Charta der Vielfalt

Unternehmen legen Bekenntnis zu Vielfalt und Toleranz ab

11. Juni 2010, von

Charta der Vielfalt in Rostock Ein grundlegendes Bekenntnis zu Vielfalt, Toleranz, Fairness und Wertschätzung von Menschen in Unternehmen legten die vier Unterzeichner der „Charta der Vielfalt“ am 10. Juni im Saal der Industrie- und Handelskammer ab.

„Bei der Charta der Vielfalt geht es um eine angenehme Unternehmenskultur, um Anerkennung und Wertschätzung der Vielfalt“, erläuterte Bernd Knopf vom Büro der Beauftragten der Bundesregierung für Migration und Integration die Bedeutung der Urkunde.

Charta der Vielfalt, Unterzeichnung Initiiert wurde die „Charta der Vielfalt“ 2006 von vier deutschen Großunternehmen und wird seither von der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung koordiniert. Schirmherrin ist die Bundeskanzlerin. 810 Unternehmen, Institutionen und Vereine haben bisher bundesweit das Dokument unterzeichnet.

Nun gehören auch das Unternehmen Ferdinand Schultz Nachfolger Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG, die Informatik Center Roggentin GmbH sowie die Agentur für Arbeit Rostock und der Zoo Rostock dazu. Sie haben sich damit verpflichtet ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen und Ausgrenzung ist. Es soll eine offene Unternehmenskultur etabliert werden, die auf Einbeziehung und gegenseitigem Respekt basiert.

Peter Volkmann, IHK zu Rostock „Jeder soll dort eingesetzt werden, wo seine Stärken liegen, wo die höchste Leistung erzielt wird“, sagte Peter Volkmann, Geschäftsführer des Geschäftsbereiches Handel, Dienstleistungen, Tourismus, Außenwirtschaft, Europa der IHK zu Rostock. Die demografische Entwicklung erfordere neue Personalstrategien. Deshalb sei „Diversity Management“ (im Sinne der konstruktiven Nutzung sozialer Vielfalt) auch zunehmend ein Thema für Klein- und Mittelständische Unternehmen der Region, so Peter Volkmann weiter.

Stefan Rudolph, Wirtschaftsministerium Waren es 2006 noch 24.000 Schulabgänger, so stehen dem in diesem Jahr nur noch 10.000 gegenüber. Auch der Anteil der arbeitsfähigen Bevölkerung, der heute bei etwa 62 Prozent liege, werde bis 2030 auf 49 Prozent sinken.

„Immer mehr Menschen werden am Arbeitsmarkt gebraucht“, machte Staatssekretär im Landesministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Dr. Stephan Rudolph aufmerksam. „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass jeder mitgenommen wird, der auch mitgenommen werden will. Aber da sind wir noch nicht“, stellte er die Bereitschaft zur Vielfalt in Mecklenburg Vorpommern und die Attraktivität des Landes für Menschen von außerhalb in Frage.

Dabei sprechen viele Gründe für die Anerkennung der Vielfalt.“Internationalität ist ein Wettbewerbsvorteil, gerade wenn das Unternehmen global agiert. Durch Heterogenität in Sprache und Mentalität der Mitarbeiter entwickelt sich Kreativität und auch das Erscheinungsbild der Region und der Stadt profitiert von der Vielfalt“, zählt Christian Weiß von Rostock Business die Vorteile auf.

Mykhailo Lyubich Etwa 50 Rostocker Unternehmen, Vereine und Institutionen haben sich bereits der „Charta der Vielfalt“ verpflichtet. Bei der Veranstaltung am Donnerstag, die von der Industrie- und Handelskammer zu Rostock, Migra e. V. und der Bürgerinitiative „Bunt statt Braun“ bereits zum zweiten Mal durchgeführt wird, berichtet Mykhailo Lyubich wie er aus der Ukraine nach Rostock zu Suzlon Energy, einem internationalen Unternehmen, welches seinen Ursprung in Indien hat, gekommen ist. Als Elektrotechniker und Fachmann für Computersysteme promovierte er an der Rostocker Universität und ist seit 5 Jahren für den Windkrafthersteller tätig.

Schlagwörter: Charta der Vielfalt (1)Integration (6)Wirtschaft (91)

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