Abstieg besiegelt: Hansa Rostock unterliegt Union Berlin

In einer spannenden und torreichen Begegnung unterliegt Hansa Rostock dem 1. FC Union Berlin mit 4:5 und steht damit als erster Absteiger aus der Zweiten Liga fest

29. April 2012, von
Hansa Rostock unterliegt Union Berlin mit 4:5
Hansa Rostock unterliegt Union Berlin mit 4:5

Es hätte alles gepasst: Tabellenschlusslicht Alemannia Aachen hat den Karlsruher SC besiegt und Hansa Rostock hätte mit einem Sieg beim 1. FC Union Berlin heute bis auf einen Punkt an den Relegationsplatz heranrücken können. Doch trotz früher Führung musste Rostock sich Eisern Union in einer spannenden und torreichen Partie mit 4:5 geschlagen geben – Hansa besiegelt damit selbst seinen Abstieg aus der 2. Fußball-Bundesliga.

Knapp 17.000 Zuschauer, darunter etwa 1.600 Hansa-Anhänger, verfolgen im Stadion an der Alten Försterei in Berlin-Köpenick das Ost-Derby zwischen Hansa Rostock und dem 1. FC Union Berlin.

Im Vergleich zum letzten Partie gegen den FC St. Pauli nimmt Hansa-Trainer Wolfgang Wolf drei Änderungen in der Aufstellung vor. Für den erkrankten Kevin Pannewitz steht Stephan Gusche in der Innenverteidigung, Manfred Starke und Michael Blum ersetzt der Hansa-Coach durch Michael Wiemann und Tino Semmer.

Hansa Rostock startet gut in die Partie. Nach einer Semmer-Ecke kommt Dominic Peitz im Strafraum der Berliner zum Kopfball (4. Minute). Die Hintermannschaft von Union bekommt die Situation nicht geklärt und Silvio liefert eine unfreiwillige Vorlage für Matthias Holst, der die Kugel volley nimmt und sie mit einem Hammerschuss aus 13 Metern zur frühen Führung im Gehäuse der Hausherren versenkt.

Hansa Rostock gegen Union Berlin - Stephan Gusche gleicht zum 3:3 aus
Hansa Rostock gegen Union Berlin - Stephan Gusche gleicht zum 3:3 aus

Nach einem Fehler im Mittelfeld der Berliner gelingt Hansa in der 10. Minute dann sogar der Doppelschlag. Tino Semmer kommt am Mittelkreis an den Ball und läuft auf das Tor der Gastgeber zu. Mangels Unterstützung versucht Semmer es aus gut 20 Metern allein. Daniel Göhlert fälscht den Schuss dabei so unglücklich ab, dass er als Bogenlampe hinter dem weit draußen stehenden Union-Keeper Jan Glinker im Kasten landet.

Sieben Minuten später kann Union jedoch auf 1:2 verkürzen. Patrick Kohlmann liefert die Vorlage von der linken Strafraumgrenze. Janecka verpasst den Ball, Stephan Gusche und Sebastian Pelzer ebenfalls. Silvio trifft das Leder im ersten Anlauf nicht richtig und Jörg Hahnel kann parieren. Im Nachsetzen drückt Silvio die Kugel dann aber über die Torlinie.

Neun Minuten später ist die Führung der Rostocker dahin. Obwohl Hansa-Kapitän Sebastian Pelzer zum Ball geht, zieht der Unparteiische Wingenbach die Gelbe Karte und entscheidet auf Freistoß. Union-Kapitän Torsten Mattuschka führt aus und Michael Parensen kann den Ball unbedrängt per Kopf zum Ausgleich ins Netz der Rostocker verlängern.

Nach einem harten Einsteigen des Rostocker Keepers gegen Silvio zeigt Wingenbach knapp zwei Minuten später auf den Elfmeterpunkt. Mattuschka lässt sich diese Chance nicht entgehen und sorgt mit seinem Schuss in den linken Winkel für die 3:2-Führung der Gastgeber.

Kurz nach dem Wiederanpfiff bringt Chinedu Ede Union Berlin gegen Hansa Rostock erneut in Führung
Kurz nach dem Wiederanpfiff bringt Chinedu Ede Union Berlin gegen Hansa Rostock erneut in Führung

Das verrückte Spiel nimmt seinen Lauf und nur vier Minuten später kann Hansa wieder ausgleichen. Nach einer Blum-Ecke steigt Gusche am langen Pfosten am höchsten und sorgt mit einem Kopfball ins lange Eck für den Ausgleich der Rostocker. An Toren mangelt es heute wirklich nicht.

Keine zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff liegt Hansa nach dem ersten Freistoß der Berliner erneut im Rückstand. Nahe der linken Ecke ausgeführt, spielt Mattuschka hinter die Rostocker Abwehr in Richtung Elfmeterpunkt. Chinedu Ede ist zur Stelle und erhöht aus zehn Metern auf 4:3.

Es dauert nur sieben Minuten, bis die Rostocker erneut ausgleichen können. Einen Blum-Schuss kann Union-Schlussmann Glinker nicht festhalten und so gelingt Marek Mintal im Nachsetzen der Treffer von der Torraumgrenze.

In der 60. Minute geht ein Janecka-Schuss über den Querbalken, auf der Gegenseite ist der Lupfer des von Holst bedrängten Silvio nach einem schönen Solo zu unpräzise (63. Minute). Eine Minute später wird ein Blum-Schuss aus 20 Metern zur Ecke abgefälscht. Torchancen gib es immer noch einige zu sehen.

In der 69. Minute sind es die Eisernen, die erneut in Führung gehen. Im Duell mit Hahnel landet der Schuss von Chinedu Ede am rechten Pfosten, Göhlert reagiert am schnellsten und schiebt den Ball über die Linie ins leere Tor der Rostocker.

Hansa-Fans zeigen beim Union-Spiel Flagge für eine Unterstützung der Bürgerschaft
Hansa-Fans zeigen beim Union-Spiel Flagge für eine Unterstützung der Bürgerschaft

In der 71. Minute stehen Mintal und der eingewechselte Manfred Starke frei vor dem Tor von Union, Starke vergibt jedoch die Riesenchance zum Ausgleich. Zwei Minuten später scheitert er aus 13 Metern an der tollen Reaktion von Union-Torhüter Glinker und so endet das Ost-Derby mit dem Stand von 5:4.

Den Kampf gegen den Abstieg hat Hansa Rostock verloren, der Kampf ums Überleben steht dem Verein noch bevor. Stimmt die Rostocker Bürgerschaft in ihrer Sitzung am 9. Mai einem Teilerlass der Steuerschulden sowie einer Finanzspritze in Höhe von 750.000 Euro nicht zu, droht dem Verein die Insolvenz. Fußballerisch verabschiedet sich die Hansa-Kogge am kommenden Sonntag mit dem Heimspiel gegen Tabellenführer Greuther Fürth aus der 2. Liga.

Tore:
0:1 Matthias Holst (4. Minute)
0:2 Tino Semmer (10. Minute)
1:2 Silvio (17. Minute)
2:2 Michael Parensen (26. Minute)
3:2 Torsten Mattuschka (28. Minute, FE)
3:3 Stephan Gusche (32. Minute)
4:3 Chinedu Ede (47. Minute)
4:4 Marek Mintal (54. Minute)
5:4 Daniel Göhlert (69. Minute)

Aufstellung, FC Hansa Rostock:
Jörg Hahnel (Torwart)
Marek Janecka, Matthias Holst, Stephan Gusche, Sebastian Pelzer (Manfred Starke, ab 65. Minute)
Michael Wiemann, Dominic Peitz (Michael Blum, ab 24. Minute), Robert Müller
Tino Semmer (Freddy Borg, ab 75. Minute), Tom Weilandt
Marek Mintal

Fotos: Stefan Hupe

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