„Baltic Future“ - Messe in Rostock

Erwin Sellering eröffnet internationale Fachmesse der maritimen Wirtschaft

5. Mai 2010, von

Erwin Sellering auf der „Baltic Future“-Messe in Rostock Die Themen der gestern in Rostock eröffneten dreitägigen Fachmesse der maritimen Wirtschaft „Baltic Future“ sind Offshore, Windenergie, maritime Logistik, Meerestechnik sowie Zulieferindustrie. „Die Messe bietet Ausstellern und Fachbesuchern eine internationale Plattform für neue Geschäftskontakte und Kooperationsmöglichkeiten“, sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel in Rostock. Ich war auch dort und schaute mich ein wenig um.

Über 100 Aussteller aus verschiedenen Nationen, wie etwa Finnland, Estland, Dänemark und Polen stellen auf der Fachmesse aus. Partnerregion der „Baltic Future“ ist die polnische Region Westpommern. Sie ist durch eine Gemeinschaftspräsentation verschiedener Unternehmen und Institutionen aus Polen vertreten.

Zugleich fanden im Rahmen der „Baltic Future“ heute der Außenwirtschaftstag des Bundesverbandes Mittelständischer Wirtschaft (BVMW) zu dem Thema „Ostseeregion – Wachstum für Europa“ wie auch der 1. Wind-Energie-Tag statt.

Prof. Mathias Paschen, Prof. Wolfgang Schareck und Erwin Sellering Die Entwicklung der Windkraftbranche in Mecklenburg-Vorpommern stimmte Ministerpräsident Erwin Sellering zuversichtlich. „Mecklenburg-Vorpommern liegt bei der Nutzung erneuerbarer Energien mit an der Spitze in Deutschland“, erklärte er. „45 % des im Land erzeugten Stroms kommen aus erneuerbaren Energiequellen, zwei Drittel davon aus Windkraft“, fügte er hinzu.

Dr. Frank Weichbrodt, Uni Rostock Die Universität Rostock präsentiert weltweit einzigartige Forschungsergebnisse auf der „Baltic Future“. Auf einem Gemeinschaftsstand machen die im Department Maritime Systeme der Interdisziplinären Fakultät vertretenen Einrichtungen ihre Forschungen erfahrbar.

Dr. Frank Weichbrodt erklärte mir eines der vielen Forschungsthemen. Es handelt sich dabei um die Messung, Simulation und Analyse von Seegang. Ich erfuhr, dass die Messung der Wellen in der Ostsee mittels Druckmessdosen oder einer sogenannten Seegangsmessboje erfolgt. Anschließend würden die Wellen numerisch simuliert, sagte Frank Weichbrodt. Anhand dieser Eingangsdaten, also den Wellenhöhen und Seegangsparametern ließen sich dann beispielsweise Küstenschutzbauwerke und Hafenanlagen sowie die dortige Belastung durch den Seegang bemessen. Aber auch durch den Klimawandel zu erwartende veränderte Seegangsbedingungen, wie Wasserstände und Strömungen, könnten mittels dieses Verfahrens abgeschätzt werden.

Gunnar Kistner und Michael Kneusel, „Waterbike-Team University of Rostock“ Nur wenige Meter vom Forschungsstand der Universität entfernt präsentierte das „Waterbike-Team University of Rostock“ sein Tretboot. Gunnar Kistner, Kapitän des Tretbootteams, und Michael Kneusel erzählten mir mehr über sich und ihr Boot.
Beide studieren Maschinenbau am Institut für Maschinenbau und Schiffstechnik in Rostock. Ihr Boot hätten sie selbst entwickelt und gebaut, erklärten mir die Beiden. Einmal im Jahr würden sie damit auf der internationalen Waterbike-Regatta (IWR) gegen andere Teams antreten.

Im letzten Jahr habe dieser Wettbewerb in Rostock stattgefunden und sie hätten den ersten Platz errungen. Diesen Preis gilt es nun dieses Jahr in Stettin zu verteidigen. Um von der harten Konkurrenz nicht überholt zu werden, hätten sie inzwischen einige Neuerungen für ihr Boot entwickelt, die sie nun hoffen, erfolgreich zum Einsatz bringen zu können. Das „Waterbike-Team University of Rostock“ gibt es mittlerweile schon seit über 20 Jahren. 1989 wurde es gegründet. Das erste Boot hieß „ANNA“. Gunnar Kistner: „Sinn der Sache ist natürlich, dass man das, was man im Studium lernt, praktisch anwenden kann“. Das klingt überaus plausibel, dachte ich. Heißt es nicht auch, „probieren geht über studieren“? Ich werde den Jungs jedenfalls beide Daumen für die nächste Waterbike-Regatta drücken.

Sybille Ahrens, Seenotretter DGzRS Ein weiterer Ausstellungsstand interessierte mich sehr. An diesem informierte Sybille Ahrens ehrenamtlich über die „Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger“ (DGzRS). Diese gäbe es bereits seit 145 Jahren und sie werde ausschließlich durch Spenden finanziert, sagte sie mir. Die 61 Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote der Seenotretter sind an der deutschen Nord- und Ostseeküste im Einsatz. Am Alten Strom in Warnemünde liegt der Seenotkreuzer „ARKONA“, der heute auch beim Einlaufen der AIDAblu zu sehen war.

Seine Stammbesatzung zählt neun Mann. „Wie aber funktioniert das mit der Rettung nun, wenn jemand auf See in Not gerät und wie kommen die Retter am schnellsten zum Einsatzort“, fragte ich mich. In Bremen gäbe es die Seenotleitung „MRCC“ (Maritime Rescue Coordination Center), die rund um die Uhr besetzt sei, erklärte mir Sybille Ahrens. Diese alarmiere im Falle eines eingegangenen Notrufes die Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote vor Ort und koordiniere überdies andere Schiffe, die sich in der Nähe des in Seenot geratenen Seefahrers befänden.

Im Jahr 2009 wurden auf diese Weise 123 Menschen aus der Seenot gerettet. Doch Sybille Ahrens: „Wir machen ja noch viel mehr“. Wenn etwa einem Segler der Mast gebrochen oder ein Schiff in einer der vielen Flachwasserstellen der Ostsee stecken geblieben sei, so würden „Die Seenotretter“ ebenfalls Hilfe leisten und durch rechtzeitiges Eingreifen verhindern, dass sich aus einer Notlage ein möglicher Seenotfall entwickelt. „Man möchte retten und man möchte helfen“, das sei die Philosophie, die hinter all dem Bemühen stehe, sagte Sybille Ahrens. Wer die DGzRS unterstützen möchte, der erfährt auf der Homepage, wie er das tun kann. Zur „Hanse Sail“ wie auch zur „Warnemünder Woche“ kann mehrfach ein Seenotkreuzer der DGzRS in Warnemünde besichtigt werden. Wann das möglich ist, wird über Plakate und die Internetseite bekannt gegeben. Interessierte können dann Näheres über die „Die Seenotretter“ erfahren.

Die Fachmesse der maritimen Wirtschaft, „Baltic Future“ findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Am Mittwoch wird die zweite Branchenkonferenz der Logistikwirtschaft MV im Rahmen der Messe veranstaltet. Am Donnerstag wird sich die Wojewodschaft Westpommern zu dem Thema „Die Ostsee – Das Meer der Zukunft“ präsentieren. Wer sich für Technik und maritime Themen interessiert, ist hier gut aufgehoben, nicht nur als Fachbesucher.

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