Finale des „7. Rostocker Koggenzieher“ 2011

Mit einem ausverkauften Haus und lachkrampfgebeutelten Zuschauern ging gestern der „7. Rostocker Koggenzieher“ zu Ende

7. März 2011, von

Mit einem lachenden und einem – vom vielen Lachen – weinenden Auge, wohnte das Publikum gestern dem Finale des Kabarett-Wettbewerbs „Rostocker Koggenzieher“ an der BÜHNE 602 bei. Bereits Donnerstag, Freitag und Samstag (3. – 5. März) fanden die drei Vorrunden des „7. Rostocker Koggenzieher“ statt. Zwölf Kabarettisten waren an den Start gegangen, um einen der vier Preise mit nach Hause zu nehmen.

Timo Wopp beim "7. Rostocker Koggenzieher"In jeder Vorrunde traten vier der Künstler gegeneinander an und jeweils einer schaffte es, sich für das Finale zu qualifizieren. Gestern standen dann die drei Gewinner der Vorabende noch einmal auf der Bühne und präsentierten sich von ihrer besten, bei Weitem nicht immer nettesten, Seite. Schließlich reden wir hier von Kabarett, da darf man ja nun mal kritisch daher kommen.

Aus Runde eins gab Timo Wopp noch einmal seine Lebenstipps zum Besten und präsentierte sein politisch-wirtschaftliches Jonglier-Kabarett. Dabei machte er um politisch korrekte Äußerungen meist einen großen Bogen und zeigte dem Publikum eine zuweilen ganz neue Sicht auf viele Dinge. Was er da auf der Bühne sage, sei seine Wahrheit, betont er. Er sei wie die Bibel: „Am Ende heißt es: Augen zu und dran glauben.“

Team & Struppi beim "7. Rostocker Koggenzieher"Nach ihm betraten Moritz Neumeier und Jasper Diedrichsen die Bühne, die als „Team & Struppi“ das Programm zeigten, mit dem sie am Samstag die Vorrunde für sich entschieden hatten. Vor allem gesellschaftlich kritisch schwangen sie Reden oder sangen ihre Lieder. Dass sie dabei gerne mal die gängigen Normen über Bord warfen und Dinge aussprachen, die man sich heutzutage eigentlich verkneift, machte gerade ihren Charme aus. Sie nahmen kein Blatt vor den Mund und bildeten sich ihr ganz eigenes Urteil über unsere heutige Gesellschaft.

FiL beim "7. Rostocker Koggenzieher"Nicht ganz so kritisch, sondern vor allem ironisch, kam FiL daher. Im wirklichen Leben heißt er eigentlich Philip Tägert und sagt über sich, dass er eigentlich kein Wettbewerbstyp sei. Nichtsdestotrotz war er beim Koggenzieher angetreten und stellte sich dem Publikum als politischer Songwriter vor. Zum Singen kam er dann aber eher weniger während seines halbstündigen Auftritts. Immer wieder schien er von seinem roten Faden abzuweichen, um über etwas ganz anderes zu reden, das ihm gerade in den Sinn kam. Etwas unvorbereitet wirkend konnte man doch erkennen, dass wohl System dahinter steckte.

Annekathrin und Tino Kraft in der BÜHNE 602Während in den Vorrunden das Publikum noch an der Entscheidung beteiligt war, konnte im Finale lediglich über den Publikumspreis abgestimmt werden. Wer welchen der drei „Koggenzieher“ mit nach Hause nehmen durfte, lag ganz in der Hand der Jury. Diese bestand wieder aus Martina Bade (Volkstheater Rostock), Manfred Nicke (Vorpommernhus), Christoph Gottschalch (Schauspieler und Regisseur) und Dietrich Pätzold (Kulturredaktion der Ostseezeitung).

Schon an den Vorabenden hatten diese Vier ihre Stimmen vergeben. Am Finalabend musste jeder von ihnen eine eigene Rangfolge für sich festlegen. Am Ende wurden die Platzierungen wie Punkte zusammengezählt. „Wer dann die geringste Punktzahl hatte, der hatte den ersten Platz“, erzählte Christoph Gottschalch.

Timo Wopp, FiL und Team & Struppi in der BÜHNE 602Während die Jury sich beriet, konnte das Publikum die vorher ausgeteilten Stimmzettel ausfüllen. „Unser Favorit ist ganz klar Timo Wopp“, erzählte Annekathrin Kraft, die bereits am Donnerstag mit ihrem Mann Tino Kraft für Wopp gestimmt hatte. Damit standen die beiden anscheinend nicht alleine da. Während die Jury ihn auf Platz drei wählte, war er ganz klar der Publikumsliebling. So durfte er neben dem „Bronzenen Koggenzieher“ auch den Publikumspreis mitnehmen. Der „Silberne Koggenzieher“ ging an Team & Struppi.

FiL mit dem "Goldenen Koggenzieher"Folglich ging der „Goldene Koggenzieher“ an FiL. Bei seinem Auftritt hatte dieser noch Witze darüber gemacht, dass er den „Bronzenen Koggenzieher“ gewinnen würde. So war er umso überraschter, am Ende dann doch den goldenen in Händen zu halten. Damit hätte er nicht gerechnet, sagte er. Hatte er doch extra das Gedicht über den dritten Platz eingebaut, damit er am Ende mit erhobenem Kopf aus dem Ganzen herausgehen könne. „Das war sozusagen eine Nervenabsicherung“, erzählt er mir.

Heute Abend um 20 Uhr wird er mit seinem Programm noch einmal auf der BÜHNE 602 auftreten. Wer sich also selbst ein Bild von dem Berliner Künstler machen möchte, sollte unbedingt versuchen, noch einen Platz zu bekommen.

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