7. Rostocker Filmtage „AB'GEDREHT“ im LiWu

Psychische Leiden stehen im Fokus der thematischen Filmwoche vom 5. bis 11. Oktober im Lichtspieltheater Wundervoll

Das Li.Wu im Barnstorfer Weg
Das Li.Wu im Barnstorfer Weg

In der Woche vom 5. bis 11. Oktober finden zum siebten Mal die Rostocker Filmtage „AB`GEDREHT“ im Lichtspieltheater Wundervoll statt.

Vor dem Hintergrund, dass psychische Leiden immer stärker die Menschen und die Gesundheitssysteme belasten, gehört diese thematische Filmwoche zur Tradition der Zusammenarbeit des Gesundheitsamtes mit der Klinik für Psychiatrie der Universität Rostock, der Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik mbH, der AWO-Sozialarbeit gGmbH, den Landesverbänden Psychiatrie-Erfahrener M-V e.V. und Angehöriger und Freunde psychisch Kranker e.V. sowie dem Lichtspieltheater Wundervoll.

Der Startschuss für die Filmwoche ist am 5. Oktober im Lichtspieltheater mit dem Film „Ein Tick anders“. Bis zum 11. Oktober laufen verschiedene Filmveranstaltungen im LiWu. Einige richten sich speziell an Schüler, Eltern oder Lehrer. Im Anschluss an alle Filme wird eine thematische Diskussion angeboten.

05.10. 19 Uhr »Ein Tick anders« Trailer
08.10. 19 Uhr »Shine – Der Weg ins Licht«
09.10. 14 Uhr »Im Weltraum gibt es keine Gefühle« (Schulvorstellung) Trailer
09.10. 18:30 Uhr »Naokos Lächeln« Trailer
10.10. 14 Uhr »Im Weltraum gibt es keine Gefühle« (Schulvorstellung)
11.10. 19 Uhr »Sieben Mulden und eine Leiche«

Höhepunkt der Filmwoche ist der 10. Oktober – der Welttag der seelischen Gesundheit. Er findet in diesem Jahr im Waldemarhof statt. Ab 18 Uhr öffnet für alle Besucherinnen und Besucher das Atelier-Café mit kleinen Snacks und Getränken. Der Abend wird mit der Rostocker Theatergruppe eröffnet und im Anschluss um 19 Uhr, findet das Gastspiel mit Christian Mock „Tagebuch eines Wahnsinnigen“ – Theaterstück nach Nikolai Gogol statt (Eintrittspreis: 5 Euro).

Psychische Erkrankungen, vor allem Angsterkrankungen und Depressionen, zählen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde zu den häufigsten Erkrankungen in unserer Gesellschaft. Eine Studie der WHO ermittelte, dass weltweit zwölf Prozent und in Europa 20 Prozent der Bevölkerung durch psychische Störungen belastet sind. Experten rechnen sogar damit, dass bis zum Jahr 2020 Depressionen in den Industriestaaten die zweithäufigste Erkrankung sein werden.

Die am weitesten verbreiteten Störungen in der EU sind Angst und Depressionen. Allein an einer Angststörung leiden 14 Prozent, sieben Prozent an ernsten Schlafstörungen, ebenso viele an Depressionen, fünf Prozent an Demenz, psychosomatischen Krankheiten oder am ADH-Syndrom und mehr als drei Prozent an Alkoholabhängigkeit. Bei Kindern und Jugendlichen werden heute fünfmal so viele Depressionen festgestellt wie noch vor einer Generation. Das derzeitige Lebenszeitrisiko, an einer psychischen Störung zu erkranken, liegt allerdings mit über 50 Prozent der Bevölkerung wesentlich höher. Die Ursachen für den rapiden Anstieg psychischer Erkrankungen sind sehr vielfältig und werden in der Fachwelt kontrovers diskutiert.

Neben dem Wegfall bisher funktionierender sozialer Strukturen, steigender Arbeitslosigkeit und unsicherer Arbeitsverhältnisse können für die Zunahme insbesondere Arbeitsplatzbelastungen, wie zum Beispiel zeitliche und fachliche Über- und Unterforderung und fehlender Handlungsspielraum angenommen werden. Immer mehr wissenschaftliche Studien belegen, dass auch psycho-soziale Faktoren wie mangelnde Anerkennung und Wertschätzung, soziale Konflikte mit den Kollegen und defizitäres Führungsverhalten sowohl für die physische als auch für die psychische Gesundheit mit ausschlaggebend sind.

Letztendlich liegt die Einschränkung der Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit durch psychische Störungen deutlich höher als bei anderen Volkskrankheiten. Zwar können die meisten Menschen mit einer psychischen Erkrankung heute effektiv behandelt werden. Allerdings verhindert die Angst vor einer Stigmatisierung häufig, dass gezielte Hilfe in Anspruch genommen wird. In diesem Sinne trägt die Filmwoche mit ihren thematisch unterschiedlichen Filmen sowohl zur Aufklärung über verschiedene psychische Erkrankungen als auch zur Relativierung und Sensibilisierung weitverbreiteter Vorurteile gegenüber psychisch erkrankten Menschen bei. Im Anschluss an die gezeigten Filme werden wieder Fachleute Fragen zu unterschiedlichsten Themen beantworten.

Quelle: Hansestadt Rostock, Pressestelle

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