Frittenbude-Konzert im MAU-Club

Die niederbayrische Elektropunk-Band bringt den hohen Norden zum Kochen

20. August 2011, von
"Captain Capa" brachte die Menge noch vor "Frittenbude" zum Schwitzen
"Captain Capa" brachte die Menge noch vor "Frittenbude" zum Schwitzen

„Noch etwas kühl hier“, meinte Hannes Naumann von der Band „Captain Capa“ noch zu Beginn des Abends. Doch schon nach wenigen Liedern heizten die beiden Thüringer dem Rostocker Publikum mächtig ein. „Captain Capa“, die an diesem Abend vor „Frittenbude“ auf die Bühne traten, waren nicht zum ersten Mal in der Hansestadt. Sie waren schon Vorband von „Supershirt“, die im vorletzten Jahr mit „8000 Mark“ einen deutschlandweiten Disco-Hit lieferten. Was alle drei genannten Bands vereint: der Synthesizer als zentrales Instrument und die Bezeichnungen „Elektropop“ oder „Elektropunk“.

Johannes Rögner ist Lead-Sänger der Band "Frittenbude"
Johannes Rögner ist Lead-Sänger der Band "Frittenbude"

Elektropop ist keinesfalls eine neue Erfindung der Musikindustrie – sorgten doch schon in den Siebzigern „Pink Floyd“ oder „Kraftwerk“ für elektronische Klänge – jedoch scheint der immer da gewesene Synthie-Pop einem neuen Hype unterlegen zu sein. Große Stadien können Bands wie „Supershirt“ und „Frittenbude“ zwar noch nicht füllen, aber auf Festivals und Indie-Partys sind ihre Lieder heiß begehrt. So auch an diesem Freitag im Rostocker MAU-Club.

Dicht gedrängt standen die Menschen vor der Bühne und feierten zu Songs wie "Bilder mit Katze" oder "Pandabär"
Dicht gedrängt standen die Menschen vor der Bühne und feierten zu Songs wie "Bilder mit Katze" oder "Pandabär"

Mit „Wir sind Frittenbude“ eröffneten die drei Jungs recht unspektakulär ihr spektakuläres Konzert. Der erste Song, „Hildegard“, ist einer der vielen Remixe, die die Band auszeichnen und schon vor einigen Jahren berühmt machten. Lieder von „Egotronic“ oder „Supershirt“ werden dabei nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich neu interpretiert. Im Fall von „Hildegard“ mit der Refrainzeile: „Für mich soll’s heute Acid regnen“. Oft geht es in ihren Liedern um Partys, Drogen und das Nachtleben im Allgemeinen, aber manchmal auch um Beziehungen und Kritik an der schnelllebigen Gesellschaft – „Ihr seid alle jung und niedlich, wir sind alt und abgefuckt.“

Christoph Maaß und Anne Heinke gefiel besonders die ausgiebige Zugabe
Christoph Maaß und Anne Heinke gefiel besonders die ausgiebige Zugabe

Die schnellen und wortreichen Lieder ihrer beiden Alben „Nachtigall“ und „Katzengold“ brachten selbst die Menschen in der letzten Reihe zum Mitwippen und die eingängigen Refrains wurden von vielen lauthals mitgesungen. Und spätestens beim vorerst letzten Song, dem Hit „Mindestens in 1000 Jahren“ gab es für die Zuschauer kein Halten mehr. Der Bereich vor der Bühne bestand aus einer einzigen, hüpfenden Masse. Doch das reichte den Rostocker „Frittenbude“-Fans noch nicht, sie verlangten eine Zugabe und die Band kam für zwei weitere Lieder auf die Bühne.

Anne Heinke und ihr Freund Christoph Maaß waren sich nach dem Auftritt einig, sie würden jederzeit wieder ein „Frittenbude“-Konzert besuchen. Für den 28-Jährigen war es auch nicht das erste. „Vor fünf oder sechs Jahren hab ich sie mal auf einem Festival gesehen.“ Doch im Gegensatz zu ihm konnte Anne fast alle Liedtexte mitsingen. „Ich habe mir vorher die Songs im Internet angehört.“ Live hat sie die Band dann auch überzeugt. „Beide Daumen hoch“ war ihr knapper, aber eindeutiger Kommentar zum heutigen Konzert. Und Christoph nickte nur zustimmend.

Frittenbude-Konzert im MAU-Club Rostock
Frittenbude-Konzert im MAU-Club Rostock

Zur Bühnenshow von „Frittenbude“ gehörten Klassiker wie die La-Ola-Welle, Sprechchöre, Stagediving und gemeinsames In-die-Luft-Springen. Das Publikum, das brav alles mit sich machen ließ, erhielt von Sänger Johannes Rögner den besonderen Spitznamen „Rosti“. Ob sich die Rostocker damit ins Gedächtnis der drei Bayern eingebrannt haben? Umgekehrt war das zweifellos der Fall.

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