FiSH X, Film des Jahres 2010, Helge Brumme: „Ralf“

FiSH X in Rostock: Preisverleihung im M.A.U-Club

18. April 2010, von

Helge Brummes "Ralf" ist Film des Jahres beim FiSH X in Rostock Was erzähle ich zuerst? So viele Eindrücke haben mich gestern und heute beschäftigt. Die bedeutendste Nachricht? Helge Brummes 2008 gedrehter Dokumentarfilm „Ralf“ ist Film des Jahres 2010 beim Festival im Stadthafen Rostock (FiSH X) geworden.

Zunächst erhielt er, wie auch „fallen gelassen“ von Daniel Büttner und Max Baberg, eine Goldmedaille. Sein Macher, Helge Brumme freute sich darüber „riesig“. Als dann Dr. Andresen vom Rotary Club Heiligendamm und Matthias Spehr, der Juryleiter, den Film des Jahres verkündeten, war die Freude noch viel größer. Helge plane bereits ein neues Projekt, ließ er dann verlauten. Sein letztes Filmprojekt wäre durchaus kostspielig gewesen, so käme ihm der mit 1.000 Euro dotierte Preis sehr gelegen, sagte er bei der Preisverleihung. Der Rotary Club Heiligendamm stiftete diesen Preis schon im siebten Jahr. Die Veranstalter des FiSH bedankten sich dafür.

Benjamin Teske, Regie "Rummel" Aber spulen wir doch noch einmal zurück. Ich habe so viele tolle Filme auf diesem Festival gesehen. Einige müssen hier unbedingt noch erwähnt werden. Der Film „Rummel“ von Benjamin Teske aus Berlin zum Beispiel. Gezeigt wird darin ein Paar, das einen Abend auf dem Rummelplatz verbringt. Diese Unternehmung wird zum Desaster.

Da die junge Frau ihren Freund ohne Unterlass mit ihren Beziehungsängsten und Problemen bestürmt. Dabei fahren die beiden Achterbahn und benutzen so ziemlich alle Fahrgeschäfte des Rummels. Ein Umstand, der es der Kameraführung wohl nicht leicht gemacht hat. Der Film thematisiert, klaro, die Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau als „Achterbahn der Gefühle“, wie man so schön sagt. Ein wirklich heiterer und gleichsam so viel Wahrheit zum Ausdruck bringender Film über die Liebe. Er hat eine Silbermedaille erhalten und erhielt eine Einladung zu den 68. Deutschen Filmfestspielen in Krefeld.

Der schon erwähnte animierte Kurzfilm „fallen gelassen“ ist auch ein echter Geheimtipp. Das schüchterne kleine Mädchen Anna wird von ihrem Mitschüler Lars zu einer Tat gezwungen, die schreckliche Folgen haben wird. Das Werk besticht vor allem auch durch die vielen verschiedenen Erzählperspektiven und Zeitebenen zwischen denen hin und hergesprungen wird. Eine unheimlich verschachtelte Erzählweise, die aber die Komplexität des menschlichen Handelns und dessen Folgen in großartiger Weise zur Darstellung bringen.

Silbermedaille für Olga Petrovas "Marivanna" Auf Olga Petrovas kleines Meisterwerk „Marivanna“ möchte ich unbedingt noch hinweisen. Olgas Oma hieß Marivanna. Deren sehr bewegende Lebensgeschichte wird im Animationsfilm erzählt. Die Grundlage dafür bildeten die Memoiren der Großmutter selbst. Einst hatte sie diese niedergeschrieben und Olgas Mutter verschenkte dann vor einem Jahr Kopien davon an alle Enkelkinder. Die Grafik des Films ähnelt einerseits älteren Computerspielen und erinnert andererseits an folkloristische Stickereien. Ein sehr nahegehender Film und eine Art einzigartiges Geschenk Olgas an ihre Oma. Sie erhielt heute eine Silbermedaille für das Werk.

"Wooden Peak" aus Rostock Komme ich nun zum heutigen Tag. Die Band „Wooden Peak“ aus Rostock eröffnete die letzte Veranstaltung im Rahmen des FiSH X im M.A.U.-Club. Ich wusste ja gar nicht, dass es in Rostock so bemerkenswerte Musikmacher gibt.

Eine Mischung aus akustischen und elektronischen Klängen plus melancholischen Gesang ließ alle Anwesenden traumwandlerisch in weite Sphären hinweg schweben.

FiSH X Jurymitglieder Dann wurden viele, viele Preise vergeben. Auch erschienen allerlei wichtige Leute noch einmal auf der Bühne. Die Jurymitglieder etwa. Sie hätten den schwierigsten Job in diesen Tagen gehabt und es sei gar nicht so einfach, öffentlich eine Entscheidung zu fällen, erklärte der Festivalleiter Klaus Blaudzun. Zusammen mit der Festivalleiterin Henrike Hübner, dankte er anschließend allen Sponsoren und Unterstützern. Radio LOHRO sowie tv.rostock wurden als das Festival dokumentierende Institutionen noch einmal besonders hervorgehoben.

Klaus Blaudzun, Henrike Hübner - FiSH Festivalleitung Den Abschluss des diesjährigen FiSH bildete die Vergabe des Publikumspreises. Dieser wurde anhand der Stimmen der Festivalbesucher errechnet. Diese hatten im Laufe des Festivals auch je nach Belieben Geld für diesen gespendet. „Licht aus, Film ab!“ Der Preis ging in diesem Jahr an die Macher des Films „fallen gelassen“.

FiSH X im MAU-Club Rostock Das war’s dann also. Ich verließ den M.A.U-Club und schlenderte, wieder einmal davon überzeugt, wie schnell doch die Zeit vergeht, nach Hause. Das FiSH ist eine einzigartige Möglichkeit für junge Filmemacher, Gleichgesinnten zu begegnen und ihre Werke zu präsentieren. Diese haben in ihrer Tiefgründigkeit und ihrem künstlerischen Anspruch über die Maßen beeindruckt. Sie waren phantastisch, kreativ, humorvoll, traurig, aufreibend, gesellschaftskritisch und melancholisch.

Im nächsten Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei. Und wer weiß, vielleicht ist dann schon der eine oder andere junge Filmemacher zum Profi geworden und sitzt in der Jury, wie Özgür Yildirim, der auch einst mit einem Beitrag am FiSH in Rostock teilnahm.

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