Polizeieinsatz zum Fußballspiel Hansa Rostock - Hallescher FC

Im Umfeld der Fußballbegegnung des F.C. Hansa Rostock gegen den Halleschen FC kam es zu einzelnen Ausschreitungen von Anhängern beider Mannschaften

26. Oktober 2013
Polizeieinsatz zum Fußballspiel Hansa Rostock - Hallescher FC
Polizeieinsatz zum Fußballspiel Hansa Rostock - Hallescher FC

Zu der heutigen Fußballbegegnung des F.C. Hansa Rostock gegen den Halleschen FC reisten ca. 1.100 Gästefans in die Hansestadt Rostock. Die Anreise der Gästefans sowie der für die Gäste eingerichtete Shuttle zur DKB-Arena verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Aufgrund von Zugverspätungen erreichten ca. 150 Gästefans erst um 14:30 Uhr die DKB-Arena. Diese versuchten mit Eintreffen im Stadion die Einlasskontrollen zu umgehen, indem sie massiv Druck auf die technischen Einrichtungen und den Ordnungsdienst ausübten. Durch ein schnelles Eingreifen von Polizeikräften wurde dies jedoch verhindert.

Hallenser Fans, die sich bereits im Gästeblock befanden, verließen den Zuschauerbereich und bewarfen die Einsatzkräfte mit diversen Gegenständen.

Das Spiel sahen insgesamt 11.000 Zuschauer, davon 1.100 Gästefans.

Während des Spieles kam es zu gegenseitigen Provokationen und mehrfaches Zünden von Pyrotechnik im Gästeblock.

Nach dem Spiel suchten ca. 150 gewaltbereite Anhänger des F.C. Hansa Rostock zielgerichtet die direkte Konfrontation mit den Gästefans. Auch hier schritt die Polizei konsequent ein und ein direktes Aufeinandertreffen von Anhängern beider Vereine konnte verhindert werden. Hierbei wurden die Polizeikräfte massiv mit Steinen und Pyrotechnik beworfen. Durch die Einsatzkräfte wurde die Identität von insgesamt 151 Personen festgestellt. Es besteht der Verdacht des schweren Landfriedensbruches, Ermittlungen hierzu dauern an.

Während des Shuttles der Gäste zum Hauptbahnhof Rostock sind mehrere Scheiben eines Busses durch Hallenser Fans zerstört worden.

Die Abreise der Gästefans verlief ohne weitere Zwischenfälle.

Für die vom DFB als Spiel mit Sicherheitsstufe I (Spiel mit erhöhtem Risiko) eingestufte Begegnung waren insgesamt 1.240 Beamte der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Bundespolizei im Einsatz.

Aktualisierung, 27. Oktober 2013:

Nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen zieht die Rostocker Polizei folgende Bilanz:

Sowohl während als auch nach dem gestrigen Heimspiel des F.C. Hansa Rostock kam es zu massiven Ausschreitungen seitens beider Fangruppierungen.

Wie bereits gestern gemeldet, kamen ca. 150 Gästefans auf Grund einer Zugverspätung erst gegen 14:30 Uhr am Stadion an. Diese versuchten, die Einlasskontrollen zu umgehen. Polizeikräfte kamen zur Unterstützung des Ordnungsdienstes zum Einsatz. Hallenser Anhänger, die sich bereits im Gästeblock befanden, zerstörten zeitgleich die sich im Gästebereich befindlichen Sanitäranlagen vollständig. Mit massivsten Würfen von Sanitärkeramik und anderen herausgerissenen Teilen der Inneneinrichtungen auf Polizeikräfte wurde versucht, den unkontrollierten Zugang zu erzwingen. Der im Sanitärbereich entstandene Sachschaden wird auf bis zu 30.000,-EUR geschätzt.

Nach Spielende, gegen 16:15 Uhr bewegten sich ca. 150 teilweise vermummte, gewaltbereite Anhänger des F.C. Hansa Rostock in Richtung der eingerichteten Gästeschutzzone im Bereich der Eishalle. Dabei wurden massiv Pyrotechnik und Steine in Richtung der Gästefans und der zur Sicherung eingesetzten Polizeibeamten geworfen. Im Verlauf des Angriffs wurde ein Einsatzfahrzeug, in dem sich noch ein Polizeibeamter befand, gezielt so mit Steinen beworfen, dass die Frontscheibe vollständig zerstört wurde.

Nachdem die äußerst aggressive Gruppierung wiederholt versucht hatte, die Absperrung der Polizei zu durchbrechen und in die Schutzzone einzudringen, konnte diese gegen 16:50 Uhr nur durch sehr starke Polizeikräfte und unter kurzeitigen Einsatz eines Wasserwerfers gestoppt und getrennt werden.

Durch einen Polizeihubschrauber gefertigte Videoaufzeichnungen lassen den Schluss zu, dass die gewalttätigen Angriffe gegen die Gästefans und gegen die Polizei geplant waren.

Insgesamt wurden in diesem Bereich 157 Personen festgesetzt und deren Identität festgestellt. Nach den erforderlichen kriminalpolizeilichen Maßnahmen wurden alle Personen wieder entlassen. Die Ermittlungen zum Verdacht des schweren Landfriedensbruchs dauern an.

Während des polizeilichen Einsatzes wurden acht Beamte verletzt. Zwei der Verletzten befinden sich derzeit noch zur stationären Beobachtung in Kliniken. Sechs Einsatzfahrzeuge der Polizei wurden zum Teil erheblich beschädigt. Der Sachschaden wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt.

Quelle: Polizeiinspektion Rostock

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