1. Innovationskongress des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Auszeichnung für Projektideen unterschiedlichster Fachbereiche

15. Juni 2011, von
Erster Innovationskongress im Technologiepark Warnemünde
Erster Innovationskongress im Technologiepark Warnemünde

Dass Forschung und Bildung Bereiche sind, die die Wirtschaft des Landes antreiben, ist allgemein bekannt. Doch für den Ausbau einer Idee zu einem Projekt benötigt man meist finanzielle Unterstützung. Die soll nun der neu eingerichtete Forschungsfonds für Mecklenburg-Vorpommern liefern. Insgesamt 6,7 Millionen Euro werden vom Land in diesem Jahr für innovative Projekte bereitgestellt. Knapp über hundert Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen bewarben sich mit ihren Ideen, aber nur 19 schafften es am Ende, zu den Auserwählten zu gehören. Die Vergabe der Auszeichnung fand heute im Technologiepark Warnemünde in Zusammenhang mit dem ersten Innovationskongress statt.

Erwin Sellering ehrt Guido Hildebrandt, Professor der Universität Rostock
Erwin Sellering ehrt Guido Hildebrandt, Professor der Universität Rostock

Ministerpräsident Erwin Sellering betonte in seiner Eröffnungsrede, dass Innovation der wichtigste Wirtschaftsantrieb sei. „In den letzten Jahren ist Mecklenburg-Vorpommern in diesem Gebiet bereits deutlich vorangekommen, zum Beispiel im Tourismusbereich, sowie der Ernährungs- und Energiewirtschaft. Sichtbar ist das unter anderem auch am Rückgang der Arbeitslosenquote.“ Der omnipräsente Fachkräftemangel würde, laut Sellering, bald auch die hiesige Wirtschaft beschäftigen und die Unternehmen dazu zwingen, attraktiver für mögliche Bewerber zu werden. Da es in M-V vor allem kleine und mittlere Unternehmen gäbe, können diese sich keine eigene Forschungsabteilung leisten. Im Mittelpunkt des Innovationskongresses steht daher vor allem der Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. „Wir sind gerade in einem Aufbauprozess begriffen, der noch nicht abgeschlossen ist. Wichtig dabei ist, für den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern zu werben“, stellte Sellering heraus.

Annika Bostelmann und Franz-Josef Holznagel freuen sich über die Förderung ihres Projekts
Annika Bostelmann und Franz-Josef Holznagel freuen sich über die Förderung ihres Projekts

Unter den Preisträgern des heutigen Tages befinden sich viele aus dem Bereich der Naturwissenschaften, der Medizin oder Technik. Kein Wunder, ist die Universität in einigen dieser Gebiete bereits hochanerkannt. Spärlich vertreten sind dagegen die Geisteswissenschaften. Immerhin vier Projekte aus Rostock und Neubrandenburg haben dabei im Wettbewerb um die förderungswürdigsten Projekte das Rennen gemacht. Professor Franz-Josef Holznagel vom Institut für Germanistik untersucht zum Beispiel seit Jahren das 1914 entdeckte „Rostocker Liederbuch“. Zu diesem soll nun ein Online-Archiv erstellt werden, damit Menschen auf der ganzen Welt auf dieses Kulturgut zugreifen können. „Das Preisgeld spielt natürlich eine wichtige Rolle. Ohne dieses hätte das Projekt so erst einmal nicht realisiert werden können“, erläutert Holznagel.

Das Projekt wird 18 Monate dauern und von dem Hochschulprofessor zusammen mit der wissenschaftliche Hilfskraft Annika Bostelmann sowie einem Mitarbeiter der Informatik durchgeführt werden. „Das Online-Archiv soll am Ende alle wichtigen Informationen umfassen, die das Rostocker Liederbuch betreffen. Das sind zum Beispiel Bilder, Musikdateien, andere Handschriften und auch Forschungsarbeiten“, erklärt Bostelmann. Der erste Schritt dafür ist schon getan, denn die Lieder aus dem 15. Jahrhundert sind bereits eingescannt und online abrufbar. Da das Original in einem schlechten Zustand ist und in der Bibliothek nicht mehr frei zur Verfügung gestellt werden kann, ist die digitale Archivierung besonders wichtig. Forscher, die sich also in ein paar Jahren mit dem Rostocker Liederbuch beschäftigen wollen, müssen dazu nicht einmal mehr unsere schöne Hansestadt besuchen.

Jürgen Seidel, Michael Klotz (FH Stralsund), Horst Handorf (Uni Rostock), Dirk Timmermann (Uni Rostock), Knud Benedict (HS Wismar), Evelin Engler (DLR Neustrelitz), Erwin Sellering (v.l.n.r.)
Jürgen Seidel, Michael Klotz (FH Stralsund), Horst Handorf (Uni Rostock), Dirk Timmermann (Uni Rostock), Knud Benedict (HS Wismar), Evelin Engler (DLR Neustrelitz), Erwin Sellering (v.l.n.r.)

Neben Sellering gratulierten Bildungs- und Wissenschaftsminister Henry Tesch, Wirtschaftsminister Jürgen Seidel und Universitätsrektor Wolfgang Schareck den Preisträgern. Im Anschluss an die Auszeichnungsveranstaltung konnten sich Projektleiter und Interessierte aus allen Fachgebieten auf dem Innovationskongress austauschen.

Alle geförderten Projekte 2011 sind unter auf der Seite der Landesregierung einzusehen.

Schlagwörter: Erwin Sellering (27)Rostocker Liederbuch (3)Universität Rostock (337)Wolfgang Schareck (56)

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