Jupiter Jones rocken auf einem Schrottplatz in Rostock

Telekom Street Gig bringt Jupiter Jones und Mikroboy auf eine Bühne zwischen Schrott und der Warnow

20. April 2012, von
Mikroboy beim Telekom Street Gig auf dem Schrottplatz in Rostock
Mikroboy beim Telekom Street Gig auf dem Schrottplatz in Rostock

Wenn man Schrottplatz hört, denkt man vielleicht an Krach, aber wohl kaum an Rock ’n’ Roll und Konzerte. Wer jedoch gestern zu den glücklichen Gästen des Telekom Street Gigs gehörte, weiß, dass zwischen kaputten Autos, Schrott und alten Hafenteilen viel Platz für gute Musik und tolle Auftritte ist.

Unter dem Motto „Die besten Bands, wo sie keiner erwartet“ durften Mikroboy und Jupiter Jones im Stadtteil Schmarl auf einer Schutthalde direkt an der Warnow auftreten.

Ein Radlader an der Bühne
Ein Radlader an der Bühne

Seit 2007 veranstaltet die Telekom mit den Street Gigs eine besondere Konzertreihe. Bekannte Künstler wie Billy Talent, Maximo Park, Casper oder Deichkind spielen dabei nie in einer ganz normalen Halle, sondern immer an ungewöhnlichen Orten. Tickets kann man nicht kaufen, sondern nur gewinnen. 35.000 Fans hatten in den letzten Jahren schon das Glück, ein einzigartiges Konzert erleben zu dürfen. Gestern kamen noch einmal 800 Menschen dazu.

Natürlich kamen die meisten hauptsächlich wegen der Musik, doch schon allein die Atmosphäre war gigantisch. Drei Tage lang wurde auf dem Gelände in der Werkstraße eine Bühne mitten in den Schrott gesetzt. Auf dem Platz stand ein großer Radlader, links von der Bühne waren Autowracks und im Hintergrund stand ein großer Schrottgreifer. Der perfekte Kontrast also zur Warnow, die das Gelände zur anderen Seite hin abschloss.

Mikroboy
Mikroboy

Warum überhaupt ein Schrottplatz? Die Hauptband des Abends, Jupiter Jones, haben sich den englischen Namen des Detektivs Justus Jonas aus der Buchreihe „Die 3 Fragezeichen“ gegeben. Die Detektive haben ihr Hauptquartier auf einem Schrottplatz. Aber nicht nur Jupiter Jones sorgten gestern für die musikalische Abendgestaltung.

Zuerst durften Mikroboy ran. Sie bemerkten: „Wir spielen am Wasser, neben einem Schiff und auf einem Schrottplatz, das ist verdammt ungewöhnlich.“ Auch wenn viele wahrscheinlich nur wegen Jupiter Jones gekommen waren, konnte Mikroboy wirklich überzeugen. Es war schwer, sich bei so viel guter Laune, die in der Luft lag, nicht von der Musik anstecken zu lassen. Sie selbst sangen zwar vom „Herzen aus Holz“, aber es war doch eher goldig, so mitten im Herzen des Schrotts.

Jupiter Jones
Jupiter Jones

Auch wenn einige Zuschauer sogar eine Zugabe forderten, übergaben die Musiker in der einsetzenden Dämmerung den Staffelstab an Jupiter Jones. Sänger Nicholas trat dabei jedoch gleich in ein kleines Fettnäpfchen. Seine erste Ansage lautete: „Sonst sehen wir immer nur den Club, in dem wir spielen und vielleicht noch das Hotel. Wenn uns einer fragt, was wir von Rostock gesehen haben, können wir sagen: den Schrottplatz und die Warnow hier.“ Das wurde natürlich gleich lautstark vom Publikum berichtigt und so das Motto des Abends geboren, das Nicholas immer wieder aufgriff: „Ist die Warnow nicht schön?“

Das Publikum auf dem Schrottplatz in Schmarl
Das Publikum auf dem Schrottplatz in Schmarl

Nicht nur die Warnow zeigte sich von ihrer besten Seite, auch die vier Musiker aus der Eifel präsentierten sich in Bestform. Natürlich wurde „Still“ gespielt, das Lied, das sie im vergangenen Jahr deutschlandweit bekannt gemacht hatte.

Fans der Band durften sich aber auch auf Songs von ihrem ersten Album „Raum um Raum“ freuen. „Auf das Leben“ zum Beispiel, ihren ersten gemeinsam geschriebenen Song, präsentierten sie in einer viel rockigeren Version als auf dem Album.

Jupiter Jones beim Telekom Street Gig in Rostock
Jupiter Jones beim Telekom Street Gig in Rostock

Nach „Nordpol/Südpol“, „Stück vom Weg“, „Hey Menetekel“ und vielen weiteren tollen Songs markierte „Eine Landjugend“ den Abschluss für ein fantastisches Konzert mit einer großartigen Akustik, die auch vom Wind nicht zu sehr verweht wurde.

Und Nicholas fasste den Abend zum Ende noch einmal treffend zusammen: „Es war ein toller Abend mit einer Kulisse, die man sich nicht mal in den Träumen ausmalen kann, denn wer träumt schon von einem Schrottplatz?“

Maika und Jule aus Rostock
Maika und Jule aus Rostock

Zu den glücklichen Gewinnern gehörte auch Jule, die zusammen mit Freundin Maika das Konzert besuchte. Die beiden Rostockerinnen waren hellauf begeistert von dem gesamten Abend: „Cool war es! Tolle Vorband, tolle Band und geile Location“, fasst Maika ihre Eindrücke zusammen. Die Karten gewonnen hat Jule. „Ich habe mich Sonntag beworben und Montag habe ich die Benachrichtigung per SMS bekommen. Ich hoffe mal, ich habe jetzt nicht auch ein Telekom-Abo“, sagte sie lachend.

Schrottplatzromantik
Schrottplatzromantik

Der Abend wurde für alle Beteiligten mit Geschenken am Ausgang abgerundet. So gab es Kugelschreiber, Poster und Blöcke des Street Gigs, um ein Erinnerungsstück an das Konzert zu haben. Die insgesamt tolle Organisation zeigte sich auch daran, dass schon ein Bus der RSAG bereitstand, der die Konzertbesucher fast bis vor die Haustür brachte.

Wer nicht zu den glücklichen Gewinnern gehörte, kann auf der Seite der Street Gigs noch einmal die Highlights begutachten. Außerdem zeigt PRO7 am 3. Mai die Highlights des Konzerts. Allerdings dürfte es bei der Sendezeit von 1:25 Uhr nur für Fans interessant sein. Mindestens 800 Zuschauer sollten somit also sicher sein.

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