Bürgerschaft beschließt Ehrenbürgerrecht für Joachim Gauck

Joachim Gauck wird Ehrenbürger – Hansestadt Rostock vergibt höchste Auszeichnung an den Bürgerrechtler und amtierenden Bundespräsidenten

4. April 2012
Dr. Joachim Gauck wird Ehrenbürger der Hansestadt Rostock (Archiv)
Dr. Joachim Gauck wird Ehrenbürger der Hansestadt Rostock (Archiv)

Die Bürgerschaft der Hansestadt Rostock hat während ihrer heutigen Sitzung die Verleihung des Ehrenbürgerrechtes der Hansestadt Rostock an Dr. Joachim Gauck beschlossen.

„Dr. Joachim Gauck verleiht mit hohem persönlichem Einsatz, mit unerschütterlichem Mut und Engagement der Demokratie, der Freiheit und der persönlichen Selbstbestimmung sowie der Verantwortung seine Stimme. In allen Jahren seines Schaffens hat er stets seine Liebe zur Heimatstadt Rostock kundgetan und sich in besonderer Weise für diese Stadt verdient gemacht. Der Name Dr. Joachim Gauck ist mit der jüngeren Rostocker Geschichte verknüpft wie kaum ein zweiter. Daher sollte ihm das Ehrenbürgerrecht verliehen werden“, heißt es in der Begründung zum Beschlussvorschlag. „Sein Wirken und sein Namen sind mit der Hansestadt Rostock und dem Land Mecklenburg-Vorpommern verbunden. Zweifellos zählt er zu den Persönlichkeiten unserer Stadt, die dazu beitragen, die Hansestadt Rostock positiv zu assoziieren, so dass es auch im Interesse der Stadt liegt, diese Wirkung zu betonen.“

Dr. Joachim Gauck hat mit Schreiben vom 4. Dezember 2011 an die Präsidentin der Bürgerschaft seine Zustimmung erklärt. Die Verleihung des Ehrenbürgerrechts geht auf zwei Anträge mit Unterschriften von 23 Bürgerinnen und Bürgern zurück, Dr. Joachim Gauck für seine außergewöhnlichen und bleibenden Verdienste um die Hansestadt Rostock sowie seine bundesweite Anerkennung das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Ein Termin für die feierliche Verleihung und Übergabe des Ehrenbriefes steht derzeit noch nicht fest.

Die Verleihung des Ehrenbürgerrechts ist die höchste Auszeichnung, die die Hansestadt Rostock vergibt. Sie ist Ausdruck der Würdigung von Persönlichkeiten, die außergewöhnliche und bleibende Verdienste um die Hansestadt Rostock erworben und die darüber hinaus mit Ihrem Wirken überregionale Bedeutung erlangt haben.

Quelle: Hansestadt Rostock, Pressestelle

Schlagwörter: Joachim Gauck (12)Politik (125)

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3 Kommentare

  • Hartwig Niemann sagt:

    Es wird langsam aber sicher Zeit, dass Artikel 146 des Grundgesetzes Wirklichkeit wird, um die in Deutschland vorhandenen demokratischen Verhältnisse auf eine noch höhere neue Stufe zu bringen. Es muß die demokratische Volksentscheidung geben um so dem Volk die Möglichkeit einzuräumen sich im Zusammenhang mit solchen wichtigen Entscheidungen wie die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an eine verdiente Persönlichkeit auf die der Wirklichkeit entsprechende vom Volkswillen getragene Stufe zu bringen. Erfolgt das nicht, wird es wie im Zusammenhang mit einer bevorstehenden Verleihung der Ehrenbürgerschaft an dem neu gewählten Bundespräsidenten Herrn Pastor Gauck immer nur eine Halbwahrheit bleiben, die auf einige wenige einer Partei angehörende Minderheit beruht. Das ist nicht demokratisch.
    Artikel 146 des GG beinhaltet folgende Festlegung:
    „Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“
    Wenn wir das erreichen sind wir in der Demokratie einen gewaltigen Schritt weiter und der „Parteienklüngel“ gehört der Vergangenheit an.

  • Björn Lewin sagt:

    Ich finde das eine unglaublich, dreiste, bigotte und widerliche Geschichte! Warum erhält Gauck – sicherlich total verdient! – denn gerade JETZT die Ehrenbürgerschaft?! – Doch nur, damit sich Rostock in ein interessantes tolles Licht stellen kann – weil Gauck jetzt Bundespräsident ist. Hätte er die Ehrenbürgerschaft auch erhalten, wenn er es nicht geworden wäre? – Wohl nicht, und DAS ist doch das heuchlerische an der Geschichte: Gaucks aktuelle Popularität wird von Rostock als Image-Aufwertung misbraucht und dann auch noch auf so eine offensichtliche, schmierige Art und Weise. Als Exil-Rostocker schäme ich mich – wieder einmal – für die Damen und Herren in der Bürgerschaft!

  • wellenbrecher sagt:

    Bei der Bürgerschaftspräsidentin lag der Antrag Gauck zum Ehrenbürger zu machen schon seit Januar 2011 auf dem Schreibtisch. Die hats bloß verschusselt, wie bei der Podiumsdiskussion zum Beginn des Jahres, als die BP-Wahl noch nicht sicher abzusehen war, deutlich wurde. (bei 1:57) http://www.youtube.com/watch?v=_Pfz53bvFi8
    Allerdings war Gauck ja auch schon bei der Wahl seines Vorgängers im Juni 2010 als Kandidat angetreten.

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