Altstadtmodell an der Marienkirche eingeweiht

Zum Sehen und zum Fühlen – neues Bronzerelief zeigt die Rostocker Altstadt

25. Juni 2011, von
OB Roland Methling, Helga Biemann (Vorstand Volks- und Raiffeisenbank), Gudrun Buse (Blinden- und Sehbehindertenverein MV) und Bildhauer Dirk Wunderlich enthüllen das Bronzerelief der Rostocker Altstadt
OB Roland Methling, Helga Biemann (Vorstand Volks- und Raiffeisenbank), Gudrun Buse (Blinden- und Sehbehindertenverein MV) und Bildhauer Dirk Wunderlich enthüllen das Bronzerelief der Rostocker Altstadt

Rostocks Altstadt – seit gestern gibt es sie als Miniaturmodell aus Bronze zu bestaunen. Anlässlich des 793. Stadtgeburtstages enthüllten Oberbürgermeister, Künstler und Vertreter der stiftenden Volks- und Raiffeisenbank die neue Plastik in der Langen Straße, am Fuße der Marienkirche.

Das Altstadtmodell zeigt die heutige Rostocker Altstadt in den Grenzen ihrer historischen Stadtmauer – vom Kröpeliner Tor bis zur Petrikirche, vom Kuhtor bis zum Stadthafen. Der Grundriss des Kunstwerks entspricht in etwa dem Maßstab 1:1000, es sei aber keinesfalls als „maßstabsgetreues Architekturmodell“ zu verstehen, erläuterte Bildhauer Dirk Wunderlich.

Altstadtmodell vom Kröpeliner Tor bis zur Petrikirche
Altstadtmodell vom Kröpeliner Tor bis zur Petrikirche

So wurden etwa alle Häuser auf eine Höhe gebracht. Einerseits, um eine horizontale Ruhe zu bekommen, andererseits aber auch, um „das Labyrinthartige der Stadt deutlicher und im wahrsten Sinne nachvollziehbarer zu machen“, so Wunderlich.

14 ausgewählte Gebäude der Stadt, wie Kirchen, Rathaus oder Stadttore, wurden hervorgehoben und in einem größeren Maßstab dargestellt. Sie sind jedoch aufeinander abgestimmt, sodass man ihre Dimensionen untereinander vergleichen kann.

Zu entdecken gibt es im Altstadtmodell übrigens keineswegs nur Gebäude. Details, wie Fahrzeuge oder liebevoll eingebundene Figurengruppen, sorgen für Spannung innerhalb des Kunstwerkes, regen die Fantasie des Betrachters an und lassen Geschichten beginnen.

Altstadtmodell - sehen und fühlen
Altstadtmodell - sehen und fühlen

Eine Besonderheit bei diesem Vorhaben war die Einbeziehung der Blinden und Sehschwachen, hat das Kunstwerk doch nebenbei auch einen ganz praktischen Nutzen. So bekommen nicht sehende Menschen durchs Ertasten einen plastischen Eindruck von Rostocks Altstadt und erhalten zusätzlich Informationen durch Beschriftungen in Brailleschrift.

Als Ort des Kennenlernens, an dem Sehende und Nichtsehende miteinander ins Gespräch kommen, wünscht sich Bildhauer Wunderlich den Platz an der Marienkirche. „Ein Ort, wo der eine etwas fühlt, was der andere sieht und umgekehrt.“

Bronzerelief der Rostocker Altstadt in der Langen Straße
Bronzerelief der Rostocker Altstadt in der Langen Straße

Das Altstadtrelief ist eine der letzten Arbeiten, an denen der Bildhauer Jo Jastram mitwirkte. Die Fertigstellung erlebte der am 7. Januar im Alter von 82 Jahren verstorbene Künstler nicht mehr. „Es war schwer, ohne ihn weiterzumachen“, gab Wunderlich zu.

Jastrams analytische Fähigkeit, aber auch die heitere Weise, den Dingen auf den Grund zu gehen, haben die Künstler bei ihrer Arbeit sehr vermisst. „Wir waren und sind uns aber sicher, dass er so oder so immer dabei war und ist“, bekräftigte Wunderlich.

Schlagwörter: Dirk Wunderlich (3)Geschichte (88)Jo Jastram (8)Kunst (142)Lange Straße (38)Marienkirche (41)

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