Martin Mosebach: „Was davor geschah“

Martin Mosebach stellt seinen neuen Roman im Rahmen der Kempowski Tage in der Universitätsbuchhandlung Weiland vor

16. Oktober 2010, von

Martin Mosebach In jeder Beziehung gibt es Fragen, die früher oder später gestellt werden müssen. Eine dieser Fragen hat Martin Mosebach in seinem neuen Roman zu einer Geschichte verarbeitet: „Wie war das eigentlich mit dir, bevor wir uns kannten?“

Die Lesung, die das Literaturhaus im Rahmen der Kempowski Tage veranstaltete, fand in der Universitätsbuchhandlung Weiland statt. Eine interessante Situation, wenn Mosebach von menschlichen Beziehungen liest, während im Regal nebenan Partnerschaftsberater und Lebenshilfebücher stehen.

Martin Mosebach und Prof. Lutz Hagestedt
Martin Mosebach und Prof. Lutz Hagestedt

Bevor die Lesung begann, stellte Germanistikprofessor Lutz Hagestedt den Autor noch kurz vor und gab den ungefähr 50 gekommenen Gästen eine Einführung. Er stellte heraus, dass Mosebach, ebenso wie schon Kempowski, häufig das Etikett konservativ angeheftet wird, was aber seiner Meinung nichts über die Qualität aussagt.

Nicht umsonst sei das Buch zwar kontrovers, aber doch überwiegend positiv, in der Literaturkritik diskutiert worden.

Martin Mosebach stellt seinen Roman „Was davor geschah“ im Rahmen der Kempowski Tage vor Der gebürtige Frankfurter Martin Mosebach lässt den Roman in seiner Heimatstadt spielen. Er las drei der insgesamt 33 Kapitel aus dem Buch vor. Was ein wenig überraschte, war die Tatsache, dass er auch das letzte Kapitel aus seinem Buch präsentierte und so die Besucher mit Hoffnung in den Abend entlassen wollte. Zuvor stellte er viele Personen und auch einige Motive aus dem Buch vor, zum Beispiel den weißen Kakadu, der auch auf dem Buchtitel thront. Der Georg-Büchner-Preisträger gestand aber ein: „Es ist unmöglich alle Motive des Buches auf so einer kurzen Lesung anklingen zu lassen.“

Nach ungefähr 50 Minuten war die Lesung dann auch zu Ende, ein anschließendes Gespräch mit dem Literaturprofessor fand nicht mehr statt. Es gab auch keine Fragen aus dem Zuschauerbereich. Wahrscheinlich mussten die meisten Gäste das Gehörte erst einmal auf sich wirken lassen. Es gab viele Namen und Begebenheiten, nur die Liebe, die kam etwas kurz. Ob das im Buch anders ist, davon muss sich jeder selbst überzeugen.

Martin Mosebach in der Universitätsbuchhandlung Weiland in Rostock Am Ende des Abends signierte Mosebach noch mitgebrachte oder gerade gekaufte Bücher. „Es war ja schon sprachlich eindrucksvoll, aber bei mir hat sich keine Spannung aufgebaut“, lautete das Fazit zweier Damen, die die Lesung hinter mir verfolgten.

Schwer zu sagen, ob das an den ausgewählten Textstellen lag, oder ob das Buch wirklich primär durch seine Sprachgewandtheit punktet.

Wer jedoch Beziehungstipps erwartet, der sollte zu einem der Ratgeber aus den Regalen greifen. Alle anderen sollten einfach mal in „Was davor geschah“ hineinlesen und sich selbst ein Urteil bilden.

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