostocker City

Kunst konzentriert gibt es am Samstag, dem 6. November ab 21 Uhr in der Alten Gerberei. Film, Musik, Theater und bildende Kunst vereinen sich hier zum Kunstkonzentrat. Nachdem die historische Schmiede in der Wollenweberstraße der östlichen Altstadt im September und Oktober 20 Kunstschaffenden der Region als „Galerie auf Zeit“ gedient hat, werden an diesem Tag noch einmal Werke einiger Künstler in der Alten Gerberei zu sehen sein.

Wer etwas für Poesie und gute handgemachte Musik übrig hat, sollte sich den 12. November dick im Kalender anstreichen. Um 20 Uhr ist im Moya der Club der toten Dichter zu Gast.

Nach Heinrich Heine und Wilhelm Busch vertont Reinhardt Repke im aktuellen Programm „Eines Wunders Melodie“ Texte von Rainer Maria Rilkes. Unterstützung bekommt er dabei von Katharina Franck, der unverwechselbaren Stimme der Rainbirds.

1999 aus der Taufe gehoben, ist die Rostocker Kulturwoche für ihren Projektleiter Daniel Karstädt inzwischen zur Herzensangelegenheit geworden. Im nächsten Jahr steht mit der 25. Auflage der Veranstaltung ein rundes Jubiläum an. Dürfen wir uns darauf noch freuen oder steht die Rostocker Kulturwoche auf der Kippe?

Daniel Karstädt, Projektleiter der Rostocker Kulturwoche
Daniel Karstädt, Projektleiter der Rostocker Kulturwoche

Angesprochen auf die immer wieder aufkommenden Gerüchte, kann Karstädt nur mit dem Kopf schütteln: „Wirtschaftliches Denken prallt da leider oft auf künstlerisches – das sind zwei Welten.“ Bisher konnten sich die Befürworter der Kultur immer durchsetzen, zeigt sich der Erfinder der Kulturwoche verhalten optimistisch, auch wenn der Enthusiasmus bei einigen Studentenvertretern nicht mehr so groß sei wie früher.

Dass es überhaupt eine 23. Kulturwoche gibt, ist aber vor allem der guten Resonanz zu verdanken, nicht nur bei den Studenten. „Wir haben eine Auslastung zwischen 70 und 90 Prozent, davon können andere Veranstalter nur träumen.“

Mehr als 2000 Besucher im Herbst und – einschließlich des Campuserwachens – rund 7000 Gäste im Frühjahr sprechen eine deutliche Sprache. Vielleicht sollten AStA und StuRa dieses Potenzial einfach nutzen, um aus ihrem eigenen Schatten und wieder mehr in das Bewusstsein der Studentenschaft zu treten.

Karten für die 23. Rostocker Kulturwoche gibt es im AStA-Büro, beim Pressezentrum sowie bei der MV-Ticketbox.

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