27. Evangelischer Kirchbautag 2011 in Rostock
Tagung im Juni beschäftigt sich mit dem Erhalt der Kirchen – Schwerpunkt sind die kleinen Dorfkirchen Mecklenburgs
23. März 2011, von Stefanie
Schon von Weitem erkennt man Städte und Dörfer an ihren Kirchtürmen. Nicht nur für Christen sind sie daher wichtige Identifikationsorte. Allein das Gebiet der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs zählt 580 Dorf- und 84 Stadtkirchen. Fast alle stehen unter Denkmalschutz. Aber welche Rolle sollen Kirchengebäude heute noch spielen in einem Land wie Mecklenburg-Vorpommern, wo rund 80 Prozent der Bevölkerung konfessionslos sind?
Um die Marienkirche und die Universitätskirche in Rostock brauchen wir uns keine Sorgen machen, beruhigt Professor Dr. Thomas Klie, Theologe an der Universität. „Aber was machen wir mit den vielen kleinen Dorfkirchen?“, stellt er als Frage in den Raum.

Mit dieser Frage wollen sich vom 23. bis zum 25. Juni zahlreiche Experten auf dem 27. Evangelischen Kirchbautag in Rostock beschäftigen. Aus dem ganzen Bundesgebiet kommen dann Architekten, Künstler, Denkmalpfleger, Kirchbaufachleute der Landeskirchen und Theologen zusammen. Mit etwa 400 Teilnehmern rechnet Dr. Ludwig Seyfahrt, der die Veranstaltung des Instituts für Kirchbau und kirchliche Kunst der Gegenwart hier vor Ort koordiniert. Aber auch für andere Interessierte sei die Tagung offen, so der Pastor i.R.
In Vorträgen, Gesprächsforen und Workshops soll die Frage nach dem Erhalt der Bausubstanz unter dem Motto „Kirchenraum – Freiraum – Hoffnungsraum“ beleuchtet und auch schon konkrete Vorschläge präsentiert werden.

Einen besonderen Schwerpunkt bildet dabei die Situation in Mecklenburg. Thomas Klie, der auch Mitglied im Präsidium des Kirchbautages ist, weist hier auf einen interessanten Widerspruch hin, welchen er gerade erforschen lässt: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Mecklenburger mit großer Selbstverständlichkeit Mitglied in Kirchbauvereinen sind, die sich für den Erhalt ihrer Dorfkirche einsetzen, aber nicht Mitglied der Kirche sind.“ So gebe es hierzulande die größte Dichte von Kirchbauvereinen und die geringste Kirchenmitgliedschaft.

„In unserer besonderen Situation“, verweist Landessuperintendent Dr. Matthias Kleiminger auf den enormen Reichtum an kirchlichen Bauwerken, „sind wir auch in gewisser Weise Vorreiter, die sich darüber klar werden wollen, wie wir mit unserem Erbe umgehen.“
Einen kleinen Einblick in Mecklenburgs Reichtum an Kirchen und Kapellen bietet auch der 27. Evangelische Kirchbautag. So können die Teilnehmer nicht nur die Kirchen Rostocks erkunden, auch Ausflüge zu ausgewählten Orten Mecklenburgs stehen auf dem Tagungsprogramm.
Haupttagungsort ist das Kirchliche Zentrum St. Nikolai in der Rostocker Altstadt. Eine Kirche, die bereits umgewidmet wurde und heute als kultureller Veranstaltungsort dient.
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