Volker Lechtenbrink - Autobiografie bei Weiland | Rostock-Heute

Volker Lechtenbrink - Autobiografie bei Weiland

„Gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf! Mein Leben“ – Volker Lechtenbrink

14. Mai 2010, von

Weiland-Buchhandlung, Rostock: Volker Lechtenbrink Volker Lechtenbrink zu Gast in Rostock – am Montag wurde er zur Lesung seiner Autobiografie bei Weiland erwartet und dies nicht nur von mir, wie ich noch vor Beginn der Veranstaltung feststellen durfte.

Ich erschien zwar schon 40 Minuten vor der Zeit in der Buchhandlung, doch waren schon etwas mehr als die Hälfte der 200 bereitgestellten Stühle von Fans des Künstlers in Beschlag genommen worden.

Biographie, Volker Lechtenbrink Letztlich verwundert diese Tatsache nicht, da Volker Lechtenbrink auf viele Jahrzehnte eines künstlerischen Schaffens zurückblicken kann. Und was hat der 66-jährige bis heute nicht schon alles gemacht! Neben zahlreichen Engagements an Theatern als Bühnenschauspieler, arbeitete er selbst auch als Intendant, wirkte in Fernsehfilmen mit, führte Regie in Filmproduktionen, war erfolgreicher Schlagersänger und dazu noch Synchronstimme von Schauspielern wie Kris Kristofferson und Burt Reynolds. Weiterhin nahm er Hörspiele auf (auch für Kinder) und spricht bis heute Dokumentationen im TV. Sein Markenzeichen ist seine unverwechselbare Stimme, an der man Lechtenbrink sofort erkennen kann, ohne ihn zu sehen.

Volker Lechtenbrink Nun war er da. Gleich zu Beginn höflicher Applaus von allen Sitzplätzen. Alle besetzt natürlich. Lechtenbrink begrüßte sein Publikum und dankte zwei Rostockerinnen, die ihn zuvor vor der alten Weiland-Filiale in der Kröpeliner Straße abfingen und zur neuen mitnahmen. Er hatte sich noch eben die Rostocker Innenstadt angeschaut und resümierte, dass Rostock eine tolle Stadt sei.

Die Idee zu einem Buch trug Lechtenbrink schon einige Jahre in sich. Immer mal wieder machte er sich seit frühester Jugend Notizen auf Zetteln. Darauf unterschiedlichste Begebenheiten, Anekdoten und Geschichten zu Künstlerkollegen, Prominenten und seinen Familienmitgliedern. Als er mit Intendant und Regisseur Jürgen Flimm in einem Auto im Stau feststeckte, wussten sich beide so Einiges an Anekdoten über künstlerische Weggenossen zu erzählen. Lechtenbrinks ehemalige Frau, Jeanette Arndt, riet ihm, sein Buch zu schreiben, was er dann auch in die Tat umsetzte. Herausgekommen sei dabei „ … eine Mischung aus Erinnerung und Biographie“, die nicht chronologisch geschrieben ist, dafür sprunghaft und temperamentvoll zu unterhalten weiß.

Der Einstieg ins Buch. Volker Lechtenbrink liest das Kapitel an, in dem es um seine Zeugung geht. Der Vater schwängert seine Ehefrau, um diese vor der drohenden Einberufung in eine Munitionsfabrik zu bewahren. Mit Erfolg. Am 18. August des Jahres 1944 erblickt ihr Sohn Volker das Licht der Welt. Zehn Tage später schon flieht die Familie aus Ostpreußen in Richtung Bremen.

Volker Lechtenbrink in Rostock Es folgt eine Schilderung, in welcher der Autor seine ganze Verehrung für den Vater Ausdruck verleiht. Mit den Augen des damaligen kleinen Jungen Volker liest er die Szene, in der Lechtenbrink Senior seinem Sohn ein Fahrtenmesser auf dem Bremer Freimarkt, einem Rummelplatz, ergattert. Mit viel Witz und voll Herzenswärme geschrieben und vorgetragen. Das Rostocker Publikum biegt sich dabei vor Lachen, klatscht enthusiastisch Beifall.

Lechtenbrink schildert in Anekdoten seine Zeiten am Hamburger Johanneum und an der dortigen Hochschule für Musik und darstellende Kunst. In „Die Brücke“, einem Antikriegsfilm von Regisseur Bernhard Wicky, bekommt er seine erste Rolle in einem Film. Als Vorbild gibt Lechtenbrink Hansi Lothar an, mit dem er seinerzeit arbeiten durfte und der ihn stark beeindruckte. Als dieser mit 37 Jahren stirbt, steht für Volker Lechtenbrink fest, dass er auch nicht älter werden wolle. Mit immer geringer werdendem Abstand zu diesem Lebensalter, muss er allerdings erkennen, dass er doch sehr am Leben hängt und dies ist auch ein Grund, warum er seinen Mitmenschen so viel Freude bereitet. Hier ist Einer, der das Leben liebt und sich trotz Schwierigkeiten, immer wieder aufrafft, um weiterzumachen.

Lechtenbrink Biographie Seinen Familien oder besser seiner „Patchworkfamilie“ sind mehrere Kapitel gewidmet, in denen er von aufgetretenen Schwierigkeiten, wie zum Beispiel Scheidungen, erzählt und immer wieder das gemeinsam verbindende Element, die Nächstenliebe, beschwört.

In den folgenden Auszügen liest der Autobiograph bei Weiland von seinen Erlebnissen mit großen Schauspielkolleginnen und -kollegen. Er erzählt vom Aufeinandertreffen mit Robert de Niro, der ihn nur „Wolka“ nennt, und ihrem morgendlichen Ritual an zwei Balkonfenstern in einem New Yorker Hotel. Wie er als Entertainer der TV-Show „Life. Volker Lechtenbrink.“ Anthony Quinn als Interviewpartner gewinnen konnte und warum er Schauspielerin Nadja Tiller anfangs sehr schüchtern gegenüber trat. Von Lechtenbrink verehrte Kollegen wie Horst Frank, Walter Giller, Hildegard Knef, Monika Bleibtreu und Dirigent Horst Kleiber werden mit besonderer Aufmerksamkeit im Buch bedacht.

Signierung, Lechtenbrink bei Weiland in Rostock Die Rostocker jedenfalls wurden prächtig unterhalten. Da wurde geklatscht und gelacht bei fast jeder seiner Pointen. Schließlich konnten Fans noch ein paar drängende Fragen loswerden, die Volker Lechtenbrink geduldig beantwortete. Mit dem Signieren des bei Hoffmann und Campe erschienen Buches endete die Lesung nach zwei Stunden. Ein Allroundtalent zog hier (Zwischen-)Bilanz.

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1 Kommentar

  • Olaf Müller sagt:

    Guten Tag Volker,
    ja es ist schon einige Zeit herr Ibiza 1984-1986, dein Spruch Kette oder Eisen.

    Also schauen wir mal ob Dir das noch bekannt ist…..

    Ein Jung aus Hamburg neben dem Real-Film

    und tschüss olaf

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