Filmspiel #2 in der HMT

Filmprojekte von Nachwuchsregisseuren und HMT-Studenten

8. April 2010, von

Filmspiel #2 in der HMT Zwei Schwestern und ein Plan: Sich an der Männerwelt rächen und damit auch noch Geld verdienen. Dass dieser Plan gehörig schiefgeht, als die große Liebe ins Spiel kommt, versteht sich dabei von selbst. Was nach dem Stoff für die nächste große Hollywoodromanze mit Drew Barrymore und Hugh Grant klingt, ist in Wirklichkeit der Inhalt des Trailers zum fiktiven Film „Vergiss nicht“. Zu sehen bekamen diesen die Zuschauer im Katharinensaal der Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT) gestern im Rahmen der Premiere „Filmspiel#2“.

In Kooperation mit dem Institut für Neue Medien arbeiteten vier Nachwuchsregisseure aus der Rostocker Filmszene dafür im Sommer 2009 16 Tage lang intensiv mit Studenten des 8. Semesters der Hochschule für Musik und Theater Rostock zusammen. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit wurden am Mittwochabend erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Dabei zeigten die Studenten eine Auswahl an Kurzfilmen, wie sie unterschiedlicher kaum hätte ausfallen können. Die Palette an Stimmungen reichte von bedrückend bis amüsant.

Matthias Spehr Nach einer kurzen Einleitung von Matthias Spehr vom Institut für Neue Medien ging es mit dem ersten von insgesamt drei improvisierten Filmen los, in denen die Studenten, die eigentlich aus dem Theaterumfeld kommen, sich zunächst an den Umgang mit der Kamera gewöhnen sollten. Dabei agierten die jungen Schauspieler spontan vor einer kahlen Wand ohne Drehbuch oder Regieanweisungen, sehr zum Vergnügen der Zuschauer.

Mark Auerbach Beim zweiten Film des Abends handelte es sich um eine szenische Übung, bei der eine Feier zum 26. Geburtstag dargestellt wurde. In bester Horrorthriller Manier präsentierte sich dagegen der Film „Milch und Kekse“ des Regisseurs Andreas Ehrig. Matthias Zajgier spielte hier einen jungen Mann, der nach der Trennung von seiner Frau bei zwei Schwestern (Nele Niemeyer und Kristina Gorjanow) in deren Haus einzieht. Doch die beiden Schwestern verhalten sich alles andere als normal. Als eine der Beiden mitten in der Nacht an seinem Bett auftaucht, erreicht die unheimliche Stimmung ihren Höhepunkt. Dabei möchte sie ihm doch nur Milch und Kekse bringen.

Des Weiteren folgten „Ich und Sie“ mit Luise Heyer, Nadine Rosemann und Simon Köslich sowie „Frei“ mit Helen Wendt, Stephanie Pardula und Jörg Schulze. Letzteres stellt eine von insgesamt drei zusammenhängenden Szenen dar, von denen die anderen zwei leider nicht umgesetzt werden konnten, da einer der Darsteller an den entsprechenden Drehtagen krank war.

Luise Heyer, Simon Köslich und Nadine Rosemann Ein Highlight des Abends stellte „23. August 0 Uhr 17“ von Regisseur Mark Auerbach dar. Ein bedrückender Film, der Rassismus und Selbstjustiz thematisiert. Den Hintergrund des Films bildet ein Anschlag auf ein Mietshaus, der von einem Neonazi am 23. August um 0 Uhr 17 verübt wurde. Bei dem Anschlag starben sechs Menschen und etliche weitere wurden schwer verletzt. Der Täter musste aus Mangel an Beweisen auf freien Fuß gesetzt werden.

Holger Löwe An dieser Stelle knüpft der Film an. Der Täter wird von der Freundin eines der Opfer sowie zwei ihrer Freunde in einem alten Haus festgehalten, wo sie ihn zu einem Geständnis zwingen wollen. Als dieser sich jedoch nicht dazu bewegen lässt, gerät die Situation zunehmend außer Kontrolle und die Gruppe droht zu zerbrechen. Der Film endet dramatisch mit dem Tod des Neonazis. Gespielt wurden die Rollen erneut von Luise Heyer, Nadine Rosemann und Simon Köslich sowie David Moorbach.

Nach diesem Stück schwerer Kost folgte mit dem bereits eingangs erwähnten Trailer „Vergiss nicht“ stimmungstechnisch das exakte Gegenteil und sorgte so wieder für erheiterte Gemüter. Der hollywoodreife Streifen des Regisseurs André Jagusch wurde vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen. Vielleicht sollte er sich doch dazu entschließen, es nicht nur beim Trailer zu belassen.

HMT: Filmspiel #2 Den Abschluss des Abends bildete genau wie den Anfang ein improvisierter Film, in dem alle Schauspieler die gleiche Geschichte auf ihre eigene Weise erzählen sollten. Ausschnitte der Darbietungen der einzelnen Schauspieler wurden dann wiederum zur ursprünglichen Geschichte zusammengesetzt, was für einige Lacher im Publikum sorgte.

Damit endete der Abend, der im Anschluss noch etwas Zeit ließ, um bei einem Glas Sekt mit den Schauspielern und Regisseuren ins Gespräch zu kommen.

Premiere verpasst? Im September, beim Rostocker Filmfest, sowie beim Studentenfilmfestival „Goldener Toaster“ im November gibt es noch einmal die Möglichkeit, eine Auswahl der gezeigten Filme zu sehen. Ansonsten heißt es: Warten bis Oktober, denn da soll bereits das Filmspiel#3 Premiere feiern. Vorher aber unbedingt noch beim FiSH X, dem Festival im StadtHafen Rostock, vorbeischauen.

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