„Wie war die DDR wirklich?“ - Vortrag der KAS

Thema DDR – Die Konrad-Adenauer-Stiftung in Rostock

27. Februar 2010, von
Adenauer Stiftung Dr. Eckhard Lemm
Adenauer Stiftung Dr. Eckhard Lemm

„Wie war die DDR wirklich? – Der Arbeiter- und Bauernstaat zwischen Mythos und Realität“ – 20 Jahre nach der Wiedervereinigung ein interessantes Thema, das einen spannenden Abend versprach.

So lud die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung am Donnerstagabend zu einem Gespräch rund um das Thema ins InterCity Hotel Rostock. Der Konferenzraum war relativ gut besucht und anders als bei der Ausstellungseröffnung in der Dokumentations- und Gedenkstätte der BStU am Dienstag fand sich auch eine größere Zahl an jungen Leuten, die sich für das Thema interessierten.

Angekündigt war ein Impulsreferat mit anschließender Diskussion. Dr. Eckhard Lemm von der Adenauer-Stiftung handhabte die Gestaltung des Abends dann doch ein bisschen anders.

Er eröffnete seinen Vortrag mit drei Zitaten, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Dabei handelte es sich um die Statements eines ehemaligen DDR-Regierungsmitgliedes, das eines „Jammer-Ossis“ und des „Besser-Wessis“. Eine scheinbar gute Ausgangsbasis für eine kontroverse Diskussion.

Adenauer-Stiftung Zuschauer DDR-Vortrag
Adenauer-Stiftung Zuschauer DDR-Vortrag

Es folgte jedoch eine Art Vorlesung, in der der Referent verschiedene Thesen bzw. Mythen zur DDR, ihrer Wirtschaftslage, ihrem Rechtssystem und anderen Lebensbereichen vorstellte und diese dann näher ausführte bzw. widerlegte.

Nach jedem Punkt hatten die Zuschauer die Gelegenheit, etwas zu den Ausführungen zu sagen, Ergänzungen zu machen oder eventuell das Gegenteil zu beweisen. Allerdings war dies jeweils auf ein kleines Zeitfenster beschränkt und es kamen nicht immer alle zu Wort.

„Wie war die DDR wirklich?“ - Vortrag der KAS
„Wie war die DDR wirklich?“ - Vortrag der KAS

Man musste also sehr viel Geduld und Sitzfleisch für die Veranstaltung mitbringen. Zum Zeitpunkt, als der Impulsvortrag beendet sein sollte, hatte Dr. Lemm noch viele Thesen in der Hand und einige Gäste verzichteten an dieser Stelle dann auch auf den Rest des Vortrags.

Die drei Herren, die den wesentlichen Teil der Diskussionen mittrugen, und einige andere hielten tapfer durch, die meisten jüngeren Gäste gaben sich jedoch geschlagen.

Am Ende kritisierte einer der Zuhörer dann doch die Ausführung des Vortrags bzw. der sogenannten Diskussionsrunde und bemerkte, dass das Referat das Thema vielleicht doch etwas einseitig beleuchtete. Dieser Gast wurde allerdings von den „Hauptdiskutanten“ als unfair angezählt. Das Referat war durchaus interessant und aufschlussreich. Es wurde hier und da auch durch einige politische Witze aufgelockert. Doch was als Diskussionsrunde geplant war, endete leider als eine Art zweistündige Geschichtsvorlesung – aus dem Thema und dem Abend hätte man bestimmt etwas mehr rausholen können.

Schlagwörter: DDR (22)Geschichte (86)Konrad-Adenauer-Stiftung (1)

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4 Kommentare

  • Hartwig sagt:

    Für Dr. Eckhard Lemm!
    Lesen sie bitte Wort für Wort und denken sie als Wissenschaftler darüber nach!

    Jetzt haben wir den „Goldenen Westen“ – und nun?

    Wo waren jene der 3. Garnitur, die nach der Wende die Seite gewechselt haben, in den 40 Jahren als wir in unserer Heimat DDR, die uns nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges als Kriegskinder frei Haus von den Alliierten serviert wurde? Richtig! Im „Goldenen Westen“. Meine Grundidee in der DDR zu verbleiben und nicht in das gelobte Land der „Freiheit und Demokratie“ abzudriften wurde von zwei grundsätzlichen Ideen getragen „Nie wieder Krieg! Nie wieder dürfen jüdische Kinder in einem faschistischen Konzentrationslager zu Tode gequält werden.“ Diese Idee wurde in allen Punkte in den 40 Jahren DDR eingehalten Hinzu kam noch meine Bodenständigkeit als geborener Mecklenburger ohne Verwandtschaft im „Goldenen Westen“. Eindeutig und klar aussagefähig formuliert. Das war mein Vorteil gegenüber anderen.
    Abgesoffen und politisch kaputt gegangen ist die DDR, weil unsere Politbürokratie nicht mehr in der Lage war, die beidseitige Entwicklung zwischen Sozialismus und Kapitalismus in der Welt real einzuschätzen. Dadurch sind die alten Herren im eigenen Dogma gegen die Wand gelaufen. Durch ihr Verhalten haben sie viele mit in den Abgrund gerissen, die nicht unbedingt in den „Goldenen Westen“ übersiedeln wollten, sondern 40 Jahre lang Vertrauen zum Staatsgefüge DDR hatten: hervorragende Wissenschaftler, hochqualifizierte Facharbeiter, erfahrene Piloten, Ärzte, Krankenschwestern, Offiziere, Kapitäne und Seeleute der Handelsmarine, eine erfolgreiche Fischereiflotte u.v.m.
    Auf einmal war Schluss mit lustig, während sich der doch nicht so „Goldene Westen“ erholen konnte, weil tausende Automobile, die teilweise in den Bereich Schrott einzuordnen waren, auf einen neuen Absatzmarkt teuer verkauft werden konnten. Dummschwätzer der 3, Garnitur aus dem „Goldenen Westen“ überzogen von nun an das ehemalige Territorium der DDR um ihr Scherflein ins Trockene zu bringen. Sie sind schuldig am Nichtzustandekommen einer neuen Verfassung nach der Wende. Viele DDR Bürger merkten plötzlich, das der „Goldene Westen“ doch nicht so goldig war, wie er immer im Westfernsehen und in der Bildzeitung visuell geschönt sichtbar gemacht worden war. Einige wurden erst richtig wach, als sie arbeitslos wurden.
    Was die Erhaltung des Friedens betrifft waren wir in der DDR auf dem richtigen Weg. Auch die Sozialpolitik in der DDR entsprach den Interessen der Mehrheit der in diesem Staat lebenden Menschen und wäre nach der Wende in den „Goldenen Westen“ übertragbar gewesen (Polikliniken, um nur ein Bespiel zu benennen). Aber es gab keinerlei Bemühungen die Grundidee der Väter des Grundgesetzes laut Artikel 146 mit Leben zu erfüllen. Warum auch der „Goldene Westen“ wäre bei einer Volksabstimmung ins schleudern gekommen und zwar im gleichen Maße wie bei einer Abstimmung zur Einführung des Euros oder des Lissabonvertrages.
    Verkorkst wurde die Politik der DDR durch das Nichterkennen der auch 40 Jahre nach dem Krieg immer noch bestehenden Lebensverhältnisse zwischen Verwandten und Bekannten in Ost und West. Das war mehr als tragisch. Jeden Ausreisewilligen damals unter die Lupe zu nehmen und mit Sanktionen zu bedrängen, wenn er von seinem Vorhaben keinen Abstand nehmen würde, wurde zum Fiasko. Davon war insbesondere das Zusammenleben in Berlin Ost und Berlin West geprägt. Dieses Nichterkennen wurde überdeckt durch die Feuer – und Wasserpolitik des 1. Mannes im Staate DDR Erich Honecker. Dadurch wurde alles, was wir bis dato erreicht hatten in den Bereich der Unglaubwürdigkeit gedrängt. Hohn, Demütigungen und Spott wurden so unberrechtigter Weise zum Gegenstand politischer Auseinandersetzungen zwischen dem „Goldenen Westen“ und der angeblich „mageren“ DDR. Dieses dogmatische Verhalten mit dem Spruch der Partei verbunden „Die Partei hat immer Recht“ wurde zur Floskel. Wer immer Recht haben will macht angeblich keine Fehler. Die Polithierarchie konnte einfache Formen des Nichtverstehens der Wünsche der Menschen in der DDR nicht mehr in Übereinstimmung bringen mit dem eigenen Verhalten (kostenlos Tanken und selber Westauto fahren, während wir als DDR Bürger jahrelang in der Warteschlange festgenagelt waren, es sei denn es wurde nach dem Motto gehandelt eine Hand wäscht die andere) Auch die 70 000 Leipziger, die im Herbst 1989 demonstrierten , waren nicht von dem Gedanken besessen den „Goldenen Westen“ in die DDR zu holen. Dass Gegenteil war der Fall. Sie wollten durch Reformen in der DDR eine bessere DDR ohne diese alte Politbürokratie. Leider haben diese alten Politherren alles verspielt und uns siegreich in den Kapitalismus geführt. Manch einer von uns, der ihnen 40 Jahre Vertrauen entgegen gebracht hat, muß jetzt noch ums Überleben kämpfen.
    Dummschwätzer aber, die nach der Wende in die DDR umgesiedelt sind, keine einzige Stunde in der DDR gelebt und gearbeitet haben und dennoch bis zum heutigen Tag alles besser wissen wollen, sollten in ihrem Auftreten etwas zurückhaltender sein und den ehemaligen DDR Bürgern, die hier geblieben sind etwas mehr Respekt entgegen bringen. Man kann nicht nur auf der Siegerseite stehen. Auch der Verlierer hat das Recht nach einem verlorenen Kampf mit Respekt behandelt zu werden.
    Hartwig Niemann
    Rostock
    Dipl Ing.

  • Siegfried Frenz sagt:

    Meinen Respekt Herr Hartwig Niemann.
    Es gehört Mut dazu, geade weil immer alles hochgejubelt wird.
    An die Wilken-Str. 4 werd i ch ihnen einen Brief senden. Hier is ja ne Lesebrillen – Lupe Pflicht.
    In Pierknüppel war ich Panzersoldat, – freiwillig.
    Tschüüssing

    Solche Veranstaltung gab es in Schwerin nur von der AfD – total überfüllt mit Aussenmin. Russlands,
    alle Fragen beantwortet – 100 % .2014 Hotel Citi

  • Henry Hatt sagt:

    Sehr geehrter Herr Niemann,
    wenn Sie das lesen sollten, bitte ich Sie um Kontaktaufnahme unter
    kaktus@kunstraubforschung.de
    Ich habe ihre Bücher gelesen und möchte Ihnen meinen Hochachtung aussprechen. Selten kann ein Autor ein derart gut recherchiertes Werk vorlegen. Ich hätte den Wunsch, Sie einmal zu besuchen um gewisse Dinge zu diskutieren, die ich herausgefunden habe. Gerne sind Sie auch in meiner Heimat, dem Frankenwald, willkommen, falls Sie einen Besuch bei mir vorziehen. Es geht darum, Ihnen den Stand meiner Ermittlungen zum Thema BZ mitzuteilen und Ihre Meinung dazu zu hören, denn es ergeben sich erstaunliche Parallelen.
    mit freundlichen Grüssen
    Henry Hatt

  • Siegfried Frenz sagt:

    Werter Herr Dr. Eckhard Lemm,
    mit Interesse habe ich Ihren Vortrag gelesen.
    Das gewählte Thema wurde inzwischen ungezählt oft gestreift & getroffen & total verfehlt.
    Ihr Bemühen ehrt sie. In Schwerin hat sicher Frau Dr. Bremer so eine Aufgabe.

    In Rostock war ich zwar nur 2 Jahre freiwillig Soldat. Als Kind ließ mir meine Mutter in Rostock meine Mandeln rausschneiden.
    Rostock war im Vergleich zu Schwerin viel mehr zerbombt.
    Doch zum Erleben selbst in nur einer Stadt wie z.B. Rostock haben die Erlebnisse der Bürger sehr viele Gesichter. Am krassesten ist wohl, ich genehmige mir einen kleinen Vergleich : Als Panzersodaten sangen wir laut & mit stolz das Lied der Tankisten.
    „Wir tragen die rosa Spiegel“ – sicher auch mal an einer Rostocker Kirche vorbei.
    >>> Viel später verkroch sich ein Rostocker Pastor ängstlich hinter seinem Altar.
    Denn ungläubige Bürger riefen laut – sie dangen keine Kirchenlieder.
    Was aus den Kerzenhaltern wurde (?). Was aus dem Pastor wurde weiß jeder der ihm
    die 1990 größe Behörde übertrugen. Und ein Minister Rösler presentierte ihn sogar ins höchste Amt. Und wenn auch nur um unsere Kanzlerin zu ärgern.
    Ihr Amt besteht darin zu reparieren, zu restaurieren. Wie einfach ist es gagegen gekonnt
    eine Granate ins Ziel zu dirigieren.
    Sie hätten als Chirurg oder Bestatter sicher mehr zu . . . . (?)

    Bleiben Sie neugierig Dr. Lemm

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