Joachim Jahns: „Erwin Strittmatter und die SS.“

„Erwin Strittmatter und die SS. Günter Grass und die Waffen-SS.“ – Lesung & Podiumsdiskussion am Politischen Donnerstag

Joachim Jahns: „Erwin Strittmatter und die SS. Günter Grass und die Waffen-SS.“
Joachim Jahns: „Erwin Strittmatter und die SS. Günter Grass und die Waffen-SS.“

Erwin Strittmatter (1912-1994) war einer der bedeutendsten und am meisten gelesenen Schriftsteller der DDR. Am 14. August 2012 hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert. Romane wie Tinko (für den Strittmatter 1955 mit dem Nationalpreis der  DDR ausgezeichnet wurde), Ole Bienkopp, die Trilogie Der Wundertäter, zahlreiche Prosa-Miniaturen, die ‚Pferdeerzählung’ Pony Pedro, oder sein großer autobiographischer Roman Der Laden (preisgekrönte Verfilmung 1998) am Lebensende machten den gebürtigen Brandenburger weit über die DDR hinaus bekannt. Seine Werke wurden in über 40 Sprachen übersetzt und sind noch immer im kulturellen Gedächtnis bewahrt.

Nach Strittmatters Tod wurden Fragen zu seiner politischer Vergangenheit aufgeworfen, die der Leserschaft bis dahin weitgehend verborgen bzw. ungeklärt schienen und eine heftige Debatte auslösten. Streitpunkt war/ist Strittmatters Rolle als Angehöriger der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg und den Vorwurf seiner SS-Zugehörigkeit.

Der Schriftsteller und Verleger Joachim Jahns wandte sich in seinem Buch Erwin Strittmatter und die SS. Günter Grass und die Waffen-SS (Dingsda Verlag 2011) den Gründen für die vermeintlich freiwillige Entscheidung zum Dienst in der Waffen-SS zu. Jahns prüfte bisherige Darstellungen, Strittmatters eigenen Umgang mit seiner Militärvergangenheit und legt dem Leser umfangreiches Material zur Urteilsbildung vor.

Welche Position nimmt Jahns in der Debatte ein? Welche Zeugnisse hat er für seine Argumentation in Anspruch genommen? Welche Zusammenhänge lassen sich zwischen Strittmatters Vergangenheit und seinen Werken erkennen? Warum und mit welchem Ergebnis koppelt Jahns seine Darstellung zu Strittmatter mit der jüngst bekannt gewordenen Vergangenheit von Günter Grass als Angehöriger der Waffen-SS? All diese und weitere Fragen wird Joachim Jahns in der Lesung aus seiner Publikation beantworten und Raum für eine Podiumsdiskussion bieten, in der sich alle Interessenten zu Wort melden können.

Eine gemeinsame Veranstaltung von: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Institut für Germanistik/Universität Rostock, Soziale Bildung e.V. und Literaturhaus Rostock.

Moderation: Dr. Hella Ehlers und StudentInnen der Universität Rostock
Donnerstag, 05.07.2012 um 20.00 Uhr, im Peter-Weiss-Haus
Der Eintritt ist frei!

Schlagwörter: Geschichte (86)Lesung (144)Literatur (190)Literaturhaus (90)Politik (117)

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2 Kommentare

  • Jorge sagt:

    Erst Günther Grass und jetzt Erwin Strittmatter?
    Ich will es mal so ausdrücken, die Kleinen hängt man und die Grossen lässt man laufen. Die Hexenjagd hat begonnen, sind es nicht die Lebenden über die man herziehen kann, dann sind es eben die Toten die herhalten müssen. Die DDR mag ihre Probleme gehabt haben, auch mit Alt-Nazis. Aber recherchiert doch mal lieber darüber, wie Konrad Adenauer jene amnestierte, die tief im Blut unschuldiger Menschen standen und nach 1945 wieder hohe Ämter in Politik und Wirtschaft und in den Banken bekleideten.

  • E.Rasmus sagt:

    Dem Kommentar vom 6.August des vergangenen Jahres schließe ich mich an mit dieser

    Bilanz

    Das Resultat bürgerlicher Freiheit
    Besteht einerseits:
    Aus dem Rauch und der Asche
    Von Feuerorgien
    Sowie andererseits:
    Aus dem Anfang und Ende
    Urzeitlicher Gesellschaftsfragmente.

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