Eltern-Kind-Zentrum Rostock soll 2030 eröffnen
Das gemeinsame Eltern-Kind-Zentrum Rostock (ELKI) von Universitätsmedizin und Klinikum Südstadt nimmt Fahrt auf. Bis 2030 soll der Standort Südstadt fertiggestellt werden.
15. Januar 2026
Mit der Übergabe des ersten Fördermittelbescheids in Höhe von 30 Millionen Euro aus Mitteln des Landeskrankenhausgesetzes nimmt das gemeinsame Eltern-Kind-Zentrum Rostock (ELKI) der Universitätsmedizin Rostock (UMR) und des Klinikum Südstadt Rostock (KSR) weiter deutlich Fahrt auf. Gesundheitsministerin Stefanie Drese überreichte heute den ersten Förderbescheid im Klinikum Südstadt Rostock. Dort soll eines der Herzstücke des neuen ELKI entstehen.
Die Landesförderung ist Teil eines Gesamtinvestitionsvolumens von rund 100 Millionen Euro, das in den kommenden Jahren in die Neuausrichtung der pädiatrischen und geburtshilflichen Versorgung in Rostock fließt. Jeweils rund 50 Millionen Euro werden in die beiden Standorte – das Klinikum Südstadt Rostock und die Universitätsmedizin Rostock – investiert. Auch die Hanse- und Universitätsstadt Rostock beteiligt sich mit 20 Millionen Euro an dem Projekt.
„Wir investieren voller Überzeugung 30 Millionen Euro in die Spitzenmedizin am Standort Rostock und damit in die Zukunft unserer Kinder“, betonte Gesundheitsministerin Stefanie Drese. „Mit dem ELKI wird sich die Versorgung von Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen in Rostock und ganz Mecklenburg-Vorpommern verbessern, da es die Kompetenzen der Unimedizin im Bereich Pädiatrie und Kinderchirurgie und des Klinikums Südstadt im Bereich Geburtshilfe und Neonatologie kombiniert. Zusätzlich bindet das ELKI niedergelassene Kinderärztinnen und -ärzte ein. Dadurch entsteht eine sektorenübergreifende, interdisziplinäre Versorgung, die weit über die Region Rostock hinausreicht. Dass die 30 Millionen Euro im Landeshaushalt zur Verfügung stehen, zeigt, wir haben immer an das ELKI geglaubt und entsprechende Vorsorge getroffen“, so Drese.

Auch Wissenschaftsministerin Bettina Martin zeigte sich in Schwerin erfreut über das Tempo, mit dem das gemeinsame Vorhaben nun vorangetrieben wird. „Ich freue mich, dass mit dem Neubau am Standort Südstadt der erste greifbare Schritt zur Umsetzung des neuen standortübergreifenden Eltern-Kind-Zentrums in Rostock gemacht wird. Die Umsetzung des gemeinsam erarbeiteten Konzepts wird nicht nur die Versorgung der Mütter und Neugeborenen in Rostock und Umgebung verbessern, sondern auch einen klaren Fortschritt für Forschung, Lehre und Ausbildung von jungen Medizinerinnen und Medizinern bringen. Endlich wird die Neonatologie in Rostock akademisch. In einem weiteren Schritt müssen nun auch die infrastrukturellen Voraussetzungen am Standort Schillingallee geschaffen werden. Mit dem Haushaltsbegleitgesetz haben wir dafür die Grundlage geschaffen. Die Universitätsmedizin kann nun die notwendigen Investitionen in eigener Bauherreneigenschaft tätigen. Die Planungen laufen auch auf Hochtouren. Nach allem, was ich aus den Kliniken höre, wird der neue Kooperationsgedanke bereits aktiv gelebt. Dafür möchte ich allen Beteiligten herzlich danken.“
Bereits am 9. Juli vergangenen Jahres hatten die Universitätsmedizin Rostock und das Klinikum Südstadt Rostock die Gründung eines gemeinsamen Eltern-Kind-Zentrums vereinbart. Ziel ist es, zwischen der UMR und dem KSR eine moderne, leistungsfähige und zukunftssichere medizinische Versorgung von Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen in der Region sicherzustellen. Die medizinischen Fachbereiche bleiben an ihren jeweiligen Standorten verankert, werden jedoch organisatorisch und digital eng miteinander verzahnt.
„Mit der heutigen Förderzusage bekommt dieses für Rostock so wichtige Projekt einen kräftigen Schub. Es freut mich sehr, dass das Thema jetzt ordentlich Fahrt aufnimmt und alle Beteiligten – Land, Stadt, Universitätsmedizin und Klinikum Südstadt – an einem Strang ziehen. Auch die Hanse- und Universitätsstadt Rostock leistet mit einer Investitionssumme von 20 Millionen Euro einen klaren Beitrag dazu, dass hier ein zukunftsweisendes Eltern-Kind-Zentrum für unsere Familien entstehen kann“, unterstrich Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger.
Kooperationsvertrag, Medical Board und Planungsstart
Hinter den Kulissen befindet sich das Projekt ELKI bereits in einer intensiven Umsetzungsphase. Beide Partner arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, den Kooperationsvertrag Anfang des Jahres zu finalisieren. Dafür sind umfangreiche Zuarbeiten, Abstimmungen und Festlegungen in zahlreichen Themenfeldern erforderlich, von medizinischen Standards über IT-Infrastruktur bis hin zu Personal- und Organisationsfragen.
Begleitend dazu wurde ein gemeinsames Medical Board eingerichtet, das die medizinische und inhaltliche Ausgestaltung des ELKI verantwortet. Es entwickelt unter anderem gemeinsame Behandlungsstandards (SOPs), Therapie- und Gerätekonzepte, digitale Kommunikationslösungen sowie eine einheitliche Patienten- und Datenstruktur und Qualitätsrichtlinien.
Zugleich wurden bereits die Weichen für die bauliche Umsetzung gestellt. Am Klinikum Südstadt Rostock hat der Klinikausschuss der Rostocker Bürgerschaft die Einleitung eines Vergabeverfahrens für Planungsleistungen für den ELKI-Neubau beschlossen. Damit ist der Einstieg in die konkrete Bauplanung erfolgt.
„Was wir hier aufbauen, ist kein gewöhnliches Bauprojekt, sondern die medizinische und organisatorische Neuaufstellung der Versorgung von Neugeborenen, Kindern und Familien in der gesamten Region. Der Aufwand in der Vorbereitung ist enorm – von der Abstimmung der Behandlungswege über Sicherheits- und Qualitätsstandards bis hin zu IT-, Geräte- und Logistikkonzepten. Genau das ist aber notwendig, damit das neue ELKI höchste Patientensicherheit, medizinische Qualität und effiziente Abläufe gewährleisten kann“, erklärte heute Prof. Dr. Jan Roesner, Ärztlicher Direktor des Klinikum Südstadt Rostock.
„Mit großem Einsatz für Kinder und ihre Familien treibt die Universitätsmedizin Rostock die bauliche Umsetzung des gemeinsamen Eltern-Kind-Zentrums konsequent voran. Mit dem Abschluss der Machbarkeitsstudie zur Kernsanierung und zum teilweisen Neubau der Kinder- und Jugendklinik ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Als nächster Schritt werden nun die Hochbauplanungen beauftragt“, sagte Dr. Christiane Stehle, Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Vorständin der Universitätsmedizin Rostock. „Das Eltern-Kind-Zentrum steht dabei für eine zukunftsweisende gemeinsame Lösung von Universitätsmedizin Rostock und Klinikum Südstadt Rostock, die die kindermedizinische Versorgung in der Region Rostock nachhaltig stärkt.“
Geburtenstation, Neonatologie und OP eng verzahnt
Ein zentraler Baustein des neuen Eltern-Kind-Zentrums entsteht im markanten ehemaligen Kinderhaus auf dem Campus des Klinikum Südstadt Rostock. Auch wenn die Kinderklinik dort schon vor vielen Jahren ausgezogen ist, bleibt das Gebäude für viele Rostockerinnen und Rostocker ein prägendes Symbol und erhält nun eine neue, zukunftsweisende Aufgabe.
Mit der Fertigstellung des ebenfalls in der Planung befindlichen neuen Bettenhauses kommt es zu Umzügen innerhalb des Klinikum Südstadt Rostock. Mehrere Klinikstationen aus dem Haupthaus werden im neuen Bettenhaus untergebracht. Die derzeit im Kinderhaus untergebrachten Ambulanzen und Tageskliniken können somit in zwei Jahren in die freigewordenen Bereiche im Haupthaus ziehen.
Geplant ist anschließend eine ressourcenschonende Sanierung von Teilen des Kinderhauses in Kombination mit einem Neu- und Anbau für moderne Funktionsbereiche. In dem dann erweiterten Gebäude sollen künftig die Klinik für Neonatologie und die Geburtenstation, die Kreißsäle, ein Operationssaal sowie die Poliklinik angesiedelt werden, alles unter einem Dach, räumlich eng verzahnt und auf kurze Wege optimiert. Der Hörsaal soll erhalten bleiben.
„Das ehemalige Kinderhaus ist ein prägendes Gebäude auf unserem Campus mit Anbindung an das Haupthaus und es bekommt jetzt eine neue, hochmoderne Zukunft als Teil des gemeinsamen Eltern-Kind-Zentrums“, erläuterte Steffen Vollrath, Verwaltungsdirektor des Klinikum Südstadt Rostock.
Hier entsteht ein neuer Kreißsaal in Verbindung mit einer modernen attraktiven Entbindungsstation mit vielen Familienzimmern Wand an Wand mit dem Intensivbereich der Frühchenversorgung. Auf der Neonatologie sollen erstmals Familienzimmer eingerichtet werden, so dass die Eltern auch dort direkt bei ihren Neugeborenen sein können. Ergänzt wird das neue Eltern-Kind-Zentrum durch einen umfassenden ambulanten Bereich der Poliklinik. Somit entsteht in der Gesamtheit ein neues hochmodernes Geburtszentrum, das über einen eigenen Haupteingang verfügen wird. „Mit unserem ELKI, welches wir in enger Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Rostock betreiben werden, möchten wir baulich, medizinisch und funktional neue Maßstäbe setzen“, so Vollrath.
Klarer Zeitplan bis zur Fertigstellung
Die vorbereitenden Baumaßnahmen am Standort Klinikum Südstadt Rostock beginnen bereits jetzt. Der Baubeginn ist vorbehaltlich aller baufachlichen Prüfungen und Genehmigungen für Mitte 2027 vorgesehen. Parallel dazu plant auch die Universitätsmedizin Rostock umfangreiche Bau- und Modernisierungsmaßnahmen, um an beiden Standorten ein leistungsfähiges, vernetztes und zukunftsfähiges Eltern-Kind-Zentrum zu realisieren.
Mit der Fertigstellung des neuen ELKI-Standortes am Klinikum Südstadt Rostock wird 2030 gerechnet.
Am neuen standortübergreifenden Eltern-Kind-Zentrum Rostock bleiben die jeweiligen medizinischen Fachbereiche Pädiatrie, Kinderchirurgie, Gynäkologie, Geburtshilfe und Neonatologie an den bisherigen Standorten und in der aktuellen Trägerschaft bestehen (s. Überblick). Die Universitätsmedizin Rostock soll mittelfristig die akademische Leitung der Neonatologie am Standort des Klinikum Südstadt Rostock übernehmen. Notwendige kinderchirurgische Operationen an Neugeborenen werden künftig direkt am Klinikum Südstadt Rostock durchgeführt. Das Leitungsgremium wird aus Vertretern der UMR und des KSR gebildet. An beiden Standorten wird in den Neubau und Modernisierung der Infrastruktur mit dem Ziel eines funktionstüchtigen und gelebten Eltern-Kind-Zentrums investiert.
Quelle & Grafik: Klinikum Südstadt Rostock, Foto: Joachim Kloock
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